Ein politischer Denker der Extraklasse

Herfried Münkler ist der 19. Inhaber der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur.Foto: dpa  Foto: dpa

Herfried Münkler ist Inhaber der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur 2018. Der ursprünglich aus dem hessischen Friedberg stammende 66-jährige Professor für...

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MAINZ. Herfried Münkler ist Inhaber der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur 2018. Der ursprünglich aus dem hessischen Friedberg stammende 66-jährige Professor für Politikwissenschaft an der Berliner Humboldt-Universität gehört zu den führenden Sozialwissenschaftlern in Deutschland. Seine Buchveröffentlichungen, darunter etwa „Die Deutschen und ihre Mythen“ (2009) oder „Der große Krieg. Die Welt 1914 bis 1918“ (2013) erfüllen nicht nur hohe wissenschaftliche Ansprüche, sondern erreichen auch ein breites Publikum. Aktuell steht sein im Oktober erschienenes Werk „Der Dreißigjährige Krieg“ in den Sachbuch-Bestsellerlisten. In der Politik wie in den Medien gilt Münkler als gefragter Experte. Mit Münkler ist es erneut gelungen, einen renommierten Gelehrten für die Stiftungsprofessur und die dazugehörige Vorlesungsreihe an der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität zu gewinnen. In diesem Jahr war der Informatiker und Experte für Künstliche Intelligenz Wolfgang Wahlster Inhaber der Stiftungsprofessur, zu seinen Vorgängern zählen unter anderem Karl Kardinal Lehmann (2009), der Sozialwissenschaftler Jan-Philipp Reemtsma (2008) und der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (2002). Die Stiftungsprofessur wurde im Jahr 2000 aus Anlass des 600. Geburtstags Gutenbergs von der „Vereinigung der Freunde der Universität Mainz“ ins Leben gerufen.

In seinen Vorlesungen an der Uni Mainz werde Münkler im Sommersemester 2018 „eine Brücke von der Politikwissenschaft über die politische Philosophie hin zur Geschichtswissenschaft schlagen“, kündigten die „Freunde“ sowie die Universität am Mittwoch an. Die Veranstaltungsreihe unter dem Titel: „Das politische Denken. Politische Ideengeschichte und die großen Herausforderungen unserer Gegenwart in zehn Erkundungsschritten“ werde sich nicht auf historische Betrachtungen beschränken, sondern erhebe auch den Aspruch, Erkenntnisse für den Umgang mit aktuellen Problemen zu gewinnen. Zu den Themen, denen sich Münkler gemeinsam mit seinen Gästen widmen will, zählen: der Staat und seine Räson, Imperien und ihr Anspruch auf Weltherrschaft, Tyrannis und Diktatur, Krieg und neue Kriege sowie die ordnungsstiftende Kraft der Verfassung.