Will Daichi Kamada wirklich weg von der Eintracht?

aus Eintracht Frankfurt

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Mit Daichi Kamada (links) hat sich noch ein weiterer Eintracht-Frankfurt-Star in den Fokus gespielt.  Foto: Jan Hübner

Daichi Kamada liegt oft unter dem Radar. Doch der Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt hat einige Tore geschossen. Auch andere Klubs sollen Interesse an ihm haben.

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FRANKFURT. Die Frankfurter Eintracht möchte ihre Stars unbedingt behalten. Das hat der neue Sportvorstand Markus Krösche gleich zu seinem Einstand erklärt. André Silva, der portugiesische Torjäger, und Filip Kostic, der serbische Vorbereiter, sind die ersten Namen, die immer wieder fallen, wenn es um Begehrlichkeiten anderer Klubs an Frankfurter Leistungsträgern geht.

Mit Daichi Kamada hat sich aber noch ein weiterer Profi in den Fokus gespielt. Doch bei ihm sind die Einschätzungen ganz anders als bei Silva und Kostic. Die Angriffe anderer, reicherer Vereine abzuwehren und sie zu behalten, würde als erstes kleines Meisterstück für den neuen Sportchef gewertet. Bei Kamada könnten viele dagegen mit einem Verkauf leben, der Schmerz der Fans bei einem Verlust wäre nicht wirklich groß und könnte vom viel Geld durchaus aufgewogen werden.

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Dabei sprechen Daten, Zahlen und Fakten für die Klasse des Mittelfeldspielers. Der 24 Jahre alte Japaner hat fünf Tore geschossen und war an fünfzehn weiteren mit Vorlagen direkt beteiligt. Das sind überragende Werte für einen, der in der breiten Öffentlichkeit eher unter dem Radar fliegt. Im ehemaligen Trainer Adi Hütter hatte Kamada immer einen zuverlässigen Fürsprecher. Er hat Kamada „ganz großes Talent“ attestiert.

Karriere in der japanischen Nationalmannschaft

Es war sozusagen „Liebe auf den zweiten Blick“. Denn in seinem ersten Jahr in Frankfurt, vor der Saison 18/19, hatte Hütter Kamada noch gewogen und für zu leicht befunden. Der Mittelfeld-Techniker wurde nach Belgien ausgeliehen und machte bei SV St. Truiden den entscheidenden Schritt nach vorne. Nach der Rückkehr ein Jahr später konnte er Hütter überzeugen. Fortan war Kamada Stammkraft. Im September letzten Jahres wurde der Vertrag vorzeitig bis 2023 verlängert.

Der Marktwert des Spielers, den die Eintracht 2017 für läppische 1,7 Millionen Euro von Sagan Tosu aus Japan geholt hatte, ist in den letzten Monaten auf 16 Millionen Euro gestiegen (Quelle: Transfermarkt.de). Inzwischen macht Kamada auch Karriere in der japanischen Nationalmannschaft. Gerade hat er sein zehntes Länderspiel bestritten. All das sollte genügen, um ihm auch in Frankfurt einen hohen Stellenwert einzuräumen. Doch da gibt es ja auch noch die andere Seite von Daichi Kamada.

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Es gibt Spiele, da taucht er völlig unter, da winkt er nach misslungenen Aktionen frustriert ab, setzt bei Ballverlusten nicht nach, lässt Zweikampfhärte und Einsatzwillen vermissen. Die mangelnde „Körpersprache“ wird dann zu Recht kritisiert. Freilich: Die positiven Seiten überwiegen die negativen. Und Kamada ist jung genug, um an Schwächen zu arbeiten und sie auszumerzen.

Kamada wird Training Anfang Juli aufnehmen

Seit einigen Wochen wird er immer wieder mit anderen Klubs in Verbindung gebracht. Tottenham Hotspur aus England und der FC Sevilla aus Spanien sollen ein Auge auf ihn geworfen haben. Beides durchaus zahlungskräftige Vereine, die eine Ablösesumme zwischen 15 und 20 Millionen Euro stemmen könnten, die bei einem vorzeitigen Ausstieg aus dem Vertrag, der keine Ausstiegsklausel beinhaltet, fällig würden. „Es gibt kein einziges Angebot“, sagt Sportvorstand Krösche lakonisch. Ihm sei auch noch nicht zu Ohren gekommen, dass Kamada etwa wechselwillig sei, was immer wieder von einzelnen Medien kolportiert wird.

Und das Gerücht, angeblich passe Kamada nicht in das Konzept des neuen Trainers, wies er energisch zurück. „Kamada passt super in Oliver Glasners Philosophie“, sagt er.

Und so wird Daichi Kamada nach ein paar Tagen wegen der aktuellen Länderspiele verlängertem Urlaub Anfang Juli das Training bei der Eintracht aufnehmen. Und weiter auf jener Liste von Spielern stehen, die der neue Sportboss und der neue Trainer gerne behalten würden.

Von Peppi Schmitt