Teuer erkaufte Zeit für den Umbruch

 Manager Christian Heidel und Kasper Hjulmand (von links). Foto: dpa

Knapp zwei Wochen Zeit hatte Kasper Hjulmand, um seine Spieler nach dem 0:0 gegen Hannover 96 auf das Gastspiel bei Hertha BSC vorzubereiten. Jedenfalls die wenigen Spieler, die...

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. Von Carsten Dietel

Knapp zwei Wochen Zeit hatte Kasper Hjulmand, um seine Spieler nach dem 0:0 gegen Hannover 96 auf das Gastspiel bei Hertha BSC vorzubereiten. Jene Spieler, die nicht mit ihren Nationalteams auf Länderspielreise waren. Und das waren ziemlich wenig, Gerade mal mit seinen Abwehrleuten konnte der Däne sinnvoll taktisch arbeiten, bei allen anderen Mannschaftsteilen musste improvisiert werden. Ein Spieler wie Jonas Hofmann hat, wenn er denn mit nach Berlin fährt, - überspitzt formuliert - beim Anschwitzen die erste Trainingseinheit mit den neuen Kameraden.

Schaut man sich die Termine bis zum Jahreswechsel an, muss man fast schon froh sein, dass die Mainzer in der Europa-League-Qualifikation gescheitert sind. Nur nach dem ersten Advent hätten die 05er im Fall des Erreichens der Gruppenphase die Möglichkeit gehabt, wirklich mit dem gesamten Kader eine Woche lang kontinuierlich zu arbeiten. Und Ende Oktober, wenn sich die weitergekommenen Vereine in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegenüberstehen. Für die 05-Fans war das Ausscheiden aus den beiden Cup-Wettbewerben natürlich ein großes Unglück, für die Entwicklung der neuen Mainzer Mannschaft, für das Zusammenwachsen von Trainerteam und Spielern, ist das Aus zwar kein Glücksfall, aber bestimmt auch kein Nachteil. Denn der Kader hat sich in den vergangenen Tagen so sehr verändert, dass die Presseabteilung des Vereins für Mitte nächster Woche sogar einen Termin für ein neues Mannschaftsbild angesetzt hat.

Vor wenigen Wochen stellte sich das in dieser Deutlichkeit noch nicht so da, wie es jetzt offenkundig wird: Nicht nur wegen des neuen Trainers sind die 05er mitten in einer Umbruchphase. Und ein solcher Umbruch braucht Zeit, vor allem Zeit auf dem Trainingsplatz. Die wurde mit dem Aus in den beiden Pokalwettbewerben teuer erkauft, ist aber vielleicht ein Wechsel auf eine noch bessere Zukunft. Das Spiel bei Hertha BSC ist zwar nominell dieser Auftakt, in welche Richtung es wirklich geht, wird sich aber erst in einigen Wochen zeigen, wenn die neuen Spieler nicht nur anwesend, sondern auch integriert sind. Und diese Integration wäre mit der Europa-League-Teilnahme ein Prozess gewesen, der sich im ungünstigsten Verlauf bis weit ins neue Jahr gezogen hätte