„Jetzt geht es ans Eingemachte“ für die Eintracht

aus Eintracht Frankfurt

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Wieder mittendrin im Mannschaftstraining: Djibril Sow (Mitte) ist aber noch keine Option für das Europa-League-Spiel der Frankfurter Eintracht in Straßburg. Erik Durm (rechts daneben) könnte am Donnerstag  zum Einsatz kommen, während Nicolai Müller (hinten) derzeit überhaupt keine Rolle beim Fußball-Bundesligisten spielt. Foto: Jan Hübner

Die Hürde Straßburg in den Play-offs zur Gruppenphase in der Europa League ist die nächste große Herausforderung für die Frankfurter. Derweil ist ein Neuzugang wieder im Training.

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FRANKFURT. Im Pokal weiter, im Europapokal zwei Pflichtaufgaben souverän gemeistert, den Bundesligastart erfolgreich bewältigt, schon sechs Pflichtspiele gewonnen – die Frankfurter Eintracht könnte sich in normalen Zeiten über einen perfekten Saisonstart freuen. Doch in diesem Sommer sind die Zeiten für den Fußball-Bundesligisten nicht normal. Durch die Europa-League (EL)-Qualifikation ist alles anders, alles dichter, alles stressiger. Und so blickte Vorstand Axel Hellmann nach dem 1:0 gegen die TSG Hoffenheim schon gleich nach vorne. „Jetzt kommen die beiden entscheidenden Spiele, jetzt geht es ans Eingemachte“, sagte er, „sollten wir wieder die Gruppenphase erreichen, wird diese Saison ihre ganz eigene Geschichte schreiben.“

Am Donnerstag tritt die Eintracht in den sogenannten „Play-Offs“ zur EL bei Racing Straßburg an, am Donnerstag darauf findet das Rückspiel statt. Hellmanns Auftrag: „Mit aller Kraft und Konzentration müssen wir diese Hürde noch nehmen.“

So ist das in diesem Jahr. Die Hatz hat schon begonnen, obwohl die Saison noch in den Kinderschuhen steckt. Die Eintracht scheint gut vorbereitet auf die nächsten schweren zweieinhalb Wochen. Trainer Adi Hütter ist es gut gelungen, die Spieler konditionell, mental und spieltaktisch ins Laufen zu bringen. Der Erfolg gegen Hoffenheim war ein Sieg der Reife und des Willens. Schon beim ersten wirklichen Härtefall der Saison hat sich der deutlich breitere Kader bewährt.

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Hütter hatte die Gelegenheit, taktisch zu variieren, ließ überraschend nur mit einer Spitze (Ante Rebic) spielen und die Mannschaft übte dennoch großen Druck auf den Gegner aus. „Es war ein Risiko“, gab er nachher bereitwillig zu, weil auch ihm klar ist, dass sich gerade Rebic am wohlsten neben einem oder gar zwei Stürmern fühlt. Gegen Hoffenheim aber war das System passend.

Da spielten Daichi Kamada und Mijat Gacinovic von Anfang an als „hängende Spitzen“ und da fand sich dann überraschend mit Goncalo Paciencia der neben Rebic vermeintlich einzig gesetzte Angreifer auf der Bank wieder. Diese sei „kein Zeichen“ für eine Unzufriedenheit mit Paciencia gewesen, versicherte Hütter, vielmehr war es ein Zeichen, dass der Frankfurter Trainer die verschiedenen Möglichkeiten, die ihm der Kader bietet, konsequent einsetzen will. Kamada machte seine Sache „richtig gut“ (Hütter), hat den ersten Beweis angetreten, dass er auch bei erhöhten Anforderungen in der Bundesliga mithalten kann. Und Gacinovic spielte um Längen besser als in den meisten Spielen zuvor.

Die Auswahl wird noch größer in den nächsten Wochen. Djibril Sow ist nach seinem Sehnenriss im Oberschenkel früher ins Training zurückgekehrt als erwartet. Und mit Bas Dost ist ein neuer Mittelstürmer auf dem Weg. Am Montag haben jene trainiert, die wenig oder gar nicht gespielt haben. Darunter waren mit Sebastian Rode, Johnny de Guzman, Erik Durm, Evan Ndicka und Paciencia Spieler mit Startelf-Potenzial.

Dost wurde am Montag erwartet, spätestens am Dienstag soll der Transfer des 30 Jahre alten Mittelstürmers von Sporting Lissabon über die Bühne gebracht werden. Damit werde „eine Lücke geschlossen“, sagt der Trainer. Nach einem Angreifer wie dem Holländer haben sie bei der Eintracht lange gesucht. Ob Dost nun erste, zweite oder dritte Wahl war, spielt dabei keine Rolle. „Wir brauchen bei Außen wie Danny da Costa und besonders Filip Kostic Spieler in der Box, die Flanken verwerten können“, sagt Hütter. Dost soll dieser Stürmer sein, der es auch Rebic etwas leichter machen kann. „Ante hat es lieber, wenn ein anderer Stürmer dabei ist“, sagt der Trainer, „zusammen mit Dost könnte das eine gute Kombination sein.“

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Aus Sicht des Frankfurter Trainers würde mit Dost die letzte offene Position besetzt. Dann sei er mit dem Kader „sehr zufrieden“. Nur bei einem Abgang von Rebic müsste nochmal neu nachgedacht werden. Stand jetzt: Rebic bleibt. Schwierig könnte es für die Eintracht freilich werden, wenn der Kroate kurz vor Ende der Transferperiode (bis 2. September) einen neuen Verein finden würde.

Bis dahin sind noch zwei Wochen und vier Spiele zu überstehen. Über allem steht jetzt Straßburg. Hütter: „Wenn wir die schaffen, war es ein wirklich guter Start.“

Von Peppi Schmitt