Eintracht-Verteidiger Hinteregger im Wettlauf mit der Zeit

aus Eintracht Frankfurt

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Ob Martin Hinteregger (rechts, mit Bielefelds Fabian Kunze) am Wochenende gegen Dortmund auf dem Platz steht, ist noch fraglich. Foto: dpa

Der Frankfurter Innenverteidiger hat sich eine leichte Muskelverletzung zugezogen. Plötzlich wirkt der Eintracht-Kader gefährlich ausgedünnt.

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FRANKFURT. Leichte Entwarnung bei Martin Hinteregger: Der Abwehrchef der Frankfurter Eintracht hat beim Abschlusstraining vor dem Spiel in Leipzig (1:1) eine „leichte Zerrung der Faszie des linken Oberschenkels“ erlitten. Das haben die genauen medizinischen Untersuchungen ergeben. Die Eintracht hofft, dass Hinteregger im Laufe der Woche wieder ins Training einsteigen und dann auch am Samstag gegen Union Berlin spielen kann. Sicher aber ist das nicht, ein Wettlauf mit der Zeit hat begonnen.

Es ist erst zwei Wochen her, da konnte sich Trainer Adi Hütter über einen durch und durch gesunden Kader freuen. Zwei Tage vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart hatte die Eintracht gemeldet: Alle Spieler fit und einsatzfähig. Gerade der breite Kader sollte ein großer Trumpf für die Frankfurter beim Kampf um die Champions-League-Plätze werden. Das hat sich nun deutlich geändert und war am Sonntag beim Spiel in Leipzig sogar schwarz auf weiß sichtbar geworden. Nachdem mit Erik Durm und Martin Hinteregger zwei Stammkräfte kurzfristig ausgefallen waren, bestand der Kader nur aus neunzehn und nicht der erlaubten zwanzig Spieler. Die letzte Reihe auf dem offiziellen Mannschaftsbogen war frei geblieben. Ein wirkliches Problem war das in Leipzig noch nicht, denn es können ja sowieso „nur“ fünf Spieler eingewechselt werden. Der Trainer machte aber selbst davon nicht Gebrauch und schickte mit Aymen Barkok, Luka Jovic und Ragnar Ache lediglich drei frische Spieler in der letzten Viertelstunde aufs Feld.

Zwei Stammspieler gelbgesperrt

Mit Blick auf das Heimspiel am Samstag gegen Union Berlin aber ist die verschärfte Ausdünnung des Kaders nun doch besorgniserregend. Mit Tuta und Amin Younes sind zwei weitere Stammkräfte nach der jeweils fünften gelben Karte gesperrt. Dazu werden auf jeden Fall Almamy Touré (Sehnenverletzung) und Erik Durm (Zerrung des Hüftbeugermuskels) längerfristig fehlen, Touré bis zum Ende der Saison, Durm bis zum Ende des Monats. Der Einsatz von Martin Hinteregger bleibt fraglich. Am Rande sei erwähnt, dass die Eintracht im Winter mit Danny da Costa und Dominik Kohr schon zwei weitere potentielle Ergänzungsspieler nach Mainz abgegeben hatte. Der 22 Spieler umfassende Kader, plus vier Nachwuchskräfte, sollte ausreichen, war die allgemein vorherrschende Meinung. Bislang ist dies auch gutgegangen, jetzt aber könnte es zum ersten Mal eng werden.

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Das ist zunächst einmal eine einfache Rechenaufgabe. Fallen fünf Spieler von 22 aus, bleiben 17. Zieht man den zweiten Torhüter ab, hat der Trainer genau noch die erlaubten fünf Einwechselspieler, darunter mit Jetro Willems einen, der nach Kreuzbandriss in diesem Jahr noch keine einzige Spielminute auf dem Platz gestanden hat. Das bietet in jedem Fall den Nachwuchsspielern Yannick Brugger, Lukas Fahrenbach und Jabez Makanda die Gelegenheit auf der Bank mal reinzuschnuppern, was der Mannschaft aber im Ernstfall wohl nicht wirklich weiterhelfen würde.

Viele Optionen in der Offensive

Erschwerend kommt für den Frankfurter Trainer hinzu, dass mit Touré, Tuta und Durm gleich drei Spieler für die rechte Seite ausfallen. Da bleiben eigentlich nur noch Timothy Chandler als defensive und Aymen Barkok als offensive Variante für den Flügel. Der Trainer bringt zudem noch Steven Zuber ins Spiel. „Der kann das auch“, sagt Adi Hütter. Freilich ist Zuber eher für die linke Seite geeignet. Eng ist es auch in der letzten Reihe. Fällt Hinteregger aus, gibt es für die Dreierabwehr nur noch genau drei Spieler, Stefan Ilsanker, Makoto Hasebe und Evan Ndicka.

In der Offensive sind die Möglichkeiten dagegen auch ohne Younes noch immer groß. Luka Jovic wird wohl zu seinem nächsten Anfangself-Einsatz kommen, Ragnar Ache wäre dann der Stürmer, der von der Bank aus nachgeschoben werden könnte. „Wir werden auf jeden Fall eine Mannschaft aufs Feld schicken, die gegen Union gewinnen kann“, sagt der Trainer. Und hofft auf gutes Heilfleisch bei Hinteregger.

Von Peppi Schmitt