CDU und Grüne in Hessen gleichauf

Haben gut lachen: Während Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU, links) der beliebteste Politiker ist, legen die Grünen von Vize-Regierungschef Tarek Al-Wazir in Umfragen weiter zu. Foto: dpa

Von Juniorpartner kann keine Rede mehr sein: Die hessischen Grünen haben in der Wählergunst mit dem Koalitionspartner CDU gleichgezogen und liegen jetzt bei 25 Prozent.

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WIESBADEN. (chs). Die hessischen Grünen befinden sich weiter im Aufwind und haben in der Wählergunst zur CDU aufgeschlossen. Wenn am kommenden Sonntag Landtagswahl wäre, käme die CDU nach einer Umfrage des Instituts Infratest dimap im Auftrag des Hessischen Rundfunks auf 26 Prozent, verglichen mit der Wahl am 28. Oktober 2018 ein Minus von einem Prozentpunkt. Die Grünen könnten kräftig auf 25 Prozent zulegen (Wahlergebnis: 19,8 Prozent). Damit liegen beide Parteien, die seit 2014 gemeinsam regieren, praktisch gleichauf.

SPD kommt auf 16 Prozent

Mit der hessischen SPD geht es ein Vierteljahr nach dem Ausscheiden des dreimaligen Wahlverlierers Thorsten Schäfer-Gümbel weiter abwärts. Sie kommt mit neuer Parteiführung gerade noch auf 16 Prozent (minus 3,8 Punkte). Auch die AfD mit zwölf Prozent (minus 1,1) und die FDP mit sieben Prozent (minus 0,5) verlieren. Die Linke dagegen schneidet mit acht Prozent (plus 1,7) besser ab als zuvor.

Betrachtet man die Umfragewerte für das hessische Spitzenpersonal, kann Ministerpräsident Volker Bouffier den Höhenflug der Grünen ein wenig bremsen. 64 Prozent (sechs Prozent mehr als bei der vorigen HR-Umfrage im April 2019) sind mit der Arbeit des 68-jährigen CDU-Politikers zufrieden. Er hat damit den Vorsprung vor Vize-Regierungschef Tarek Al-Wazir (Grüne) auf sechs Punkte ausgebaut und den höchsten Wert seiner zehnjährigen Amtszeit erzielt. 71 Prozent der Befragten haben den Wunsch, dass Bouffier bis zur nächsten Landtagswahl im Herbst 2023 im Amt bleibt. Sogar die meisten Anhänger von AfD und Linkspartei wollen, dass Bouffier bis zum Ende der Legislaturperiode weitermacht.

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Die SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Nancy Faeser kann gegenüber der HR-Umfrage im April 2019 ein wenig Boden gutmachen: Mit ihr sind 21 Prozent (plus acht Punkte) der Befragten zufrieden, immerhin 26 Prozent (plus drei) trauen der Oppositionsführerin zu, die hessische SPD wieder nach vorne zu bringen.

Bei der Frage nach den wichtigsten politischen Themen werden Mieten und Einwanderung inzwischen im Vergleich zur vorigen Erhebung als weniger dringlich bewertet. Das Thema Bildung wird weiterhin als das wichtigste Problem gesehen (30 Prozent, plus eins). Mobilität und Verkehr (23 Prozent, minus fünf), Wohnen und Mieten (17 Prozent, minus drei) und das Thema Flüchtlinge und Einwanderung (15 Prozent, minus sieben) haben erkennbar an Bedeutung verloren. An Gewicht zugenommen bei der Frage nach den wichtigsten politischen Problemen haben dagegen soziale Ungerechtigkeit (neun Prozent, plus drei) und Arbeitslosigkeit (acht Prozent, plus drei).