Mainz 05: Mwene spricht über rassistische Beleidigung

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Ballsicher und laufstark: Phillipp Mwene. Archivfoto: dpa

Mainz 05-Profi Phillipp Mwene ist auf dem Spielfeld selbst schon mit rassistischen Äußerungen angegriffen worden. Am Dienstag sprach er darüber - mit einer klaren Botschaft.

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MAINZ. Phillipp Mwene, Fußball-Profi des Bundesligisten FSV Mainz 05, hat am Dienstag darüber berichtet, dass er vor zwei Jahren auf dem Feld von einem Gegenspieler „aufs Übelste rassistisch beleidigt“ worden sei. Damals spielte Mwene, Sohn eines Kenianers und einer Österreicherin ist, noch für den 1. FC Kaiserslautern. „Das hat mir gezeigt, dass Rassismus immer noch da ist. Ich glaube, dass es schon in die richtige Richtung geht, aber sehr langsam. Es ist ein schwieriges Thema. Aber es muss darüber gesprochen werden“, macht Mwene klar.

Den Vorfall und den Namen des Gegenspieler hatte Mwene damals nicht publik gemacht. „Das habe ich mir lange überlegt, es aber doch nicht gemacht, weil ich auch solchen Leuten die Chance geben will, sich darüber Gedanken zu machen, ob das das richtige ist. Ich wollte ihn nicht direkt an den Pranger stellen.“ Angesicht der aktuellen Diskussion zum Thema Rassismus erklärt Mwene aber: „Würde mir das heute noch mal passieren, würde ich es vielleicht anders handhaben. Auch jetzt in der jetzigen Zeit, wo das so ein extrem aktuelles Thema ist.“ Wie Mwene berichtet, war dies zwar der einzige rassistische Vorfall, den er als Profi auf dem Feld erlebt hat. „Aber es gibt bestimmt andere dunkelhäutige Spieler, die das schon öfter mitmachen mussten. Ich glaube, dass Spieler mit noch dunklerer Haut als ich da mehr einstecken müssen“, sagt Mwene.

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Ein großes Lob spricht er indes Mainz 05 aus, dass eMainz 05- die Kündigung eines Vereinsmitglieds wegen der Vielzahl dunkelhäutiger Spieler im 05-Team veröffentlicht und verurteilt hat. „Wie Mainz 05 da gehandelt hat, fand ich wirklich sehr, sehr gut. Als ich den Brief des Mitglieds gelesen habe, war ich echt sauer und habe mich gewundert, dass es das so gibt. Und dass jemand im selben Absatz schreibt er sei kein Rassist, aber seine Mitgliedschaft kündigt, weil neun dunkelhäutige Spieler in der Startelf stehen. Da frage ich mich, ob manche Leute verstehen, was es heißt Rassist zu sein.“

Zugleich forderte Mwene alle Menschen auf, mutig gegen rassistische Beleidigungen vorzugehen. „Man muss auch anderen sagen: Das ist nicht in Ordnung so. Auch wenn jemand dumme Witze macht, gibt es immer welche, die davon betroffen sind und sich davon gekränkt fühlen. Manchen Leuten fehlt die Empathie, sich in unsere Situation hineinzuversetzen, wie wir uns fühlen, wenn man wegen seiner Hautfarbe beleidigt wird.“

Mwene erklärt auch, warum er sich so deutlich äußert: „Dadurch, dass ich Fußball-Profi bin und eine Reichweite habe, ist es wichtig, dass ich darüber spreche. Man muss die Aufmerksamkeit jetzt nutzen. Es hilft schon, wenn ich auch nur fünf, sechs, sieben Leute zum Umdenken bringe.“