Tür nach Europa öffnet sich für die Eintracht einen Spalt

aus Eintracht Frankfurt

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 Frankfurts Filip Kostic (l) und Torschütze André Silva jubeln nach dem Tor zum 1:0 gegen Schalke 04. Foto: dpa

Das drittletzte Spiel der Saison hat die SGE gegen Schalke mit derart viel Spielfreude gewonnen, dass dem Team von Trainer Adi Hütter auf der Zielgeraden alles zuzutrauen ist.

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FRANKFURT. Nach dem ersten „Corona-Heimsieg“, dem hochverdienten 2:1 gegen den FC Schalke 04, wachsen bei der Frankfurter Eintracht die leisen Hoffnungen, vielleicht wieder über Platz sieben in die Europa-League zu rutschen. „Viel spricht nicht dafür, weil die anderen auch noch zwei Spiele haben. Aber wir geben alles – bis zur letzten Minute“, sagte Sebastian Rode, „so lange es möglich ist, wollen wir das Ziel im Auge behalten." Aber wie stehen die Chancen wirklich? Mit 41 Punkten liegen die Frankfurter fünf Zähler hinter dem VfL Wolfsburg und der TSG Hoffenheim (je 46) und vier hinter dem SC Freiburg (45). Zwei dieser vier Mannschaften werden in der nächsten Saison international spielen. Die Eintracht hat nur dann eine echte Chance, wenn sie ihre beiden Spiele gewinnt, am Samstag in Köln, am letzten Spieltag gegen Paderborn, und damit auf 47 Punkte kommt. Mindestens zwei der vor ihnen liegenden Mannschaften dürften kein Spiel mehr gewinnen. Nur dann könnte tatsächlich noch etwas gehen. „Wenn eine Tür nach Europa offen ist, versuchen wir, da reinzustoßen“, sagte Trainer Adi Hütter.

So richtig intensiv wollte er sich mit diesem Thema aber nicht beschäftigen. Der Frankfurter Trainer ist einfach nur froh, wie seine Mannschaft in den letzten Wochen aufgetreten ist. „Sechs Spiele, dreizehn Punkte, das spricht eine deutliche Sprache“, sagt er, „Kompliment an meine Mannschaft.“ Und Kompliment an ihn. Auch nach 52 Saisonspielen, wieder die meisten von allen in der Liga, wirken die Frankfurter auf der Zielgeraden noch einmal frisch und vor allem spielfreudig. Hütter ist es gelungen, allen Widrigkeiten zum Trotz, mit der Eintracht erneut eine ordentliche Saison hinzulegen. Selbst wenn es am Ende „nur“ Platz acht, neun oder zehn werden sollte.

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Anfang August soll Rückspiel gegen den FC Basel folgen

Die Erfolge im DFB-Pokal mit dem Erreichen des Halbfinales und in der Europa-League (EL) mit dem Erreichen des Achtelfinales haben gezeigt, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. In der EL wird es für die Eintracht am 5.oder 6.August mit dem Rückspiel beim FC Basel weitergehen. Da müssten die Frankfurter einen 0:3-Rückstand aufholen, um sich für das in Nordrhein-Westfalen stattfindende Endturnier zu qualifizieren. Erst einmal wird Hütter seinen Spielern viel Erholung gönnen. Nach dem letzten Spiel gegen Paderborn am 27.Juni gibt es drei Wochen Urlaub. „Die Jungs müssen mal richtig abschalten“, sagt er. Erst in den letzten beiden Juli-Wochen wird die Vorbereitung auf die neue Saison respektive das EL-Nachholspiel beginnen.

Dass dann der Trainer weiter Adi Hütter heißen wird, ist inzwischen mehr als wahrscheinlich. Zum einen läuft der Vertrag des 50 Jahre alten Österreichers noch bis 2021, zum anderen ist die beiderseitige Zufriedenheit groß, dass der Vertrag möglicherweise vorzeitig bis 2023 verlängert wird. Das wäre nicht weniger als logisch nach dieser nun bald abgelaufenen Saison. Alleine die Fähigkeit Hütters, die Mannschaft nach tiefen Krisen wieder auf ein hohes Niveau zu hieven, ist eine ganz besondere Qualität.

Spielweise hätte Begeisterungsstürme verdient gehabt

Gegen Schalke haben die Frankfurter eine Stunde lang hervorragenden Fußball gespielt. Dass die Gäste nur wenig Gegenwehr boten, ist nicht der Eintracht vorzuwerfen. „Wir hatten viele gute Lösungen“, sagte Hütter, „auch wenn wir mit den letzten 25 Minuten, so selbstkritisch sind wir, nicht zufrieden sein können, war es in der Summe ein absolut verdienter Sieg.“ Wer die Eintracht in den letzten Wochen am Bildschirm sieht, muss es noch mehr bedauern, dass keine Zuschauer in den Stadien sind. Die Spielweise und die Art und Weise der Torerzielungen, hätten durchaus für Begeisterungsstürme sorgen können. War das 2:1 vor ein paar Tagen in Berlin, als Daichi Kamada die Gegner austrickste und André Silva per Hacke vollendete, ein „Gesamtkunstwerk“, so war diesmal der Führungstreffer ein Tor aus dem Fußball-Lehrbuch für Konter. Filip Kostic hatte sich weit in der eigenen Hälfte den Ball erkämpft und Kamada mit einem Steilpass eingesetzt. Der Japaner hatte direkt weitergespielt auf Silva. Und der Portugiese, ganz Torjäger, hatte noch seinen Bewacher Juan Miranda ausgespielt und den Ball an Torwart Alexander Nübel vorbeigeschoben. Es war bereits der elfte Saisontreffer von Silva, der von Woche zu Woche besser wird. In Köln am Samstag wird er aber auf seinen kongenialen Partner Kamada verzichten müssen. Der hatte wegen Ballwegschlagens die gelbe Karte gesehen und ist nach jetzt fünf Verwarnungen gesperrt.

Von Peppi Schmitt