WM 2014 in Brasilien: Russland - Einen Salenko bitte

Russlands Torwart Igor Akinfeev beim Spiel gegen Südkorea. Foto: dpa

1:1 gegen Südkorea. Die russische Mannschaft ist nach 12-jähriger Abstinenz nur mittelmäßig in das WM-Turnier in Brasilien gestartet. Es hapert noch an vielen Stellen....

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. Von Andreas Trapp

Das Achtelfinale soll es sein. So lautet die Vorgabe vom italienischen Startrainer Fabio Capello für die russische Elf beim Turnier in Brasilien. Die Chancen, dies zu verwirklichen, bestehen für die Sbornaja nach dem ersten Spieltag in der Gruppe H weiterhin. Doch dafür ist eine Leistungssteigerung in den noch ausstehenden Spielen gegen Algerien und Belgien unumgänglich.

Zu schwach präsentierten sich die Russen um Kapitän Berezutskiy gegen Südkorea. Zu unsicher war noch das Spiel. Vor allem bei Torwart Igor Akinfeew machte sich das in der 68. Minute bemerkbar, als er einen haltbaren 25-Meter-Weitschuss von Keun-Ho Lee ins eigene Tor abprallen ließ. Zwar erhöhte die Sbornaja nach dem Rückstand den Druck auf das gegnerische Tor und erzielte Dank Joker Aleksandr Kerzhakov den verdienten Ausgleich. Doch insgesamt gesehen gelang den Russen in Strafraumnähe zu wenig. Für die weiteren Gruppenspiele wäre ein Mann wie Oleg Salenko hilfreich.

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Der heute 44-Jährige hält für die Russen einen ganz besonderen Rekord. Salenko gelangen 1994 bei der WM in den USA insgesamt fünf Tore. Nicht aber während des gesamten Turnier, hier waren es sechs, sondern in einem einzigen Spiel. Beim 6:1-Sieg gegen Kamerun zappelte der Ball zwischen der 16. und 75. Minute fünf Mal im Tor von Jacques Songo’o. Torschütze jedes Mal: Oleg Salenko. Rekord. Gemeinsam mit Hristo Stoitchkov wird er damals WM-Torschützenkönig. Was den Russen an sich jedoch nicht weiter half: Nach Niederlagen gegen den späteren Weltmeister Brasilien (0:2) und gegen Schweden (1:3) war die Vorrunde bereits Endstation.

Das soll in diesem Jahr anders werden. Nach dem Zerfall der UdSSR 1994 wäre der anvisierte Achtelfinaleinzug ein großer Erfolg. Das Vorrundenaus von 1994 wiederholte sich 2002 in Südkorea. 1998, 2006 sowie 2010 war die Sbornaja bei den Endrunden nicht vertreten. Damit es mit dem russischen Fußball wieder bergauf geht, holte der Verband 2012 Fabio Capello als Auswahltrainer ins Boot. Vor allem ihm ist es zuzuschreiben, dass die Qualifikation für das Turnier in Brasilien gelang.

Keine Legionäre

Der Italiener setzt ausnahmslos auf Spieler aus der russischen Premier Liga, Legionäre unerwünscht. Dafür hat er die Rückendeckung vom Verband. Oleg Salenko würde daher im heutigen Kader von Capello gar nicht auftauchen, spielte er 1994 doch in der spanischen Primera Division beim CD Logroñés.

Das Spiel am Sonntag gegen Belgien wird schwierig. Hier ein Unentschieden und im letzten Gruppenspiel ein Sieg gegen Algerien könnten für das ersehnte Ziel ausreichen. Vielleicht entpuppt sich ja Aleksey Ionov, Maksim Kanunnikov, Aleksandr Kerzhakov oder Alexsandr Kokorin als der neue Salenko. Mit dem Unterschied, dass die Tore dies Mal dem Weiterkommen nutzen.

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Im nächsten Beitrag widmen wir uns Südkorea.