Eintracht Frankfurt: Auch die neuen Stürmer treffen

aus Eintracht Frankfurt

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Andre Silva und Goncalo Paciencia jubeln nach einem Tor. Foto: dpa

Der Eintracht-Umbau im Sturm scheint zu funktionieren. Sowohl Goncalo Paciencia als auch Bast Dost und nun auch Neuzugang André Silva haben in den vergangenen Spielen getroffen.

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FRANKFURT. Manchmal hilft ein Blick zurück zur Einordnung: Die Frankfurter Eintracht steht nach dem fünften Spieltag besser da als vor einem Jahr. Und die Sorgen, die nach dem Verkauf von allen drei Topstürmern aufgekommen sind, erscheinen Stand jetzt grundlos. Nach fünf Spielen in der letzten Saison hatten die Frankfurter erst einen Sieg auf dem Konto und vier Punkte, jetzt sind es zwei Siege und sieben Punkte. Vor einem Jahr hatte Sébastien Haller dreimal getroffen, genauso wie jetzt Goncalo Paciencia. Luka Jovic war damals weder Stammspieler noch Torschütze und auch Ante Rebic hatte erst ein einziges Tor erzielt. Es könnte also sein, dass die Frankfurter mit ihrem neuen Sturm auf einem guten Weg sind. Denn nach Bas Dost im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf hat nun beim 2:2 gegen Borussia Dortmund auch André Silva zum ersten Mal getroffen.

Es sind nicht nur die Tore der Angreifer, die Hoffnung machen. „André arbeitet für die Mannschaft, ist läuferisch stark und hilft uns weiter“, lobte Trainer Adi Hütter. Keiner wird ihm widersprechen. Der 23 Jahre alte Portugiese Silva hat sich ziemlich schnell zurecht gefunden in seiner neuen beruflichen Heimat. „Ich habe immer das Vertrauen von Trainer und Mannschaft gespürt“, sagt er, „das hat mir viel geholfen.“ Silva hat gegen Dortmund auch zum ersten Mal so richtig die Wucht der Frankfurter Fans gespürt. Das Gefühl, dieses Publikum zu erleben, sei „einfach toll“, sagte er beeindruckt, „die Fans haben den Punktgewinn erst ermöglicht.“ Und er selbst natürlich mit seinem Treffer zum 1:1 nach Vorarbeit des deutliche verbesserten Djibril Sow, auch ein Neuer im Adler-Trikot. „Den Ball habe ich dann perfekt getroffen“, beschreibt Silva das Tor.

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Silva ist im Tausch mit Ante Rebic vom AC Mailand gekommen. Er ist ein völlig anderer Spielertyp, nicht mit solch urwüchsiger Kraft ausgestattet wie der Kroate, aber deutlich sicherer am Ball. Rebic hat lange Bälle gebraucht, Silva kann auch in den Fuß angespielt werden. „Er hat die Bälle gut festgemacht“, sagte der Trainer. Im Gesamtpaket ist der portugiesische Nationalstürmer schwer zu verteidigen, weil er viele Qualitäten vereint. Neben seiner Technik ist er auch mit einem guten Kopfballspiel gesegnet und ist durchaus auch in der Lage sich in Zweikämpfen zu behaupten. Einen guten Anfang hat er jedenfalls gemacht.

Bas Dost ist da noch nicht so weit. Aber auch auf dem Weg. Der Holländer bringt eine völlig andere Note ins Spiel der Eintracht. Er ist nicht so ballsicher wie sein Vorgänger Haller, am ehesten ist er vergleichbar mit Alex Meier. Auch Dost taucht manchmal im Spiel ab, ist aber dann blitzartig wieder torgefählich. Die Dortmunder jedenfalls hatten in der Schlussviertelstunde ihre liebe Mühe und Not mit der neuen Frankfurter Angriffswucht.

Dass Daichi Kamada dann mit seinem Schuss, den Thomas Delaney ins eigene Tor abfälschte, den Ausgleich erzwang, passt ins Bild. Denn niemand in Frankfurt erwartet, dass die neuen Stürmer bei all ihren Stärken tatsächlich so viele Tore schießen können wie in der letzten Saison die „Büffelherde“. Ausgeglichen werden soll dies durch mehr Torgefahr aus dem Mittelfeld. Kamada ist dafür prädestiniert. Er kommt häufig zum Schuss, ist durchaus gefährlich. Doch bislang hat ihm meist die Präzision gefehlt. Jetzt hat ihm ein Dortmunder auf die Sprünge geholfen.

Noch ein anderer Neuer kommt immer besser in die Spur: Djibril Sow. Dass er besser gespielt hat als zuletzt, lag an seiner etwas offensiveren Rolle und der defensiveren Absicherung durch von Gelson Fernandes. „Gelson hat uns sehr, sehr gutgetan“, sagte er später, „wir waren defensiv viel stabiler und dadurch kommen auch meine Stärken mehr zur Geltung.“ Sow kann genaue Pässe spielen, sieht die Lücken in der gegnerischen Abwehr. Was ihm hin und wieder noch abgeht, ist die Intensität des Spiels. Wird es ganz eng und muss er in den Zweikampf, verliert er ihn noch zu oft. Der Trainer war zufrieden und ist froh, dass er Sow auch nach den jüngsten schwächeren Leistungen das Vertrauen nicht entzogen hat. „Er hat eine Antwort gegeben und eine Reaktion gezeigt“, sagte Hütter.

Es sind erste kleine Schritte, die der Eintracht beim Neuaufbau bereits gelungen sind. „Es ist nicht so einfach, wenn es Jahr für Jahr einen Neuaufbau gibt“, räumte Sportvorstand Fredi Bobic nach dem Punktgewinn gegen den BVB ein, „dafür machen die Jungs das richtig gut.“ Sie sind also nicht unzufrieden bei der Eintracht mit dem Start in die neue Spielzeit. „Wir sind auf einem guten Weg“, glaubt Hütter.

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Von Peppi Schmitt