Eintracht-Ticker: Götze glaubt an neues Level mit Toppmöller

aus Eintracht Frankfurt

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Mario Götze im Eintracht-Trainingslager in Windischgarsten.
© René Vigneron

Die Zeit in Windischgarsten vergeht wie im Flug. Mehr als die Hälfte ist schon vorbei. Für Djibril Sow könnte es der letzte Tag bei der Eintracht sein. Unser Ticker.

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Windischgarsten/Österreich. Eine knappe Woche feilt Eintracht Frankfurt an den Grundlagen für die kommende Saison. Im österreichischen Windischgarsten bereitet Trainer Dino Toppmöller sein Team auf die neue Spielzeit vor.

Mittwoch, 26. Juli: Götze träumt von EM

Bei den Länderspielen im Sommer wurde er von Bundestrainer Hansi Flick nicht nominiert, die Europameisterschaft im kommenden Jahr in Deutschland hat Eintracht-Mittelfeldspieler Mario Götze aber noch nicht abgehakt. „In der Nationalmannschaft zu spielen, ist immer eine große Ehre. Gerade mit der EM in Deutschland ist das etwas Besonderes“, sagte der 31-Jährige auf einer Pressekonferenz am Rande des Trainingslagers in Windischgarsten. Sein Fokus liege aber „komplett auf dem hier und jetzt, auf Eintracht Frankfurt und den derzeitigen Herausforderungen.“

Mit Frankfurt hat er in der neuen Saison viel vor: „Wir haben große Ambitionen. Wenn man auf die Erfolge der letzten Jahre schaut, wollen wir daran anknüpfen.“ Götze ist davon überzeugt, dass dies mit dem neuen Trainer Dino Toppmöller gelingen kann. „Dino macht einen sehr klaren und aufgeräumten Eindruck. Im Training haben wir viele und gute Inhalte, die unser Spiel auf ein neues Level heben können.“

Sow vor Abgang

Es hatte sich über Monate hinweg angedeutet, dann doch länger gedauert als gedacht. Aber nun scheint Bewegung in die Personalie Djibril Sow zu kommen. Der Mittelfeldspieler hat bei der Eintracht noch einen Vertrag bis Sommer 2024. Jedoch hat der Schweizer schon in der vergangenen Saison seinen Wechselwunsch bei der sportlichen Führung der SGE hinterlegt. Bis Dienstagabend war es um den 26-Jährigen aber relativ ruhig, konkrete Angebote gab es für ihn nicht.

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Jetzt tut sich aber etwas. Laut des Transferexperten Fabrizio Romano soll Lazio Rom großes Interesse an Sow haben. Die Italiener befänden sich in „fortgeschrittenen Gesprächen“ mit dem Spieler und würden der Eintracht 15 Millionen Euro für Sow bezahlen. Es ist gut möglich, dass der Schweizer schon am heutigen Mittwoch nicht mehr bei der Vormittagseinheit in Windischgarsten dabei sein und das Trainingslager für Vertragsverhandlungen in Rom verlassen wird.

Dienstag, 25.7.: Co-Trainer stellen sich vor

Stefan Buck und Erwin Bradasch sind seit gut zwei Wochen in Frankfurt. Die beiden sind die Co-Trainer vom neuen Eintracht-Chefcoach Dino Toppmöller. Beide seien vom Team sehr gut aufgenommen worden. „Die Mannschaft und der Staff haben es einem leicht gemacht, gut anzukommen“, freut sich Buck, dessen Aufgabenbereich vor allem die Defensive sowie Standardsituationen sein werden. Bradasch kümmert sich entsprechend in erster Linie um die Offensive. Er kennt Toppmöller schon lange und weiß, dasss bei ihm auch im Trainerteam immer der Teamgedanke im Vordergrund steht. „Fußballerisch haben wir die gleiche Philosophie und menschlich passt es auch“, so der gebürtige Südhesse.

Kapitän Rode will seine letzte Saison genießen

Will noch einmal mit der Eintracht Gas geben: Kapitän Sebastian Rode.
Will noch einmal mit der Eintracht Gas geben: Kapitän Sebastian Rode.
© René Vigneron
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Sebastian Rode (32) geht in seine 13. Saison als Fußballprofi. Und in seine letzte. Im nächsten Sommer ist Schluss. Seine letzte Spielzeit als Profi möchte er genießen - so gut es geht. Der Kapitän der Frankfurter Eintracht hat am Rande des Trainingslagers in Windischgarsten über seine letzte Saison auf dem Spielfeld, über die Vergangenheit und die Zeit nach der aktiven Karriere gesprochen. 

Großer Run auf Heimspieltickets der Eintracht

Das Interesse an Eintracht Frankfurt ist ungebrochen. Die Fans scheinen sich riesig auf die neue Saison zu freuen. Denn die ersten Heimspiele der SGE, die im Vorverkauf waren, sind bereits jetzt restlos ausverkauft. Das betrifft folgende Spiele: Darmstadt, Köln, Freiburg, Heidenheim, Stuttgart und Gladbach.

Ragnar Ache verlässt SGE

Eintracht Frankfurt und der 1. FC Kaiserslautern haben sich auf einen Transfer von Ragnar Ache geeinigt. Der Stürmer war im Sommer 2020 von Sparta Rotterdam zu den Hessen gewechselt und hatte einen bis Ende Juni 2025 datierten Vertrag unterschrieben.

In den ersten zwei Spielzeiten unter dem Adlerdach verzeichnete Ache wettbewerbsübergreifend je ein Tor und eine Vorlage in 23 Spielen. Mit drei Kurzeinsätzen im Viertel- und Halbfinale der UEFA Europa League 2022 wirkte er auf dem Weg zum Europapokalsieg mit. Die vergangene Saison verbrachte der gebürtige Frankfurter leihweise bei der SpVgg Greuther Fürth. Für die Kleeblätter kam Ache auf 32 von 34 möglichen Ligabegegnungen, in denen ihm sieben Tore und vier Assists gelangen.

Hessische Spezialitäten am Trainingsplatz

Es ist inzwischen eine liebgewonnene Tradition am Rande der Sommertrainingslager von Eintracht Frankfurt: Das Handkäsfrühstück. Auch in diesem Jahr haben sich wieder zahlreiche Fans zusammengetan und ein großes Buffet mit leckeren hessischen Spezialitäten auf die Beine gestellt. Neben 2,8 Kilo Handkäs gab’s Wurtspezialitäten, Brezeln und Brot.

Und natürlich bekamen die rund 150 Eintracht-Anhänger auch keine trockene Kehle. Es standen Bier, Softdrinks und Frankfurter Mispelchen bereit. Auch Frankfurts Sportdirektor Timmo Hardung, Teammanager Patrick Zeilmann und die Spieler Jens Pette Hauge, Paxten Aaronson und Ellyes Skhiri ließen es sich schmecken. Amerikaner Aaronson war ganz begeistert: „Das ist richtig lecker.“ Und auch das Wetter war mit den Fans: Pünktlich zum Frühstück hörte es auf zu regnen und die Sonne kam raus.

Montag, 24.7.: Nachmittagstraining: Aufatmen als Kolo Muani endlich trifft

Es herrschte drückende Schwüle beim zweiten Training der Eintracht am Montag. Enges Kombinationsspiel, schnelles Umschalten nach Ballgewinnen und Überzahlspiel im Angriff lauteten unter anderem die Themenschwerpunkte. Dabei zeigte sich im abschließenden Spielchen über einen dreiviertel Platz, wie unendlich schwer sich die Mannschaft in diesen Tagen noch tut, Tore zu erzielen. Es sah so aus, als warte Trainer Dino Toppmöller auf einen Treffer, um die Spieler nicht mit einer „Nullnummer“ in den Feierabend zu schicken. Und am Ende war es Randal Kolo Muani, der für die Erlösung sorgte und Kevin Trapp mit einem mächtigen Schuss überwand. Dann war Schluss für Montag.

Mario Götze war erstmals wieder komplett am Ball in dieser Übungseinheit, dafür durften andere kürzertreten. Der Brasilianer Tuta (leichte Gehirnerschütterung) war ganz im Hotel geblieben, Christopher Lenz, Djibril Sow, Hrvoje Smolcic, Robin Koch, Sebastian Rode und Jesper Lindström standen nicht auf dem Platz, bewegten sich ein wenig auf dem Hometrainer. Überraschend mit dabei: Ansgar Knauff. Der 23-Jährige mischte beim Trainingsspiel eifrig mit. Eigentlich sollte er nach seinem Schlüsselbeinbruch erst in den kommenden Tagen wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.

Jessic Ngankam: „Frankfurt ist eine geile Mannschaft“

Jessic Ngankam ist seit einer Woche in Frankfurt und scheint sich schon pudelwohl zu fühlen. Am Rande des Trainingslagers in Österreich sprach der 23-Jähirge in höchsten Tönen von seiner neuen fußballerischen Heimat: „Frankfurt ist eine geile Mannschaft mit geilen Fans und einem geilen Stadion.“ Der Mittelstürmer ist davon überzeugt, dass er „vom Charakter her“ gut zum Team passe.

Mit dem neuen Coach Dino Toppmöller hatte er keine Anlaufschwierigkeiten. „Mit dem Trainer läuft alles gut. Ich habe das Gefühl, dass er mir viel beibringt.“ Und auch mit seinen neuen Teamkollegen versteht er sich auf Anhieb prima. „Ich bin überrascht, wie offen hier alle sind. Die Jungs haben mich hier gut aufgenommen“, freut sich der U21-Nationalspieler.

Die undankbare Saison mit seinem Heimatverein Hertha BSC Berlin, die mit dem Abstieg in die Zweite Liga endete, versucht der gebürtige Berliner hinter sich zu lassen. „Natürlich war es eine schwierige Saison in Berlin. Aber ich bin nach Frankfurt gewechselt, um in die Zukunft zu blicken und die vergangene Spielzeit abzuhaken“, so Ngankam.

Krösche glaubt an Verbleib von Kolo Muani

Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche hat einen klaren Plan, wer bleiben oder gehen soll. Wohl wissend, dass dies nicht alleine in seiner Hand liegt. „Das Transferfenster ist noch bis Ende August offen“, sagt Krösche im Trainingslager der SGE in Österreich. „Da kann und wird noch viel passieren.“ Am meisten freuen wird alle Fans der Eintracht und sicher auch die meisten in der Bundesliga seine Einschätzung über die Zukunft von Randal Kolo Muani. „Kolo hat nie gesagt, dass er gehen will“, wiederholt Krösche, „ich gehe stark davon aus, dass er bleibt.“

Eine Garantie sei das natürlich nicht. Denn der Frankfurter Sportchef weiß sehr wohl, dass es nicht nur eine sportliche Entscheidung des 24 Jahre alten Franzosen sein wird, sondern dass in letzter Konsequenz auch das Geld in Bezug auf Ablöse und Gehalt eine große Rolle spielen wird. Darum sei es nach wie vor eine „schwierige Situation“, räumt Krösche ein, „aber wir haben die Kontrolle.“ Das Preisschild, das die Eintracht ihrem Star umgehängt hat, liegt weit über 100 Millionen Euro.

Samstag, 22.7.: Nächste Pleite im Testspiel

1:2 gegen den TSV Steinbach-Haiger, am Samstag 2:3 bei der SG Barockstadt Fulda, zwei Niederlagen gegen Viertligisten innerhalb von fünf Tagen. „Das darf so nicht sein“, sagte Routinier Timothy Chandler kurz nach dem Abpfiff vor 5000 ob der Darbietung enttäuschten Zuschauern, bevor die Eintracht weiter nach Österreich ins Trainingslager reiste. In diesem gilt es, einige offene Fragen zu beantworten.