Weiterer Niederlage vor dem Hessenderby

aus Rote Teufel Bad Nauheim

Thema folgen
Enttäuscht schaut Daniel Ketter. Sein EC Bad Nauheim kriegt zurzeit einfach nicht die Kurve zum Erfolg. Foto: Chuc

Bei der 3:4-Niederlage des EC Bad Nauheim gegen den ESV Kaufbeuren sorgt erneut nur die Top-Reihe für Gefahr. Schon heute es daheim im Hessenderby gegen die Löwen.

Anzeige

BAD NAUHEIM. Der mit dem Trainerwechsel angestrebte sportliche Erfolg scheint sich beim EC Bad Nauheim in der Deutschen Eishockey-Liga 2 einfach nicht einstellen zu wollen. Zwei Tage nach der knappen 3:4-Niederlage in Bad Tölz ging am Samstagabend auch die Heimpremiere des neuen Chefcoachs Harry Lange daneben. Gegen den ESV Kaufbeuren verloren die Badestädter erneut mit 3:4 (0:2, 2:1, 1:1). Eine bittere Niederlage im Hinblick auf die Playoff-Qualifikation, weil Kaufbeuren als derzeitiger Achter den Vorsprung gegenüber Bad Nauheim jetzt auf sieben Zähler ausbauen konnte.

"Wir haben eigentlich gut angefangen und aggressiv gespielt, waren vor dem eigenen Tor aber zu unaufmerksam und es kamen vorne zu wenige Schüsse. Am Ende waren wir dann vielleicht etwas zu kopflos. Nichtsdestotrotz kann es nicht sein, dass immer die gleichen Herrschaften bei uns die Tore schießen", war Harry Lange enttäuscht, dass einmal mehr nur die Top-Reihe mit Hohmann, Arniel und Pauli für erhöhte Gefahr vor dem gegnerischen Kasten sorgte.

In dem stand mit dem Ex-Füssener Benedikt Hötzinger ein 23-jähriger Oberligaspieler, der vom ESVK erst in der Woche verpflichtet worden war, nachdem neben Stefan Vajs auch noch Maximilian Meier ausgefallen war.

Bad Nauheim begann mit Schwung, hatte die ersten Möglichkeiten, doch das erste Tor erzielten die Allgäuer. Nach gut sechs Minuten führten die Gäste durch John Lammers, EC-Spieler Nicolas Cornett war im Rückwärtsgang gestolpert Nur wenig später der zweite Nackenschlag für Bad Nauheim: Branden Gracel erhöhte für Kaufbeuren auf 2:0, als die Scheibe im Slot liegen geblieben war.

Anzeige

Ein unglücklicher Rückstand für die Bad Nauheimer, die zu Beginn des Mitteldrittels aber verkürzen konnten. Pass von Cason Hohmann auf James Arniel und der marschierte ab durch die Mitte und ließ Benedikt Hötzinger im Tor keine Chance. Die Gäste schüttelten sich kurz und trafen durch Fabian Voit im Nachschuss zum 3:1, als Bad Nauheim nach einer Strafzeit gerade wieder komplett war, aber in der eigenen Defensive noch ungeordnet agierte. Genau 23 Sekunden danach die Antwort des EC nach dem bekannten Muster: Cason Hohmann zu James Arniel und der erzielte seinen 21. Saisontreffer zum 2:3.

Eiskalter Auftakt im Schlussdrittel durch die Gäste, als Bad Nauheim in der neutralen Zone die Scheibe verlor und Joseph Lewis den 2-auf-1-Konter zum 4:2 beendete. Diese Führung verteidigte der ESV Kaufbeuren bis in die Schlussphase hinein, ehe Christoph Körner 87 Sekunden vor der Sirene auf 3:4 verkürzte. Bad Nauheim setzte jetzt alles auf eine Karte, nahm auch noch Keeper Felix Bick vom Eis, doch Kaufbeuren rettete sich über die Zeit.

Bad Nauheim - Kaufbeuren 3:4 - Torfolge: 0:1 Lammers, 0:2 (11.) Gracel, 1:2 (22.) Arniel, 1:3 (29.) Voit, 2:3 (29.) Arniel, 2:4 (42.) Lewis, 3:4 (59.) Körner - Zuschauer: Keine - Strafminuten: Bad Nauheim 4, Kaufbeuren 4.

"Bereit sein oder heimgehen"

Bereits am heutigen Montag geht die Punktejagd für den EC Bad Nauheim weiter. Dann treffen die Badestädter um 19.30 Uhr auf eigenem Eis im prestigeträchtigen Hessenderby auf die Frankfurter Löwen. Frankfurt reist als Tabellenfünfter mit der Empfehlung des 5:2-Erfolgs gegen Crimmitschau an und will mit einem Sieg den Vormarsch in der Tabelle fortsetzen. Bad Nauheim steht dagegen unter dem Druck, nach dem Trainerwechsel endlich das erste Erfolgserlebnis einfahren zu müssen. Aus Sicht des EC kommt das Derby möglicherweise gerade zum rechten Zeitpunkt, um zusätzliche Energie freizusetzen. "Taktisch können wir nicht viel ändern, aber wir müssen mehr Schüsse zum gegnerischen Tor bringen. Zudem müssen die Jungs auch an den Sieg glauben", fordert der neue Coach Harry Lange. Über die notwendige Einstellung will Lange nicht groß reden. "Wer im Derby nicht bereit ist, kann gleich nach Hause gehen", sagt der Österreicher. Vor zwei Wochen war dieses Duell in Frankfurt mit der 1:5-Niederlage und dem zeitweisen trostlosen Auftritt der Gäste der Anfang vom Ende für Trainer Hannu Järvenpää.