Schwerer Eintracht-Spagat gegen gebeuteltes Schlusslicht

aus Eintracht Frankfurt

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Cheftrainer Oliver Glasner und Torwart Kevin Trapp (r) unterhalten sich beim Trainingsauftakt.

Die Spieler haben „Bock”, bei Hellmann „kribbelts“: Das erste Spiel im neuen Jahr gegen Schalke 04 könnte trotz klarer Favoritenrolle für die Frankfurter zum Geduldsspiel werden.

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Frankfurt. Es ist auf den Tag genau ein Jahr her, als die Frankfurter Eintracht am 21. Januar 2022 im eigenen Stadion gegen Arminia Bielefeld 0:2 verloren hat. Nach einer starken Vorrunde hatte an diesem trüben Freitagabend gegen den späteren Absteiger das Abrutschen in der Liga begonnen, das auf Platz elf endete. Eine Niederlage, die den Frankfurtern in diesen Tagen durchaus als Warnung dienen kann, auch wenn sich Vergleiche im Abstand von zwölf Monaten nur schwer ziehen lassen. „Die Mannschaft hat sich deutlich weiterentwickelt“, sagt Sportvorstand Markus Krösche, „so leicht bringt uns nichts mehr aus der Ruhe.“ Vor einem Jahr war das Stadion mit genau 1000 Zuschauern (!) ausverkauft, Corona hatte die Bundesliga noch fest im Griff. An diesem Samstag wird die Arena wieder voll besetzt sein, diesmal aber mit 49.000 Zuschauern. Die Vorfreude ist bei allen groß. „Wir haben alle Bock, dass es wieder losgeht“, sagt Verteidiger Christopher Lenz. „Wir hatten jetzt über zwei Monate kein Pflichtspiel und freuen uns, dass es endlich wieder losgeht“, sagt Trainer Oliver Glasner, „wir wollen mit einem Heimsieg in das Jahr 2023 starten”. Und auch Vorstandssprecher Axel Hellmann kann es kaum erwarten. „Schalke 04 ist ein absoluter Traditionsverein, der mit voller Fankapelle hier ankommen wird. Es ist einer der Vereine, bei dem ich völlig unabhängig von Tabellenständen schon morgens ein gewisses Kribbeln habe, weil es ein großer und wuchtiger Klub ist“, sagt Vorstandssprecher Axel Hellmann.

Gleich im ersten Spiel des neuen Jahres ist die Eintracht gefordert, einerseits die klare Favoritenrolle anzunehmen und die eigene Stärke selbstbewusst durchzusetzen. Andererseits aber den gebeutelten Gegner, der als abgeschlagenes Schlusslicht anreist, ernst genug zu nehmen und sich auf ein womöglich kompliziertes Geduldsspiel einzulassen. Trainer Oliver Glasner mahnt: „Schalke hat eine sehr physische Mannschaft, die schnell nach vorne spielt. Sie werden hoch attackieren und versuchen, uns unter Druck zu setzen.“

Vor einem Jahr hatte die Eintracht die Vorrunde mit 27 Punkten auf Platz 6 beendet. Jetzt kann sie bei zwei noch ausstehenden Spielen besser abschneiden. Ein Sieg gegen Schalke und die 30-Punkte-Marke wäre schon nach dem 16. Spieltag geknackt, die Begegnung zum Vorrundenschluss am Mittwoch in Freiburg wäre ein Bonusspiel. Vor einem Jahr hatte die Eintracht nach den Rückschlägen in der Liga ziemlich schnell den Fokus auf die Europa-League gelegt. Das hatte sich ausgezahlt, soll diesmal aber keinesfalls wiederholt werden. Wettbewerbsprioritäten sollen nicht gesetzt werden. „Unser Ziel ist ganz klar, den vierten Platz in der Tabelle zu verteidigen“, fordert Sportchef Krösche an die Adresse der Spieler. Er glaubt, dass die Eintracht diesmal gut genug aufgestellt ist, um erfolgreich auf drei Hochzeiten zu tanzen.

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Tuta und Pellegrini fallen aus

Zum Jahresauftakt gibt es nur wenige personelle Probleme. Der Brasilianer Tuta fällt wegen einer Knöchelverletzung aus, soll aber schon nächste Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Und Luca Pellegrini plagt sich mit Wadenproblemen. Alle anderen sind fit und könnten gegen Schalke spielen. Offene Fragen zur Aufstellung gibt es kaum, alleine die Vertretung von Tuta ist noch nicht ganz entschiede. Der Trainer hatte unter der Woche mal mit Almmay Touré, mal mit Kristijan Jakic als rechter Innenverteidiger getestet. In der Abwehrmitte scheint Glasner sich für Hrvoje Smolcic und gegen Makoto Hasebe entschieden zu haben. Das ist durchaus ein wenig überraschend, denn Smiolcic hat noch kein einziges Mal in der Startaufstellung gestanden und soll nun den Abwehrchef geben. Zudem wäre gerade gegen tiefstehende Gegner, so werden die Schalker ja allenthalben erwartet, Hasebes gute und präzise Spieleröffnung ja eigentlich gefragt. Allerdings hat der Japaner unter der Woche ausgerechnet an seinem 39. Geburtstag wegen einer Erkältung eine Trainingspause einlegen müssen. Am Donnerstag und Freitag aber hat er wie der leicht angeschlagene Christopher Lenz schon wieder auf dem Platz gestanden.

Der Kader ist also prall gefüllt, potentielle Stammkräfte wie eben Hasebe, aber auch Kapitän Sebastian Rode, Christopher Lenz, Rafael Borré oder Lucas Alario werden zunächst auf der Bank sitzen.