Torschuss dank Vorschuss

Bisschen ungereimt alles beim DFB dieser Tage. Foto: dpa

Fußball, das ist am Ende des Tages nur Geld. Hinten muss die Null stehen, wie beim Girokonto. Blöd ist es nur, wenn eine Null meint, sie wär’ eine Eins und müsste...

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. Es kommt einem so vor, als hätten die Fifa und der DFB – dass man die beiden mal in einem Atemzug nennen würde, hätten wir uns vor Kurzem auch noch nicht träumen lassen – dass also die beiden diesen Sommermärchenschlussverkauf nur erfunden haben, um davon abzulenken, dass Wurst angeblich gefährlich sein kann. Ernstes Thema. Hat nix zu tun mit der einen oder anderen „Kampfwurst“, die man im Winter auf dem Rodelschlitten bei Weltmeisterschaften besichtigen kann.

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Vielleicht haben der DFB oder Beckenbauer die 6,7 Millionen Euro, von denen keiner nie nichts mehr wissen will, an die Fifa überwiesen, damit die dort mal eine anständige Wurst essen gehen können. Unabhängig davon ist es gut, dass das Bundeskabinett, kein Scherz, an diesem Mittwoch die Einführung eines „Girokontos für alle“ beschlossen hat, damit das nicht wieder vorkommt, dass 6,7 Millionen in der Gegend herumdödeln.

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Wenn man das alles so verfolgt, ist klar: Dieses ganze Fußballgedöns mit seinen Sprüchen, das sind alles nur Codes, eine Geheimsprache, und in Wahrheit geht es immer nur um die Wurst, im übertragenen Sinn, also um Kohle. Ohne Moos nix los. Fangen wir mal ganz fundamental an: Das Runde muss ins Eckige. Das Runde, das sind die Nullen, und die müssen ins Eckige, nämlich auf die Geldscheine, dann noch schnell eine Eins vornedran, fertig ist der Hunni, stimmt so. „Hinten muss die Null stehen“, sagt auch der Trainer. Klar, je mehr Nullen hinten hinter der Eins stehen, desto besser. Blöd ist es, wenn die Null vorne steht und meint, sie wär‘ die Eins.

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Dann wäre da natürlich der legendäre „Tatort“-Auftritt vom Januar 1999, für den Berti Vogts für den „Goldenen Berti“ vorgeschlagen wurde, und zwar angeblich von dem Kaninchen, das er in dem „Tatort“ zum Nachbarn zurückbringt, dabei bemerkt, dass dort jemand den Gasherd ohne Flammen angedreht hatte, und dann sagt: „Gib‘ dem Kaninchen eine Möhre extra, es hat uns das Leben gerettet.“ Hammer! „Eine Möhre extra“ – was heißt das denn anderes als zusammengerollte Geldscheine, mit denen man sich normalerweise die Nase zukokst? Daher auch der Begriff „volle Möhre“! Und der Titel des „Tatorts“ lautet, na? Genau: „Habgier.“ Noch Fragen? Übrigens: Wir wissen nicht, ob der „Spiegel“ schon ahnte, dass es im Jahr 2015 mal Ärger mit der Wurst geben würde, als er 1993 den weiland Bundestrainer Vogts als „Hans Hubert Bratwurst“ titulierte. Vielleicht hängt mal wieder alles mit allem zusammen.

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Nächstes Beispiel. Theo Zwanziger hat gesagt, Günther Netzer habe die WM 2006 verkauft, um sich mit dem Geld endlich mal einen anständigen Friseur leisten zu können, oder so ähnlich. Netzers Erkennungszeichen: „aus der Tiefe des Raums“. Tja, was wird das wohl für ein Raum sein? Also, wir bei unserer Bank müssen immer die Treppe runter in den Keller, wo die Bankschließfächer sind. Da bleibt kaum Raum für Zweifel. Und so langsam dämmert einem auch, warum die im Fußball immer vom Punktekonto reden, und vom Doppelpass. Doppelkorn, okay, gegen den Kummer, aber welcher anständige Mensch braucht einen doppelten Pass? Das braucht man doch für dubiose Geschäfte, oder?

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Hinweise ohne Ende. Und alles fing unglaublich früh an! 1954, Finale in Bern: „Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen...“ Ja ja, schießen, woher kommt wohl der Begriff „Vorschuss“? Torschuss dank Vorschuss! Und dann muss man mal daran denken, woher Helmut „Boss“ Rahn kam. Aus Essen! Stahl und – Kohle! Zumindest früher.

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Ferner: Was sagte Paul Breitner über seinen verwandelten Elfmeter beim WM-Finale 1974 gegen die kleinen Goudas: „Alle hatten die Hosen voll, aber bei mir liefs ganz flüssig.“ Hatten die allen Ernstes das Schmiergeld im Slip mit auf den Platz geschleppt? Das würde erklären, warum Uli Hoeneß schon nach 53 Sekunden den durchbrechenden Johan Cruyff im Strafraum umlegte, was per Strafstoß zum 1:0 für die Niederlande führte. Hoeneß hatte sein Zocker-Geld im Strafraum vergraben, und Cruyff rannte schnurstracks auf das Versteck zu! Aber, wichtig: der Breitner Paule war flüssig! Er hätte also jederzeit dem Schiri einen Fuffi zustecken können, wenns eng geworden wäre für die Deutschen. Beckenbauer spielte ja auch mit in diesem Finale, und vielleicht hat er sich damals gedacht: „Mensch, so leicht kommen wir nie mehr an eine WM. In 25 Jahren müssen wir erst mal 6,7 Mios cash auf die Theke legen – nur dafür, dass wir den Scheiß‘ veranstalten dürfen, dass wir gewinnen, ist nicht mit drin. “