Im Familotel Landhaus Averbeck in der Lüneburger Heide...

Das Haupthaus mit Rezeption, Billard- und Spielzimmern trägt der Historie des Bauernhofs Rechnung. Er wurde als Hofstelle Hassel bereits 1357 urkundlich erwähnt. Foto: Familotel Landhaus Averbeck

Wenn eine Familie verreist, ist es gar nicht so einfach allen gerecht zu werden. Familienhotels haben sich darauf spezialisiert, dass kein Familienmitglied zu kurz kommt.

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. Es ist neun Uhr abends und die Sonne hat sich noch immer nicht verabschiedet. Ihr fällt es vielleicht genauso schwer, diesen Urlaubstag gehen zu lassen wie dem kleinen Mädchen, das gemeinsam mit seiner neuen Freundin im Stroh bei den Ponys liegt und leise vor sich hin kichert. Ein Glück, dass sie am nächsten Tag ausschlafen kann, denn den verbringt sie wieder im Familienhotel Landhaus Averbeck in Bergen. Der historische Bauernhof in der Lüneburger Heide nahe der Fachwerkstatt Celle hat sich dem Rundum-sorglos-Familienurlaub verschrieben. Wobei, ausschlafen wird bei den eifrigen Plänen, den die Mädels für den nächsten Tag schmieden, wohl nicht klappen: Um neun Uhr verabreden sie sich zum gemeinsamen Tiere Füttern – schließlich brauchen die Meerschweinchen, Ziegen, Hasen und Schweine ihr Frühstück. Und die anschließende Schatzsuche durch den Wald, die müssen sie auch unbedingt mitmachen. Ponyreiten steht sowieso außer Frage und auf keinen Fall fehlen dürfen sie beim Keramik Bemalen und bei der Planwagenfahrt. Dann wartet ja auch noch das Schwimmbad und Zumba könnte man doch auch mal ausprobieren. Die Kinderbetreuung, die im Landhaus Averbeck 56 Stunden in der Woche möglich ist, wird also vollumfänglich genutzt. Ein Service des Hotels ist es, dass die Kinder zweimal in der Woche schon zum Frühstück abgeholt werden, damit die Eltern in Ruhe ausschlafen können.

Das Kind ist also glücklich und die Mama auch. Denn für die gibt es auch jede Menge zu tun – oder sie lässt es eben bleiben. Passiert im Alltag ja nicht allzu oft, dass man einfach mal die Seele baumeln lassen kann. Das funktioniert hier, in der Natur zwischen Wiesen und Feldern dafür umso besser. Am Ende wird es eine gute Mischung: Zwischen einem zweiten oder dritten Kaffee – man muss nicht zählen, denn die Verpflegung, auch Tafelweine, Bier und Kaffeespezialitäten, sind inklusive – und dem Mittagessen fällt die Wahl auf Sport. Die motivierende Fitnesstrainerin Annika wartet schon mit Hanteln auf die Bewegungswilligen. Eine Stunde strammes Walken durch den schattigen Wald, unterbrochen von Dehn- und Fitnessübungen, sorgt für das notwendige gute Gewissen fürs Mittagsbuffet. Was man da findet, ist nicht das, was man befürchten könnte in einem Familienhotel. Die Klassiker Pommes und Würstchen sucht man vergebens. Dafür aber handgemachte Kartoffelecken, frische Fleisch- und vegetarische Gerichte und ein abwechslungsreiches Salatbuffet. Die beim Sport verbrannten Kalorien rechtfertigen sogar ein Eis aus der Selbstbedienungs-Kühltruhe, die den ganzen Tag zugänglich ist – was aber kaum ein Gast seinen Kindern verrät. Sind ja keine Anfänger-Eltern. Dafür aber zeigen sie ihnen gerne das Landlümmels – einen Indoor-Spielplatz, der direkt ans Restaurant grenzt.

Das Haupthaus mit Rezeption, Billard- und Spielzimmern trägt der Historie des Bauernhofs Rechnung. Er wurde als Hofstelle Hassel bereits 1357 urkundlich erwähnt. Foto: Familotel Landhaus Averbeck
Das Apartment im ehemaligen Schweinestall ist gemütlich und modern eingerichtet. Eigentlich viel zu schade, um nur darin zu schlafen. Foto: Familotel Landhaus Averbeck
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Und jetzt? Vielleicht ein Abstecher zum ehemaligen Pferdestall, in dem sich heute der Wellnessbereich befindet? Aber die finnische Sauna und die Bio-Dampf-Sauna können nicht wirklich locken bei einer Außentemperatur von 30 Grad und strahlendem Sonnenschein. Ein Fahrrad ausleihen und die Natur rund um den Hof kennenlernen? Oder einfach ein bisschen rumsitzen? Gute Idee. Denn gleich geht es schon zum gemeinsamen Keramik Bemalen mit den Kindern. „Uns ist es wichtig, dass die Familien gemeinsam Zeit verbringen und schöne Dinge erleben, an die sie sich später gerne zurückerinnern“, sagt Frauke Averbeck, die 1997 gemeinsam mit ihrem Mann Ross Stewart Pennington den Hof übernahm und ihn zum Familienhotel ausbaute. Für die Einrichtung ist sie verantwortlich. Das Haupthaus mit Rezeption, Billard- und Spielräumen trägt der Historie des Anwesens Rechnung, das als Hofstelle Hassel bereits 1357 urkundlich erwähnt wurde. Dicke Teppiche, Feinsteinzeug-Fliesen, Gemälde mit Jagdszenen, urige Ledersessel, Geweihe und Tierfelle prägen den Charakter.

Die Apartments und Zimmer hingegen sind modern eingerichtet. Dabei wird es nie zu kitschig, zu blau oder rosa – auch nicht in den Kinderzimmern. Auf dem Esstisch wartet jeden Tag eine frisch bestückte Obstschale, Tee und Kaffee kann man sich jederzeit zubereiten. Eigentlich ist das Appartement im ehemaligen Schweinehaus viel zu schade, um nur darin zu schlafen. Wäre es kühler, könnte man mit einem Buch auf dem Schaffell vor dem Ofen lümmeln.

Zur Kinderführung ins Celler Schloss

Generell hat man kaum den Drang, das Hotel zu verlassen. Für die Kinderführung „Barock – Baröckchen“ im Celler Schloss aber lohnt es sich trotzdem. Das Fachwerkstädtchen ist nur ein paar Kilometer entfernt und das Celler Schloss beherbergt außerdem das älteste heute noch bespielte Barocktheater Europas. Die Führung ist klasse und pädagogisch äußerst wertvoll: Noch Wochen später wird jedem, der es wissen will, erzählt, warum die Könige und Königinnen auf ihren Porträts nie lachen: Weil sie durch übermäßigen Zuckerkonsum und fehlende Zahnpflege faule Zähne hatten.

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Familienurlaub ist immer so eine Sache. Es ist gar nicht so leicht, alle glücklich zu machen – zu unterschiedlich sind oft die Bedürfnisse. Sie reichen von Nichtstun – also auch nicht kochen oder staubsaugen – über Sport treiben, Wellness, spielen, reiten und Abenteuer erleben. Das Familienhotel Landhaus Averbeck schafft es, alle Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen. Das aber ganz ohne dabei aufdringlich zu sein. Alles kann, nichts muss – außer sich wohlzufühlen.