Urgewalt Haaland ballert SVWW aus dem DFB-Pokal

Nicht zu stoppen: Hier bejubelt BVB-Stürmer Erling Haaland das zweite seiner drei Tore. SVWW-Keeper Florian Stritzel hatte ihn zuvor gefoult. Foto: dpa/Arne Dedert

Der SV Wehen Wiesbaden wehrt sich im DFB-Pokal tapfer gegen Borussia Dortmund. Doch Sturmtank Erling Haaland ist nicht in den Griff zu bekommen - und trifft dreifach.

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WIESBADEN. Die große Sensation ist ausgeblieben: Der Fußball-Drittligist SV Wehen Wiesbaden wehrt sich über 90 Minuten, gibt nie auf, aber verliert in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Borussia Dortmund verdient 0:3 (0:2). Entscheidend war die unglaubliche Wucht von Erling Haaland (27., 31./Foulelfmeter, 51.), der gleich drei Treffer erzielte. Die individuelle Klasse des BVB - und von Haaland - war vor den 4.882 Zuschauern in der ausverkauften Brita-Arena in den entscheidenden Szenen zu viel für die Hessen.

Ein weiteres Problem des SVWW an diesem Montagabend: Den Dortmundern, die das erste Pflichtspiel der Saison absolvierten, war die noch fehlende Wettkampfpraxis überhaupt nicht anzumerken. Nico Schulz (1.) kam direkt zur ersten BVB-Chance und auch zwei Minuten später hatten die Dortmunder Fans den Torschrei wohl schon auf den Lippen: Erst rettete Ahmet Gürleyen nach dem Schuss von Haaland auf der Linie, den Abpraller grätschte Sascha Mockenhaupt weg. Der SVWW hatte früh Glück, aber zeigte sich durch den Kopfball von Gustaf Nilsson (5.) ebenfalls erstmals vor dem BVB-Tor. Doch dann übernahm wieder der Bundesligist: SVWW-Keeper Florian Stritzel entschärfte einen Freistoß von Marco Reus (10.) klasse.

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Haaland trifft dreifach

Danach stand der SVWW rund 15 Minuten richtig gut. Die Hessen spielten mit Herz, halfen sich, warfen in die Zweikämpfe alles rein und wurden mutiger. Doch dann passierte es in der 27. Minute doch. Der BVB schaltete nach einem Angriff der Hessen schnell um. Reus fand Haaland, der trocken zum 1:0 für die Gäste versenkte. Einfach große individuelle Klasse, gegen die der SVWW nicht nur in dieser Szene chancenlos war. Denn rund drei Minuten später gab es quasi eine Wiederholung. Wieder war Haaland nicht zu halten, der mit schierer Urgewalt seine Gegenspieler einfach abschüttelte und von Stritzel nur per Foul zu stoppen war. Elfmeter. Der Norweger trat selbst an und verwandelte sicher - das 2:0 für den BVB.

Zu allem Überfluss verletzte sich bei der Entstehung des Elfmeters auch noch Nico Rieble, für ihn kam Dennis Kempe (33.). Immerhin: Bis zur Pause blieb es beim 0:2 aus Sicht der Hessen, die sich schüttelten und weiterkämpften. Zur zweiten Halbzeit stellte SVWW-Trainer Rüdiger Rehm dann auf eine Viererkette um. Und es war durchaus bemerkenswert, wie der SVWW weiter an sich glaubte und durch Emanuel Taffertshofer (48.) den ersten Abschluss nach der Pause verbuchte. Doch dieser Mut wurde nicht belohnt. In der 51. Minute war wieder Haaland durch, der den Ball irgendwie über die Linie stocherte. Sein drittes Tor an diesem Abend - einfach unglaublich.

Nilsson und Lankford versuchen es vergeblich

Dieser Treffer war dann der endgültige K.-o.-Schlag für die Hessen. Auch wenn es der SVWW weiter versuchte, durch Nilsson (62.) seine bis dato gefährlichste Aktion hatte - und auch der eingewechselte Kevin Lankford (66./86.) durchaus für Gefahr vor dem BVB-Kasten sorgte. Der SVWW arbeitete an einem eigenen Tor: Nach einer Ecke packte BVB-Keeper Gregor Kobel gerade noch zu (75.) und parierte dann auch den Schuss von Joker Maximilian Thiel (77.). Diesen ersten, wohl auch ein Stück erlösenden Saisontreffer hätte sich der SVWW nach zwei 0:0-Remis zum Saisonauftakt verdient. Doch er wollte nicht fallen, während auf der anderen Seite Stritzel klasse gegen Donyell Malen parierte. Den nächsten Anlauf nimmt der SVWW nun am 14. August (14 Uhr) beim kommenden Drittligaspiel in Osnabrück.