Kicken am Schwanenteich

Führt ihr Team auf die Asche des Schwanenteiches: Marissa Gieling (rechts). Foto: Wagner

"Mittelhessens Spielführerinnen": Marissa Gieling, Spielführerin der SpVgg. Blau-Weiß Gießen, liebt ihr Team und ihren Club - auch aufgrund der Location.

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. GIESSEN. Zwar schieben die Kontaktverbote aktuell auch dem Trainings- und Spielbetrieb der heimischen Fußballvereine einen Riegel vor, Zeit, um "Mittelhessens Spielführerinnen" unter die Lupe zu nehmen, bleibt dennoch. Wer sind die Leaderinnen der heimischen Vereine? Wieso haben sie sich für den Fußball entschieden und was waren bislang ihre Karriere-Highlights? Nummer zwei der Serie ist Marissa Gieling von der SpVgg. Blau-Weiß Gießen (Regionsoberliga Gießen/Marburg, Gruppe 2).

Mit dem Fußball begonnen habe ich im Alter von 16 Jahren beim Blomberger SV in Lippe, im Nordosten Nordrhein-Westfalens gelegen.

Für den Fußball habe ich mich entschieden, weil er schon immer eine Leidenschaft von mir war. Ich habe auch schon vor meiner aktiven Karriere sehr viele Spiele im Fernsehen geschaut, bei den Weltmeisterschaften beispielsweise nicht nur deutsche Spiele, sondern fast alles. Ich habe dann viele Sportarten mal ausprobiert, auch länger Handball, weil das in Blomberg fast jeder spielt. Dann habe ich eine Zeit lang Fuß- und Handball parallel gespielt, bin aber dann beim Fußball geblieben und habe es bislang auch nicht bereut.

Mein bestes Spiel, an das ich mich erinnern kann, war wohl mein allererstes für Blau-Weiß vor ungefähr zwei Jahren. Wir haben, glaube ich, 9:0 gewonnen. Ich habe zwar kein Tor geschossen, aber gleich sechs Stück vorbereitet.

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Mein größter sportlicher Erfolg war bislang ein Kreispokalsieg mit dem FC Donop/Voßheide, meinem zweiten Heimatverein.

Das kurioseste Ereignis auf dem Fußballplatz fand für mich bei einem Spiel unter der Woche statt. Wir sind erst eine ganze Zeit lang hingefahren, es hat dann heftig geregnet. Der Aschenplatz stand eigentlich komplett unter Wasser, der junge Schiedsrichter wusste aber wohl nicht, ob er abbrechen darf oder nicht. Wir hatten 2:0 geführt, dann sogar noch eine halbe Stunde weitergespielt, ehe dann doch abgebrochen wurde. Also mussten wir zur Neuaustragung eine Woche später noch einmal hin und haben dann verloren.

Mein persönliches Ziel im aktiven Fußball ist natürlich nicht so ambitioniert. Es ist schon mein Ziel - und das der Mannschaft -, dass wir uns immer weiter verbessern und es vielleicht mal unter die Top Fünf der Liga schaffen. Der Spaß steht bei uns aber absolut im Vordergrund.

Müsste ich meine Mannschaft beschreiben, dann würde ich sagen, dass wir eine super Gemeinschaft sind. Wir verstehen uns gut, haben Spaß im Training und unternehmen gemeinsam auch viele Aktivitäten abseits des Platzes. Uns ist es einfach wichtig, dass wir eine gute Stimmung im Team haben und es auch von den Leuten her zusammenpasst.

Spielführerin meiner Mannschaft zu sein, ist für mich etwas Besonderes, weil es zum einen eine Chance bietet, zum anderen eine große Herausforderung darstellt. Ich versuche natürlich, mich einzubringen, anderen zu helfen und denen, die noch nicht so lange dabei sind, etwas von meiner Erfahrung weiterzugeben. Aber diese Herausforderung bringt natürlich auch eine Verantwortung mit sich, die ich aber gerne übernehme.

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Die Leser sollten sich unbedingt mal eines unserer Spiele anschauen, weil wir einen solch schönen Platz haben. Spaß beiseite: Der Aschenplatz an der Ringallee ist natürlich nicht optimal. Ich würde schon lieber auf Rasen oder Kunstrasen spielen. Aber für Zuschauer bietet sich ein Besuch auch deswegen an, da man diesen mit einem entspannten Spaziergang um den Schwanenteich herum nutzen kann. Zudem denke ich, dass man sich unsere Mannschaft schon anschauen kann, da wir als Team auftreten und auch das Zusammenspiel gut ist. Wir müssten nur noch mehr Tore schießen.

Wenn ich nicht selbst Fußball spiele oder trainiere, unternehme ich normalerweise gerne andere sportliche Aktivitäten wie Wakeboarden im Sommer oder Radfahren an der Lahn. Zudem treffe ich mich natürlich auch gerne mit Freundinnen oder Mannschaftskolleginnen, beispielsweise zum Kochen oder Brunchen. Zudem trainiere ich selbst noch die F-Jugend von Blau-Weiß, was natürlich auch noch ein bisschen meiner Zeit in Anspruch nimmt.

Wenn die Kontaktverbote aufgehoben sind, werde ich mich als erstes mit Leuten zum Grillen an der Lahn treffen.