Eintracht schafft nur Remis gegen Aufsteiger Bielefeld

aus Eintracht Frankfurt

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Frankfurts Andre Silva (Mitte) und Bielefelds Amos Pieper (links) kämpfen um den Ball. Foto: dpa

Hart umkämpftes Unentschieden vor 6500 Zuschauern. Die Frankfurter Eintracht kommt zuhause gegen Arminia Bielefeld nicht über ein 1:1 hinaus.

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FRANKFURT. Das Publikum war Klasse, die Mannschaft nicht. Beim 1:1 (0:0) der Frankfurter Eintracht zum Saisonauftakt gegen Arminia Bielefeld sorgten 6500 Zuschauer für richtig viel Stimmung, feuerten die Spieler bis zur letzten Sekunde an und verabschiedeten sie trotz einer enttäuschenden und ernüchternden Leistung mit freundlichem Beifall. Das ist ihnen manchmal sicher nicht leicht gefallen, denn das Spiel der Frankfurter war unglaublich fehlerhaft. Die Eintracht war zwar haushoch überlegen, musste aber zunächst den Rückstand durch Cebiou Soukou hinnehmen, ehe André Silva der hochverdiente Ausgleich gelang.

Die Frankfurter hatten begonnen, als wollten sie den Aufsteigern zeigen, wie es so ist, in der Bundesliga auswärts zu spielen. Nach einer guten Viertelstunde lautete das Eckenverhältnis 6:1, kurz darauf 8:2. Doch zu den wirklich ganz klaren Chancen kam es nicht. Die Bielefelder, die 20, 30 Minuten brauchten, um den Respekt abzulegen, hielten zumindest hinten dicht. Und der Eintracht fehlte es an Kreativität, manchmal auch an Durchsetzungsvermögen. Filip Kostic blieb am linken Flügel ungewöhnlich blass, brachte vor allem kaum eine Flanke an den Mann. Bas Dost versuchte sich wieder einmal als heimlicher Spielmacher, vergaß darüber den Abschluss. Und Daichi Kamada verlor zu Beginn wieder einmal viele Zweikämpfe. Und so blieb ein übles Foul von Nathan de Medina an Sebastian Rode für lange Zeit der einzige Aufreger. Der Bielefelder war mit der gelben Karte gut bedient, verletzte sich bei seinem Foul aber selbst und musste kurz darauf ausgewechselt werden.

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Überlegen, aber ohne viele Chancen

Die Chancen der Eintracht waren dünn gesät. Bas Dost köpfte nach einer der ganz wenigen wirklich gefährlich vors Tor gegebenen Ecken dem Torwart genau in die Arme. Und Danny da Costa verfehlte mit einem Volleyschuss nach Flanke von Kostic das Tor ganz knapp. Noch knapper war es bei Da Costa dann vor dem eigenen Tor. Nach einer Ecke von Manuel Pietl lenkte der Frankfurter Verteidiger den Ball an den eigenen Pfosten. Die Bielefelder selbst kamen nicht ein einziges Mal zum Abschluss. Nach einer halben Stunde wurde die anfangs noch aktive Eintracht immer schwächer, nachlässiger, harmloser. Nichts klappte mehr, der Ball kam kaum einmal in die gefährliche Zone.

Ein Fan von Eintracht Frankfurt blickt auf das Stadion. Foto: dpa
Ein Fan von Eintracht Frankfurt blickt auf das Stadion. (© dpa)

Nach dem Wechsel spielte die Eintracht dann auf ihre Kurve. Die aber war als einzige im ganzen Stadion leer. Offenbar eine Geste für die „Ultras“, die es ja ablehnen, bei geringen Auslastungen der Stadien zu kommen. Für die Mannschaft aber war das optisch nun wieder ein Geisterspiel. Und kein gutes. In der 48. Minute hätte Hinteregger für die Führung sorgen müssen, doch er traf mit einem Kopfball aus kurzer Distanz nur die Latte. Die eingewechselten Steven Zuber (für Da Costa) und Aymen Barkok (für Kohr) hatten vorbereitet. Doch dann ging auf einmal der Schuss nach hinten los. Die Frankfurter Deckung war völlig entblößt, als die Bielefelder einer der ersten Konter spielten. Und tatsächlich mit Erfolg. Cebion Soukou war völlig alleine vor Kevin Trapp und brachte den Ball in der 51. Minute im Tor unter. Der Spielverlauf war damit total auf den Kopf gestellt.

Frankfurts Dominik Kohr (links) versucht den Ball um Bielefelds Nathan de Medina herumzuspielen.  Foto: dpa
Frankfurts Dominik Kohr (links) versucht den Ball um Bielefelds Nathan de Medina herumzuspielen. (© dpa)
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Die Eintracht war geschockt. Fast fünf Minuten brauchten die Gastgeber, um sich zu sortieren. Dann ging es wieder nach vorne. Und es dauerte nicht lange, bis der Ausgleich fiel. Nach einer Flanke von Kostic klappte das Kopfballdoppel. Erst verlängerte Bas Dost, dann nickte Andre Silva in der 63. Minute zum 1:1 ein. Auf den Torjäger ist eben Verlass. Auf viele seiner Mitspieler war das diesmal nicht. Die Eintracht war zwar haushoch überlegen, aber sie tat sich unglaublich schwer, zu echten Chancen zu kommen. Die Bielefelder hatten nun nichts mehr im Sinn als über die Zeit zu kommen. Sie lagen auf den Boden, verzögerten ständig das Spiel, allen voran ihr Torwart Stefan Ortega. Schiedsrichter Benjamin Brand stand dem hilflos gegenüber. So wie die Eintracht dem Bielefelder Abwehrwall. Es war nur noch ein einziger Kopfball von Hinteregger, der Gefahr brachte, aber knapp vorbei flog. Dann noch eine Dreifach-Chance von Kamada, Dost und Silva, doch da hatte der Japaner vorher im Abseits gestanden.

Von Peppi Schmitt