Eintracht Frankfurt: Paciencia schießt sich ins Team

aus Eintracht Frankfurt

Thema folgen
Goncalo Paciencia (hinten) jubelt mit Frankfurts Dominik Kohr nach dem 1:0 Treffer gegen AS Monaco. Foto: dpa

Trainer Hütter ist nach dem 1:1 gegen Monaco zufrieden mit seinen Spielern. Nun muss er eine Mannschaft zusammenstellen, die das kleine Fußball-Wunder in der Europa League...

Anzeige

FRANKFURT. Die Frankfurter Eintracht hat im ersten Spiel der neuen Saison gegen AS Monaco ein 1:1 (0:0) erreicht. Nach drei Tagen Training hatten die Frankfurter eine durchaus ansprechende Leistung gezeigt. Trainer Adi Hütter sollte später die Frage nach den „Erkenntnissen“ für das am Donnerstag in Basel stattfindende Rückspiel im Achtelfinale der Europa-League beantworten.

Seine ebenso ehrliche wie kurze Antwort: „Keine.“ Der Eintracht-Coach hatte darauf verzichtet dem Spiel gegen Monaco das Schild „Test“ umzuhängen“ und dementsprechend auch nicht seine vermeintliche Stammelf aufgestellt. Stattdessen mischte Hütter durch und wechselte zur zweiten Halbzeit komplett aus. Alleine Torhüter Kevin Trapp stand 90 Minuten auf dem Feld, alle Feldspieler bekamen die Gelegenheit 45 Minuten Spielpraxis zu sammeln. Der Trainer war zufrieden mit den Leistungen, nicht aber mit dem Resultat: „Das hat nicht gepasst, wir waren ja eigentlich über die gesamten 90 Minuten hinweg die bessere Mannschaft.“

Wer spielt in Basel?

Anzeige

Doch eine Nachlässigkeit von Verteidiger Evan Ndicka hatte den Monegassen fünf Minuten vor dem Ende noch zum Ausgleich verholfen. Nach einem zu schwachen Rückpass konnte Musaba Trapp zum 1:1 überwinden. Die Laune konnte das dem Frankfurter Trainer aber nicht vermiesen. „Die erste Halbzeit war ordentlich, in der zweiten Halbzeit haben wir es fußballerisch richtig gut gelöst“, lobte Hütter und zählte die vielen guten Ansätze auf: „Wir haben von hinten raus gut gespielt, waren ruhig am Ball, haben gut attackiert und hatten einige wichtige Balleroberungen“. Der Ertrag für diese Überlegenheit war mit dem Führungstor durch Goncalo Paciencia nach schöner Vorarbeit von Daichi Kamada allerdings deutlich zu gering. Der sonst so starke Kamada hätte bei einer sogenannten „Hundertprozentigen“ zwingend auf 2:0 erhöhen müssen, traf aber nur den Pfosten.

Hütter muss nun aus fünfzehn, sechzehn Spielern jene Mannschaft auswählen, die das kleine Fußball-Wunder in Basel vielleicht doch noch schaffen kann. In der Defensive deutet vieles auf die „Oldie“-Abwehr mit David Abraham, Makoto Hasebe und Martin Hinteregger hin. Im defensiven Mittelfeld ist Sebastian Rode gesetzt, im offensiven Mittelfeld Daichi Kamada, Filip Kostic auf Außen sowieso. Für den Angriff hat sich neben André Silva mit einer beherzten Leistung und seinem Treffer Goncalo Paciencia angeboten. „Ich habe mich sehr gut und fit gefühlt, in diesem Zustand kann ich dem Team helfen“, sagte der Portugiese.

Niko Kovac fiebert mit

Viele andere Aussagen und Einschätzungen des Trainers nach dem Spiel sind in Anbetracht des frühen Zeitpunktes der Saisonvorbereitung durchaus zu vernachlässigen. So wie das dezente Lob für die Rückkehrer Tuta („Ein Stellungsfehler, sonst resolut im Zweikampf“) und Aymen Barkok („Er war mutig, aber manchmal hat die Spannung gefehlt“), die neben ein wenig Licht auch einigen Schatten im Spiel hatten. Oder die Beurteilung vom bislang einzigen Neuzugang Ragnar Ache („Er hat die Gegner gut angelaufen“), der sehr fleißig unterwegs war, auch seine Schnelligkeit unter Beweis stellen konnte, freilich vor lauter Nervosität und Übereifer auch zu viele Fouls produzierte.

Monaco-Coach Niko Kovac sieht die Eintracht trotz des 0:3-Rückstandes in Basel nicht chancenlos. „Die Eintracht ist für dieses Spiel sehr gut aufgestellt“, sagte der frühere Frankfurter Coach, „ich bin Mitglied auf Lebenszeit bei der Eintracht, deswegen fiebere ich weiter mit und bin überzeugt, dass Adi das hier weiter gut hinbekommen wird.“

Anzeige

Von Peppi Schmitt