Unentschieden sind keine Krise

Ein Punkt gegen Düsseldorf - diesmal ein Erfolg. Foto: dpa

So ein Unentschieden hat schon seine verschiedenen Seiten. Ein Punkt gewonnen oder zwei Punkte verloren? Auf diese Frage hatte Thomas Tuchel vor dem 1:1 in Düsseldorf immer...

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. Von Dennis Rink

So ein Unentschieden hat schon seine verschiedenen Seiten. Ein Punkt gewonnen oder zwei Punkte verloren? Auf diese Frage hatte Thomas Tuchel vor dem 1:1 in Düsseldorf immer eine eindeutige Antwort. Das Remis gegen die Fortuna war aber das erste, bei dem die 05er mit einem Zähler leben konnten.

Das war gegen Freiburg, Augsburg, Schalke und Wolfsburg anders. Nach diesen Partien konnte man durchaus davon sprechen, dass die Mainzer zwei Punkte haben liegenlassen. Unterm Strich haben die 05er zuletzt vier Zähler in vier Spielen geholt und mit dem 3:0 in Fürth 2013 erst einen Sieg gefeiert. Ist das jetzt eine Ergebniskrise? Oder überhaupt eine Krise? Denn die Mainzer haben trotz allem 34 Punkte auf dem Konto und belegen den achten Tabellenplatz vor Teams wie Mönchengladbach, Hannover oder Stuttgart.

Thomas Tuchel hat schon recht, wenn er gebetsmühlenartig betont, Leistung und Ergebnis immer getrennt voneinander bewerten zu müssen. Manchmal stimmt die Leistung, aber das Ergebnis nicht. Und manchmal stimmt das Ergebnis, dafür aber die Leistung nicht - so wie in Düsseldorf. Weil die Leistung der 05er aber mehrheitlich stimmt, kann man nicht von einer Krise sprechen. Allenfalls von mangelndem Selbstvertrauen aufgrund fehlender Erfolgserlebnisse. Erfolgserlebnisse hängen aber wiederum mit Punkten zusammen. Die hingegen fehlten dem FSV in den vergangenen Wochen.

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Aber kann man deshalb schon von einer Ergebniskrise sprechen, wenn ein Verein wie Mainz 05 im Jahr 2013 nur einmal verloren hat? Und zwar gegen Bayern München. Nein. Viel mehr davon, dass Konstanz ein Qualitätsmerkmal darstellt und es vollkommen normal ist, dass Vereine wie Mainz oder Freiburg nicht 34 Spieltage am Stück für Furore sorgen können, sondern auch mal auf dem Zahnfleisch gehen. Das daraus, in Ermangelung anderer Themen, von der bundesweiten Medienhorde schnell eine Krise gestrickt wird, ist Teil des Geschäfts - und irgendwie die tatsächliche Krise.