„Müssen wieder die Arbeitsschuhe anziehen und marschieren“

David Wolf (links, gegen Patrick Reimer) und Co. wollen das Halbfinal-Ticket lösen. Foto: Gerold

„Do-or-Die-Game“ für Nürnberg: Die Adler Mannheim können am Freitag den Einzug ins Playoff-Halbfinale klarmachen und richten den Fokus nur auf diese Auswärtspartie.

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MANNHEIM. Pavel Gross und die Deutsche Eishockey-Liga (DEL), das ist so eine ganz, sagen wir, „spezielle“ Beziehung. Vor Wochen kritisierte der Tscheche nach einem Punktspiel seiner Adler, die Liga habe allen Trainern ein Pflaster auf den Mund geklebt. Auslöser war damals Schiedsrichter-Kritik, die sofort sanktioniert wird. Seitdem sagt Gross überhaupt nichts mehr, wenn es um die Belange der DEL geht. „Es hat keinen Sinn, das zu kommentieren“, meint er also süffisant, wenn er etwas zum Spielrhythmus in diesen Playoffs sagen soll. Hintergrund: In diesem Jahr machen die Playoffs zwischen Spiel drei und vier fünf Tage Pause. Früher wurde dienstags wieder gespielt. Zwischen Spiel fünf und sechs wird es wieder so sein. „Das habe ich als Trainer und Spieler noch nicht erlebt“, kommentiert Gross. Mehr sagt er lieber nicht.

Ob dann die Adler überhaupt noch mitmachen (müssen), haben sie selbst in der Hand. Denn den Mannheimern fehlt in der Best-of-seven-Serie gegen die Nürnberg Ice Tigers noch exakt ein Erfolg, um den Einzug ins Halbfinale klarzumachen. Und den wollen die Kurpfälzer bereits am Freitag im vierten Duell festzurren. Sollte das nicht klappen, böte sich am Sonntag (16.30 Uhr) im Heimspiel die nächste Möglichkeit.

Eins ist aber klar: Bei den Adlern richtet sich alle Konzentration auf das Duell am Freitag um 19.30 Uhr. Sie wollen das Halbfinale mit nach Hause bringen. Es würde gleichermaßen bedeuten, dass die Adler danach fast zwei Wochen Pause hätten, bevor es mit dem ersten Spiel im Halbfinale weiterginge.

Bis jetzt haben die Mannheimer die Serie gegen Nürnberg mit drei Siegen dominiert. Doch Pavel Gross sagt: „Es geht uns nicht nur um das Ergebnis, sondern um die Art und Weise, wie wir auftreten. Und da gibt es immer etwas zu verbessern, auch in diesem Stadium der Saison. Dieser Prozess endet nicht mit dem Beginn der Playoffs“, so der 50-Jährige. Dass die Adler in Nürnberg ein schweres Spiel erwartet, wissen sie. Für Nürnberg ist es ein „Do-or-Die-Game“, sie werden alles reinwerfen. „Und mit den Zuschauern im Rücken kann das da sehr ungemütlich werden. Wir wissen das aus dem zweiten Spiel“, sagt Gross und versucht seiner Mannschaft klarzumachen, dass sie keinen Prozentpunkt nachlassen darf. Gross macht es auf seine Art deutlich: „Wenn einer sagt, es läuft doch gut, dann muss er sich gleich eine klatschen. Wir müssen den nächsten Step machen. Und dafür müssen wir am Freitag wieder die Arbeitsschuhe anziehen und marschieren.“