Vettel für Ferrari

Zypern - eine Insel voller (Finanz-)Probleme. Foto: dpa

Russisch Roulette auf Zypern - und auch die Formel 1 rotiert.

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. Die Geldinstitute auf Zypern waren bis Donnerstag geschlossen. Der Begriff "auf die lange Bank schieben" erscheint da in neuem Licht. Wir, mein Kater Bébé und ich, waren dagegen schon am Montag gleich bei unserer Hausbank und haben uns unser Geld zeigen lassen, ob noch alles da ist. Wie meinen? Nein! Bébé hat keine lebenden Mäuse! Er ist doch kein Kannibale! Also, es war noch alles da. Sowohl die paar wenigen Konten über 100.000 Euro als auch die normalen unter 100.000. Wir fragten die freundliche Kassiererin: "Ihr macht hier doch nicht einen auf Zypern!?" Sie lächelte: "Niemand ist eine Insel." Aha, Fan von Johannes Mario Simmel.

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Die Bank of Cyprus hat laut Wikipedia 126 Filialen auf Zypern und 190 in Russland. Alles klar. Von daher empfehlen wir eine neue Spielart von "Russisch Roulette": sechs Bankschließfächer, fünf mit jeweils einer Million Schwarzgeld, eins, bei dem beim Öffnen eine Bombe explodiert. Böse Zungen behaupten, eine Filiale der Bank of Cyprus befinde sich am Grab Lenins - Lenin, Erfinder der PIN: Vertrauen gut, Kontrolle besser. Und auch Karl Marx, geboren 1818 in Trier, wäre sicher froh über die ganze Entwicklung, freute er sich doch schon zu Lebzeiten über das Kapital.

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Noch mal Finanzkrise. Schon, als wir in der wunderbaren Zeitung "Die Welt" lasen: "Besitzer hoher Einlagen werden zur Kasse gebeten", war klar: ein schwieriges Feld. Denn bei Besitzern hoher Einlagen handelt es sich ja normalerweise oft um Fußkranke, die eitel sind und ein bisschen größer erscheinen wollen. Allerdings fragen wir uns, zu welcher Kasse sie gebeten werden: privat oder GKV?

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In dieser ganzen Krise sollte einer stehen wie ein Coffeeshop in der Brandung...Pardon, wie ein Joint im Fels: der Chef der Euro-Gruppe und niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem. Aber schon der Name ist wenig überzeugend, erinnert nicht an Geld, sondern an Biodiesel, halt "Dijissel", und "bloem" ist ja praktisch wie in dem Lied der Kölner Kultband "Bläck Föös": "Mir schenke der Ahl e paar Blömscher", hochdeutsch: "Wir schenken der Alten ein paar Blümchen", wobei die "Alte" liebevoll gemeint ist. Minister Biodiesel, wie wir ihn ab sofort nennen, hat zum Beispiel gesagt: "Die Märkte sind nicht so nervös, wie wir denken." Nun, wir erkennen die typische Kleine-Gouda-Philosophie: ruhig bleiben, erst mal einen Tee (!), das Kamener Kreuz ist nicht so gefährlich, wie der nervöse Idiot in dem Porsche, den wir im Wohnwagen rechts überholen, denkt.

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Womit wir beim Pseudo-Aufreger der Woche wären. Sebastian Vettel hat überholt, ohne rechtzeitig den Blinker zu setzen. Leute! Der Mann stammt aus Heppenheim an der Bergstraße! Was glaubt Ihr, warum es auf der A 5, der A 67 und auch der A 6 zwischen Mainz, Darmstadt, Frankfurt und Heidelberg so lustig zugeht?! Diese Heppenheimer machen das immer so! Wer das dort nicht so macht, bekommt überhaupt keinen Führerschein! Nur so kommt man ganz nach vorne! Es könnte natürlich auch einen ganz anderen Hintergrund haben: Der Heppenheimer Vettel mischt sein eigenes Team auf, weil er ein Fan und Maulwurf von Ferrari ist. Ein klares Indiz dafür lesen wir unter www.westfälische-biographien.de: Unter den Ehrenbürgern Heppenheims befindet sich tatsächlich ein Dr. med. Otto Ferrari, geboren am 20. Februar 1867 in Fürstenberg, seine Vorfahren kamen vom Comer See. Wir müssen an dieser Stelle aber klar erklären, dass der Otto-Motor nicht nach diesem Dr. Otto Ferrari benannt wurde, sondern selbstverständlich nach dem Komiker Otto Waalkes. Otto Ferrari wurde Chefarzt des Heppenheimer Krankenhauses, starb aber trotzdem, wenn auch erst 1953. In seinem Nachruf in der Zeitung stand: "Überall, wo der alte Herr Sanitätsrat erschien, verbreitete er eine Atmosphäre des Frohsinns. Das Schauspielern war ihm fremd." Na bitte! So sind die Ferrari-Leute doch heute noch. Oder? In memoriam Dr. med. Otto Ferrari. Überholen, bis der Notarzt kommt.

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Als Gleichstellungsbeauftragter h.c. dieser unserer Redaktion freut es uns über die Maßen, bekannt zu geben: Barack Obama hat - ein Novum in der US-Geschichte - eine Frau, Julia Pierson, "zur Direktorin seiner Leibgarde gemacht", so die FAZ. Nun, beim US-Präsidenten Clinton, Bill, the Thrill, wie wir ihn nennen, wäre ein Begriff wie "Direktorin der Leibgarde" problematisch. Aber bei Obama, alles okay, wobei wir allerdings dachten, Michelle sei seine Leibgarde, bei den Schultern und den Armen dieser Frau, phantastisch. Nun, Julia ist also Chefin des Secret Service, total gut, Frauen und Geheimnisse bewahren, das passt wunderbar zusammen wie etwa Schalke und Dortmund, Rösler und Brüderle, Volker Bouffier und Kristina Schröder oder Thomas Bellut und Jörg Pilawa. Obama sprach dann noch vom "Geist und der Hingabe, die die Männer und Frauen des Secret Service jeden Tag zeigen." Genau. Jeden Tag. Hingabe. Wahrscheinlich auch im April vorigen Jahres, als sich Secret-Service-Männer in Cartagena (Kolumbien) Prostituierte ins Hotel bestellten und ihnen hernach nur 30 Dollar zahlen wollten, obwohl 800 Dollar verlangt wurden. Aber vermutlich dachten die Beamten nur ans US-Haushaltsdefizit.