WM-Kommentar: Deutsche Spieler sind zu satt

Bundestrainer Joachim Löw erklärt Thomas Müller, wie der das deutsche Spiel noch beeinflussen soll. Doch der Offensivspieler bewirkt gar nichts. Foto: dpa

Den WM-Pokal wollten sie erneut gewinnen. Als erste Mannschaft seit Brasilien 1962 den Titel erfolgreich verteidigen. Doch nun ist die deutsche Fußball-Nationalmannschaft beim...

Anzeige

. Von Bardo Rudolf

Das Aus in der Vorrunde ist eine herbe Enttäuschung insbesondere angesichts der Erfolge, die die Mannschaft in den vergangenen Jahren erreicht hatte. Halbfinale bei der EM 2016, Sieg beim Confed Cup 2017 mit einer B-Elf, die WM-Qualifikation ohne Verlustpunkt. Und jetzt ist die Mannschaft in der Vorrunde völlig verdient und mit nur drei Zählern aus drei Spielen ausgeschieden.

Es gibt eine Vielzahl von Gründen, die zum Aus geführt hat: Mehrere Spieler sind angeschlagen angereist, die Erdogan-Affäre hat für Unruhe gesorgt, die Unterkunft hat anders als vor vier Jahren keine echte Wohlfühlatmosphäre vermittelt, einige Personalentscheidungen haben nicht gefruchtet. Vor allem aber hat den Weltmeistern von 2014 unterbewusst die letzte Gier gefehlt, diesen Titel erneut zu gewinnen.

Die Mannschaft wirkte zu satt. Und Bundestrainer Joachim Löw hat für dieses Problem keine Lösung gefunden. Kündigen wird ihm der Deutsche Fußball-Bund (DFB) vermutlich nicht. Trotzdem sollte der Coach über einen Rücktritt nachdenken. Denn der Tiefpunkt von Russland kostet so viel Vertrauen in der Öffentlichkeit und auch in der Mannschaft, dass er dies vermutlich nicht wieder aufbauen kann. Auch wenn die Nachfolger-Suche zum jetzigen Zeitpunkt schwer wird: Ein Umbruch auf dieser Position würde der DFB-Elf ebenso gut tun wie ein Umbruch in der Mannschaft.