SGE-Neuling Ragnar Ache: „Ich will jeden Tag dazulernen“

aus Eintracht Frankfurt

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Bei seinem Debüt für die deutsche U21 im November 2019 traf Ragnar Ache (M.) gleich für die DFB-Elf gegen Belgien.  Foto: dpa

Der Eintracht-Neuzugang hofft auf einen Einsatz im Test gegen den AS Monaco. Der Stürmer verrät, mit welchem speziellen Trainingsprogramm er sich zuletzt fitgehalten hat.

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FRANKFURT. Die Zeit ist knapp und trotzdem versucht Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter die Vorbereitung auf das Europacupspiel am nächsten Donnerstag in Basel mit Ziel und Maß anzugehen. „Nur“ einmal pro Tag wird bei der Eintracht aktuell trainiert. Dabei sind die 28 Feldspieler in zwei Gruppen aufgeteilt. Jene, die in Basel spielen dürfen, es gilt ja noch die Meldeliste aus der vergangenen Saison, und jene, die nach Leihgeschäften zurückgekehrt oder aus der Jugend aufgerückt sind. Ausnahme ist der einzige „echte“ Neuzugang, Ragnar Ache: Er ist zwar für Basel nicht spielberechtigt, gehört aber zur Trainingsgruppe der Stammkräfte. Ache wird wohl auch am Samstagabend (18 Uhr) beim Freundschaftsspiel gegen den AS Monaco sein Debüt im Adler-Trikot feiern dürfen, schließlich will der Trainer auch in Anbetracht der großen Hitze möglichst zwei kompletten Mannschaften je eine Halbzeit Spielpraxis geben. „Natürlich würde ich gerne spielen“, sagte Ache, den die Eintracht von Sparta Rotterdam geholt hat, „ich habe seit Februar nicht mehr gespielt und will mal schauen wie fit und wie gut ich bin.“

Die ersten Trainingseinheiten wie auch das erste Spiel sieht er als Teil eines großen Lernprozesses. „Ich schaue jeden Tag, wie das hier läuft, wie das im Training funktioniert“, sagte er bei seinem ersten öffentlichen Medien-Auftritt, „ich probiere jeden Tag ein bisschen was zu lernen.“ Der Stürmer, der bereits einmal in der deutschen U21-Nationalmannschaft ran durfte, gibt sich bescheiden und vorsichtig. Er weiß, dass die Bundesliga andere Anforderungen stellen wird als die holländische Liga und er weiß, dass die Konkurrenz groß sein wird.

Besonderen Kontakt pflegt er mit dem Stürmerkollegen Bas Dost. „Ich rede viel mit Bas“, sagt er. Grund: Mit dem holländischen Mittelstürmer kann er sich auf Holländisch unterhalten. Das vermittelt ein wenig Heimatgefühl, auch wenn er ja in Frankfurt geboren wurde. Doch den größten Teil seines Lebens hat er in Rotterdam verbracht. Zwar spricht er auch gut Deutsch, doch die eigentliche Muttersprache ist ein klein wenig verschütt gegangen.

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Der gebürtige Frankfurter spielte einst in Neu-Isenburg

Ein wenig schüchtern, aber durchaus sympathisch, ist der neue Frankfurter Stürmer aufgetreten. An Selbstvertrauen mangelt es ihm freilich nicht. „Kopfballstark, schnell und gut vorm Tor“, beantwortete er die Frage nach seinen Stärken. Da können sich die Frankfurter Fans ja auf einen richtig guten Stürmer freuen. Ache hat versprochen, dass er hart arbeiten will. Auf einen längeren Urlaub hat er aus Respekt vor der neuen Aufgabe verzichtet. „Die Liga in Holland ist ja früh abgebrochen worden, da konnte ich ja nicht einfach aufhören und habe weiter trainiert“, erzählt er. Mit einem privaten Trainer hat er unter anderem auch Kick-Boxen als Teil in sein privates Trainingsprogramm eingefügt. Bei diesem Kampfsport könne man lernen, immer weiterzumachen, sagt er, „wenn man beim Kick-Boxen müde ist, kann man nicht einfach aufgeben.“ Diese Willensschulung hofft er, auch beim Fußball umsetzen zu können. Als die Eintracht Anfang des Jahres Interesse gezeigt hatte, gab es für ihn kein langes Überlegen. „Ich bin hier aufgewachsen und komme nach Hause“, sagt der ehemalige Jugendspieler der Spvgg. 03 Neu-Isenburg, „ich bin zwar ein bisschen aufgeregt, aber ich freue mich riesig wieder hier zu sein.“

Bald wieder mit dem Ball per Du?

Während Ache sich erst noch an die neue Umgebung gewöhnen muss, versucht der Trainer die eingeschliffenen Abläufe zu reaktivieren. „Am Anfang sind vielleicht ein paar noch mit dem Ball per Sie“, zieht er einen Vergleich, „wir müssen sehen, dass wir so schnell wie möglich wieder per Du sind.“ Das soll schon beim Spiel gegen Monaco klappen. Dass Adi Hütter die Trainingseinheiten schon gleich wieder ohne Medienbeobachtung durchführen lässt, zeigt wie ernst der Eintracht-Trainer die Vorbereitung auf das Basel-Spiel inklusive des Tests gegen die Monegassen nimmt.

Von Peppi Schmitt