Trotz Zuschauersperre: Mehr als 3000 Eintracht-Fans in London?

aus Eintracht Frankfurt

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Eintracht-Trainer Adi Hütter. Foto: dpa

Eigentlich sollen die Eintracht-Fans beim anstehenden Europa-League-Spiel gegen Arsenal London ausgeschlossen sein. Doch natürlich werden einige Fans den Weg ins Stadion meistern.

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FRANKFURT. Es hätte so schön und so einfach sein können, das Spiel der Frankfurter Eintracht bei Arsenal London. Für die reiselustigen Fans, die sich monatelang auf dieses Spiel gefreut hatten. Für die Mannschaft, die schon fast alle Voraussetzungen für ein Weiterkommen in der Europa-League (EL) geschaffen hatten. Doch es ist alles anders gekommen in den letzten Wochen und so ist das Spiel am Donnerstagabend (21 Uhr) im Emirates-Stadion in der britischen Hauptstadt für die Fans alles andere als schön und für die Eintracht so richtig kompliziert.

Die Anhänger dürfen nichts ins Stadion, nachdem der europäische Verband UEFA den Klub mit einem Zuschauerausschluss für zwei Spiele bestraft hat. Die abermalige Randale eines geringen Teils der Fans hat dazu geführt. Und die Spieler haben in letzter Minute beim 1:2 in Lüttich die gute Ausgangsposition fürs Weiterkommen verdaddelt und stehen nun mit dem Rücken zur Wand.

Alle wollen nun das Beste draus machen. Die Fans der Eintracht, die sich zu Tausenden schon gleich nach der Auslosung im September Hotels und Flugtickets besorgt hatten, wollen auch ohne Tickets das Team nach London begleiten. Mit mehr als 3000 Frankfurtern darf gerechnet werden. Viele haben versucht, auf anderen als den offiziellen Kanälen an Eintrittskarten zu kommen. Wie vielen das gelungen ist, weiß niemand so genau. Auch in Lüttich vor drei Wochen war ja eine „Hundertschaft“ von Fans ins Stadion gelangt, übrigens ausgerechnet jene, die die Strafe verursacht hatten.

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Hütter: "Besser spielen als zuletzt"

Die Mannschaft hat einiges gutzumachen hat in diesen Tagen, Da waren nicht nur die Enttäuschungen in Europa mit dem 0:3 gegen Arsenal im Hinspiel und eben diesem vermaledeiten 1:2 in Lüttich, da waren zuletzt auch zwei Niederlagen in Folge in der Liga. „Wir müssen viel, viel besser spielen als zuletzt“, hat Trainer Adi Hütter ein Grundforderung an seine Mannschaft gestellt. Viele Spieler erinnern sich an den letzten Auftritt in London. Das war das Halbfinale in der vergangenen Saison, als die Eintracht nach tollem Spiel und einem 1:1 nach 120 Minuten erst im Elfmeterschießen dem späteren EL-Sieger Chelsea unterlegen war. „Wir wissen, was uns erwartet“, sagt Mijat Gacinovic, „Arsenal ist ein großer Verein, das wird also so ähnlich wie in Chelsea.“

Freilich ist der „Arsenal Football Club“ auch nicht besonders gut in Form und in der englischen Premiere-League auf den achten Platz zurückgefallen. Am letzten Samstag gab es den Abstiegskandidaten FC Southampton ein glückliches 2:2. Trainer Unay Emery ist höchst umstritten und kämpft um seinen Job, den er bei einer Niederlage gegen die Eintracht leicht verlieren könnte. Das macht es den Frankfurtern sicher nicht leichter. Das Selbstvertrauen der Londoner ist in diesen Tagen nicht besonders ausgeprägt, ganz ähnlich wie bei der Eintracht. Den Hessen hilft die Erinnerung an das letzte Auftreten in London.

Rode wird fehlen

„Wenn wir so spielen wie gegen Chelsea haben wir gegen jeden Gegner eine Chance“, sagt der serbische Nationalspieler Gacinovic. Ob die Eintracht dazu allerdings in der Lage ist, das ist die große Frage. Wie sehr sich die Frankfurter Mannschaft seit jenem 9. Mai verändert hat, zeigt, dass mit Abraham, Hinteregger, Hasebe, Da Costa und Kostic wahrscheinlich nur fünf Spieler gegen Arsenal in der Anfangself stehen werden, die damals gegen Chelsea begonnen haben.

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Die personellen Voraussetzungen für eine spielerische Wende sind gar nicht so schlecht, auch wenn mit Sebastian Rode möglicherweise ein ganz wichtiger Spieler fehlen wird. Rode hat beim Spiel gegen Wolfsburg am letzten Samstag einen Schlag aufs ohnehin lädierte Knie bekommen und seitdem noch nicht wieder mit der Mannschaft trainiert. Dem Aufgebot aber soll er dennoch angehören. Wieder dabei sind David Abraham und Gelson Fernandes. Und vor allem auch Frederik Rönnow. Der dänische Nationalspieler ist nach einer Grippe genesen und wird im Tor stehen. Als Vertreter wird Jan Zimmermann auf der Bank sitzen. Seit dem Spiel gegen Wolfsburg und bis hin zum Spiel in London macht sich die Eintracht rar in der Öffentlichkeit. Die Trainingseinheiten fanden und finden mit Ausnahme der von der UEFA vorgeschriebenen Viertelstunde am Mittwochabend im Geheimen statt. Auch Interviews zum Spiel hat es bisher nicht gegeben. Und so steht nur ein Versprechen von Mijat Gacinovic: „Wir werden alles geben“.

Von Peppi Schmitt