Dreyer zum Impfen: „Für nächste Phase gut gewappnet“

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Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz.  Foto: dpa

Über 10.000 Corona-Impfstoffdosen täglich bekommt Rheinland-Pfalz bis zum Ende des ersten Quartals. Danach soll das Spritzen richtig Fahrt aufnehmen.

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MAINZ. Rheinland-Pfalz bekommt im ersten Quartal im Schnitt täglich 10.775 Impfdosen und ist bereit für die große Corona-Impfwelle ab April. „Ich sehe uns auch für die nächste Phase mit unserer Infrastruktur gut gewappnet“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Montag nach dem Impfgipfel von Bund und Ländern.

Zwar werde sich im ersten Quartal an der Impfmenge nur wenig ändern, Biontech aus Mainz zum Beispiel werde seine Gesamtliefermenge „nur“ von 8,9 auf zehn Millionen Dosen aufstocken. Aber danach rechnet Dreyer damit, dass das Spritzen Fahrt aufnimmt. Biontech will mit Pfizer allein im zweiten Quartal 75 Millionen Dosen produzieren und liefern. „Wir könnten jetzt schon 20.000 Menschen pro Tag in unseren Zentren impfen und noch weitere Impfstraßen einrichten“, so Dreyer. Der Impfgipfel, auf den sie massiv gedrängt hatte, sei insofern ein Erfolg gewesen, weil erstmals alle Beteiligten an einem Tisch saßen und nun Verlässlichkeit und Planungssicherheit herrschten. „Ich bin zufrieden, ich fand das sehr produktiv“, berichtete Dreyer.

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Erst zögerlich, dann rasant

Neben Biontech war auch der in Mainz beheimatete Spezialglashersteller Schott auf Dreyers Betreiben bei dem Treffen dabei. „Schott sorgt weltweit maßgeblich für die Verpackung des Impfstoffes, auch dabei kann es immer wieder zu Engpässen kommen“, betonte Dreyer. Insgesamt bleibe Rheinland-Pfalz bei seiner bisherigen Impfstrategie. Konkret bedeutet das: Weil man mit den Erstimpfungen im Dezember „etwas zögerlich“ begonnen habe, werde nun auch die Kurve der Zweitimpfungen flach beginnen und danach rasant ansteigen.

Vorerst nicht durchsetzen konnte sich Dreyer mit ihrem Wunsch, Lehrer, Erzieher und Polizisten früher als geplant (Gruppe 3) impfen zu lassen. Dem erteilten Vertreter der Ständigen Impfkommission des Bundes (StiKo) unter Verweis auf die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts eine Absage. Gleichwohl hofft Dreyer, dass man über diese Frage neu diskutieren kann, sobald ab dem 2. Quartal deutlich mehr Impfstoff zur Verfügung steht. Das Ziel, bis September jedem Bürger ein Impfangebot zu machen, hält Dreyer nach wie vor für „plausibel“ erreichbar.

Hier sehen Sie die Aufzeichnung der Pressekonferenz:

Von Ulrich Gerecke