Fernunterricht an Schulen in Rheinland-Pfalz wird verlängert

aus Coronavirus-Pandemie

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Eine Schülerin im Fernunterricht. Symbolfoto: dpa

Die Schüler in Rheinland-Pfalz sollen auch weiterhin möglichst Zuhause unterrichtet werden. Es solle nur wenige Sonderregelungen geben, sagte Bildungsministerin Hubig.

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RHEINLAND-PFALZ. Gern macht Stefanie Hubig das nicht. „Ich setze mich für jede Stunde ein, für jedes Kind und jeden Jugendlichen“, versichert die rheinland-pfälzische Bildungsministerin. Präsenzunterricht an den Schulen bleibt für die SPD-Politiker das Ziel, auch wenn das Corona-Virus weiter etwas dagegen hat.

Schweren Herzens hat Hubig deshalb den Fernunterricht, der eigentlich bis 15. Januar angesetzt war, um eine Woche verlängert. Ab dem 25. Januar sollen, wenn es die Infektionslage zulässt, dann die Jahrgangsstufen 1 bis 6 zumindest in den Wechselbetrieb gehen, ab 15. Januar die Abschlussklassen in geteilten Gruppen in die Schulen kommen dürfen.

Als nächster Schritt des Stufenplans, bei dem die Schulen Gestaltungsspielräume je nach Infektionslage bekommen, kehren die Klassen 1 bis 6 in den Präsenzbetrieb zurück, die älteren Jahrgänge zum Wechselmodell. Ob das schon am 1. Februar zum jetzt terminierten Ende des allgemeinen Lockdowns klappt, ist allerdings völlig offen.

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„Ich hätte mir gewünscht, dass wir mehr Möglichkeiten bekommen“, sagte Hubig, aber die Vorgaben von Bund und Landeschefs ließen mehr oder frühere Präsenz nicht zu. Bei den Kitas schöpft Rheinland-Pfalz derweil den Rahmen aus: Sie bleiben offen, aber Hubig erneuerte und verschärfte ihren Appell an die Eltern, Kinder möglichst zu Hause zu lassen. „Das ist hart und schwierig, ich weiß das.“ Bisher seien zwischen 13 und 36 Prozent der Kinder in Einrichtungen aufgetaucht. „Die Kitas sind nicht zu voll“, versicherte Hubig, aber es gebe einen Bedarf.

Die Öffnung sei immer noch besser als eine Schließung mit Notbetrieb nur für systemrelevante Berufe. Damit hätten andere Länder im ersten Lockdown schlechte Erfahrungen gemacht. Hubigs rief auch die Arbeitgeber auf, die Nöte betreuender Eltern zu berücksichtigen, wobei sie weiß, dass ihre Mittel begrenzt sind: „Diesen Konflikt kann die Politik nicht lösen.“

Trotz Aussetzern: Land hält Moodle für die richtige Wahl

Zum Gelingen des Fernunterrichts muss auch die Technik beitragen. Laut Birgit Pikowsky, Leiterin des Pädagogischen Landesinstituts, wird das gelingen, trotz der vielen Aussetzer der Plattformen Moodle und Big Blue Button an den ersten drei Schultagen, die auch auf Angriffe von außen zurückzuführen sind. „Es tut uns leid, dass es noch nicht rund läuft, ich habe Verständnis für die Emotionen, die Unzufriedenheit oder auch die Häme“, sagte Pikowsky. Dennoch sehe sie „keine unlösbaren Herausforderungen oder ein Totalversagen“.

Mittlerweile laufe die Videokonferenz-Plattform Big Blue Button „stabil“, bei Moodle „gibt es in Spitzenzeiten nach wie vor Aussetzer“. Die Auslastung der Systeme sei hoch: Am Mittwoch gab es über 273.000 Logins und drei Millionen Schüler-Aktivitäten auf Moodle sowie 28.000 Videokonferenzen mit 170.000 Nutzern auf Big Blue Button.

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„Vielleicht haben wir die Probleme zu spät kommuniziert“, gestand Pikowsky. Dennoch seien die Schulen gut vorbereitet gewesen und beide Systeme mit Blick auf die Datensicherheit die richtige Wahl. Dem Nutzer, der Moodle mit einem DDos-Angriff von 10.000 unmotivierten Zugriffen pro Sekunde zu Fall brachte, ist jetzt die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz auf der Spur.

Von Ulrich Gerecke