Einige Aufsteiger jubeln nur verhalten

Der SV Herborn war bei Facebook als erstes Team aus dem Fußballkreis Dillenburg mit einem "Corona-Meister-2020"-Fotomotiv am Start. Foto: SV Herborn

DillenburgDer am Samstag beschlossene Abbruch der Amateur-Fußballsaison 2019/ 2020 mit seinen wahrscheinlichen Konsequenzen für den Aufstieg und für den Klassenerhalt hat die...

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. DillenburgDer am Samstag beschlossene Abbruch der Amateur-Fußballsaison 2019/ 2020 mit seinen wahrscheinlichen Konsequenzen für den Aufstieg und für den Klassenerhalt hat die Fußballer in den sozialen Medien nicht überall elektrisiert.

Via Facebook war der SV Herborn, Spitzenreiter der C-Liga Dillenburg, Gruppe 1, als Schnellster und am Sonntagnachmittag auch als Einziger aus dem Fußballkreis Dillenburg mit einem Fotomotiv "Corona-Meister 2020" am Start. Etliche Meister, Aufsteiger und voraussichtlich Gerettete werden am Montag sicherlich mit Postings nachziehen.

Andere wie die Damen des TSV Bicken oder die Männer des FC Eintracht Haiger schickten am Wochenende ihren Konkurrenten oder ihren Nachbarvereinen via Facebook Glückwünsche zum Aufstieg oder zum Klassenerhalt. Die Haigerer hoffen als Dritter der C-Liga, Gruppe 1, dass die Relegation (über die Austragung ist noch nicht entschieden) doch noch zustande kommen wird. Das gilt ebenfalls für den VfL Fellerdilln, den Zweiten der A-Liga.

Andere wie Torsten Opitz, Trainer des Kreisoberliga-Tabellenführers SG Eschenburg, äußerten gegenüber der Redaktion: "Ich würde mit dem Feiern gern noch bis nach dem Verbandstag abwarten. Wir haben am Samstag nur einen Anhaltspunkt bekommen, was passieren könnte."

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Gruppenliga, TSV Steinbach (Zweiter und damit nach Empfehlung des HFV-Präsidiums Direktaufsteiger wie im Spielgeschehen für diese Liga vorgesehen); Spielertrainer Pierre Bellinghausen im Gespräch mit der Redaktion: "Eine andere Empfehlung als die Saison abzubrechen und berechtigte Mannschaften aufsteigen zu lassen, hätte mich mehr als überrascht. Andere Landesverbände haben eine solche Entscheidung schon viel früher getroffen. Eine Anullierung der Saison wäre meiner Meinung nach nicht richtig, da bereits zwei Drittel der Spiele absolviert sind. Und eine Fortsetzung der Runde hätte im Herbst alles durcheinandergebracht. Für uns ist es enorm wichtig, die Sache jetzt als abgeschlossen betrachten zu können. Wir sind mehr als glücklich über den Aufstieg. Es wäre eine Katastrophe gewesen, wenn wir es nicht geschafft hätten. Wir planen für die Verbandsliga, und unsere Personalplanung steht. Wegen der voraussichtlich größeren Ligen in der kommenden Runde wird unser Kader sehr breit aufgestellt sein."

Kreisoberliga, SG Eschenburg (Erster, 51 Punkte nach 19 Spielen und damit nach Empfehlung des HFV-Präsidiums Direktaufsteiger); Trainer Torsten Opitz im Gespräch mit der Redaktion: "Wenn wir zum Meister erklärt werden würden, dann hätten wir unser Saisonziel erreicht. Ob ich unter diesen Umständen von einem verdienten Titelgewinn sprechen würde, muss ich mir noch überlegen. Nach 19 Spielen vorn zu stehen, ist aber eine klare Tendenz. Wir stehen nicht zu Unrecht auf Platz eins. Es wäre schon ein schönes Gefühl, Meister zu sein, aber es wäre auch ein merkwürdiges Gefühl, denn die gesamte Situation ist unwirklich und lähmend. Wir haben am Samstag nur einen Anhaltspunkt bekommen, was passieren könnte. Ich würde mit dem Feiern gern noch bis nach dem Verbandstag warten. Im Moment schwingt Unsicherheit mit. Was mich stört, ist, dass im Blick auf die Relegation keine Entscheidung getroffen wurde. Ich würde es dem RSV Büblingshausen wirklich wünschen, dass er mit uns in die Gruppenliga aufsteigt."

RSV Büblingshausen (Zweiter, 47 Punkte nach 19 Spielen); via Facebook: "Glückwunsch an den "Corona-Meister" SG Eschenburg! Die Frage, in welcher Liga unserer "Erste" kommende Saison aufläuft, bleibt ungeklärt. Als Tabellenzweiter hätte das Team eigentlich die Berechtigung, an den Aufstiegsspielen teilzunehmen."

A-Liga, VfL Fellerdilln (Zweiter, 47 Punkte nach 21 Spielen, und damit auf dem Relegationsplatz stehend); via Facebook bereits am 10. Mai: "Immer mehr Verbände kommen zu aus unserer Sicht guten Lösungen" - mit Verlinkung zu einem Artikel über den Schleswig-Holsteinischen Fußballverband, der die ersten beiden Teams aus jeder Liga aufsteigen lässt.

C-Liga, Gruppe 1, SV Herborn (Erster mit 42 Punkten aus 15 Spielen, damit nach Empfehlung des HFV-Präsidiums Direktaufsteiger mit dem FSV Nanzenbach, der auf 33 Punkte aus 15 Spielen kommt); via Facebook: "SV Herborn ist CORONA-MEISTER und steigt in die B-Liga auf!"

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C-Liga, Gruppe 1, FC Eintracht Haiger (Dritter mit 29 Punkten aus 15 Spielen; die Mannschaft wäre in die Relegationsrunde gegangen); via Facebook: "Eine Entscheidung mit gutem Ausgang für unsere Kreisoberliga-Dillkreisvertreter. Glückwunsch, SSV Dillenburg, SSV Sechshelden und SSV Frohnhausen. So wie es aussieht, haben auch wir berechtigte Hoffnung, ebenfalls unser Ziel zu erreichen und den Aufstieg zu feiern, da wir den Aufstiegsrelegationsplatz belegen."

Frauen-Gruppenliga, TSV Bicken (als Team mit den wenigsten Spielen in der Spitzengruppe Dritter selbst nach Quotientenregelung mit 27 Punkten aus zwölf Spielen); via Facebook: "Wir gratulieren der SG Gansbachtal zum Aufstieg in die Verbandsliga. Wir freuen uns schon jetzt auf die neue Saison, die hoffentlich pünktlich starten kann."