Unternehmer Burkhard Vetter klagt über fehlende Einnahmen

aus Coronavirus-Pandemie

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Das Modehaus Vetter ist geschlossen, der Online-Verkauf beschränkt sich auf ein Minimum.  Foto: Matthias Rebsch

Wenn Unternehmern die Einnahmen in der Corona-Krise fehlen, müssen sie Kurzarbeit und Soforthilfe beantragen. Das hat auch der Bürstädter Burkhard Vetter getan.

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. Bürstadt. Der Kampf gegen das Coronavirus ist für manche auch ein Existenzkampf: Einige Unternehmen verzeichnen derzeit nur wenige oder gar keine Einnahmen. Sie müssen Kurzarbeit anmelden. Auch eine höhere Arbeitslosigkeit droht, wenn die Krise über Monate andauert. Betroffen von der Krise ist beispielsweise der Bürstädter Burkhard Vetter, Inhaber zweier Modegeschäfte.

Trotz Corona den Kopf nicht hängen lassen. Das ist das Motto von Burkhard Vetter. Seine beiden Modegeschäfte musste er wegen der Pandemie schließen. In der zweiten März-Hälfte ist sein Umsatz um 95 Prozent eingebrochen. "Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos", sagt Vetter. Zwar kann man bei ihm auch über das Internet bestellen, doch seine Stammkunden kommen eben lieber ins Geschäft, schauen sich um und probieren an. Als Alternative bietet Vetter seinen Stammkunden eine kostenlose Lieferung frei Haus an - eine persönliche Zusammenstellung aktueller Markenmode. Bei Nichtgefallen lässt er das Paket wieder abholen. Noch wird das Angebot nicht so genutzt, wie er sich erhofft hat.

Burkhard Vetter ist Realist. Er weiß, dass die Menschen im Moment andere Sorgen als Mode haben. Und dass sie auch wenig Gelegenheit haben, mit neuer Kleidung außer Haus zu gehen. Es finden ja keinerlei Veranstaltungen statt. Daher glaubt er, dass Online-Händler auch nicht von den geschlossenen Modegeschäften profitieren.

Für seine drei Angestellten im Modehaus hat Vetter Kurzarbeit beantragt. Für die insgesamt sechs 450-Euro-Kräfte hat er gar nichts zu tun - und sie daher heimgeschickt. Burkhard Vetter geht davon aus, dass auch nach dem 19. April die Geschäfte geschlossen bleiben.

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Auch wenn ein Unternehmen wegen Kurzarbeit und Nichtbeschäftigung von Aushilfen deutlich weniger Lohnkosten hat - viele Ausgaben bleiben: Miete, Strom, Steuerberater und anderes. Daher hat sich Burkhard Vetter wie andere Unternehmer an den PC gesetzt, um die staatliche Soforthilfe zu beantragen. Ein Unternehmen mit bis zu fünf festen Mitarbeitern kann 10 000 Euro bekommen. Doch die Beantragung war kein Vergnügen, erzählt Vetter: "Ich war fast acht Stunden auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Kassel, die Seite ist immer wieder zusammengebrochen. Irgendwann hat es dann geklappt, ich musste viele Angaben machen und eidesstattliche Versicherungen abgeben."

Viel Bürokratie bei Anträgen für Kredite

Nun hofft er, dass die Soforthilfe bald fließt. Vetter ist es wichtig, dass jeder seine Zahlungen pünktlich bekommt. Denn er weiß, hinter jeder Zahlung stecken auch Menschen, die davon leben. Geärgert hat sich Burkhard Vetter über die politische Aussage, Unternehmen könnten KfW-Kredite "schnell und unbürokratisch" beantragen. "Das läuft über die Hausbanken und ist genauso bürokratisch wie bei jeder anderen Kreditbeantragung", findet der Bürstädter Unternehmer.

Vetter überlegt, ob er auch Schutzmasken verkaufen soll, da es nicht ausgeschlossen ist, dass solche zur Pflicht werden. Aber im Moment sei nichts auf dem Markt zu bekommen. Und überhöhte Preise will er auch nicht verlangen. Sich bereichern an seinen Mitmenschen in dieser Krisenzeit möchte er nicht.