Fiat filmt und feiert die Vergangenheit

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Im Heritage Hub befinden sich etwa 250 Klassiker aus der Produktion der Fiat-Gruppe (Fiat, Alfa Romeo, Lancia). Foto: Chowanetz

Mit der Video-Serie "What's behind" betritt der FCA-Konzern Neuland. Noch spannender als die Filmpremiere war aber, sorry Fiat, der Besuch im Automuseum "Heritage Hub".

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. Fiat lädt ein ins Kino. Nicht irgendein Kino, sondern das berühmteste in Turin, das Jugendstil-Prachtstück „Lux“ aus den 30-er Jahren. Es geht aber auch nicht um irgendeinen Film , sondern um ein zweifellos ambitioniertes Projekt: Unter dem Titel „What´s behind“ will der FCA-Konzern (unter anderem: Fiat, Lancia, Alfa Romeo, Chrysler) in den kommenden Wochen und Monaten zunächst knapp ein Dutzend Filme mit einer Länge von sechs bis acht Minuten veröffentlichen, die einen, so die Macher, einmaligen Blick hinter die Kulissen der Fahrzeugproduktion und –erprobung ermöglichen.

Bereits die beiden ersten beiden Folgen über Kältetests im schwedischen Arjeplog und über die Hitzeerprobung in Upington/Südafrika zeigen, dass es sich bei „What´s behind“ nicht um nette, kleine Imagevideos handelt, sondern um – zumindest für Autofans – mitreißende Filme mit beeindruckenden Bildern. Schon die Tatsache, dass die beiden gezeigten Folgen auch auf der großen Leinwand zur Geltung kommen, zeigen die Wertigkeit des Materials. Mehrere Tausend Stunden hochauflösendes Videomaterial haben die Macher in aller Welt drehen lassen und vermitteln damit Einblicke in Teile der FCA-Welt, die der Allgemeinheit sonst verschlossen bleibt. Das Videomaterial erfüllt dabei einen Doppelzweck: Einerseits kann man als Autofan die einzelnen Folgen einfach genießen – zum Beispiel bei Youtube, andererseits sollen sie internationalen Medien auch als nutzbares Material für ihre Berichterstattung dienen.

250 klassische Autos im Heritage Hub

Während „What´s behind“ sozusagen einen Blick auf zukünftige Produkte des von FCA-Konzerns bietet, geht es im neueröffneten Turiner Heritage Hub um die Geschichte der Fiat-Gruppe und deren Kernmarken Fiat, Abarth und Lancia. In den Räumlichkeiten der ehemaligen mechanischen Produktionsstätte Nr. 81 im Fiat-Werk Mirafiori sind auf 15.000 Quadratmetern 250 Auto-Exponate zu sehen, einige davon zum ersten Mal. Kern der Ausstellung sind acht markenübergreifende Themenbereiche (zum Beispiel „Small and Safe“ oder „Records and Races“) mit jeweils acht zugehörigen Fahrzeugen. Wer nachrechnet, kommt auf 64 Autos. Die weiteren 190 gezeigten flankieren den zentralen Heritage-Bereich – leider ohne dass es zu den einzelnen Wagen hier eine Erläuterung gäbe. Allerdings ist der Heritage-Hub noch im Entstehen begriffen. Und der bislang unperfekte Charakter der Ausstellung macht – im Gegensatz zu manch „übergestaltetem“ Museum, einen besonderen Reiz aus. Dazu gehört auch, dass in einer Ecke der Halle Motoren und Karosserieteile gelagert sind, aus denen weitere alte Fahrzeuge entstehen sollen. Der Heritage Hub gilt auch als Werbevitrine für Dienstleistungen und Produkte von FCA Heritage, unter anderem die Abteilung „Reloaded by Creators“, in der Autoklassiker entweder in Kundenauftrag oder für FCA selbst restauriert werden.

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Noch ist der Heritage Hub nur nach Voranmeldung besuchbar. Der Schritt zu einem öffentlichen Automuseum wäre aber kein großer.