Theresa Brand mit goldenem Tor für Eintracht Lollar

Ball und Gegnerinnen unter Kontrolle: Janina Lüder vom TSV Klein-Linden in Aktion. Foto: Schepp

Frauen-Hessenliga: Team von Peter Antschischkin mit gelungenem Auftritt gegen Lütter. Auch Klein-Linden lässt in Verbandsliga nichts anbrennen.

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GIESSEN . Gießen (woo). Mit Siegen gegen Top-Teams haben Eintracht Lollar in der Fußball-Hessenliga der Frauen, der TSV Klein-Linden in der Verbandsliga und die SG Reiskirchen in der Gruppenliga einen großen Schritt in Richtung Aufstiegsrunde gemacht.

Die Verbandsliga-Begegnung zwischen TuS Naunheim und dem FC Gießen wurde auf den 28. Oktober verlegt. Weil mehrere Spielerinnen heftige Reaktionen auf die Corona-Impfung zeigten, bekam Trainer Etienn Römer keine Mannschaft zusammen. Im absoluten Kellerduell empfangen die Gießenerinnen am Mittwoch um 19 Uhr den auch noch punktlosen SC Soisdorf.

Eintracht Lollar - TSG Lütter 1:0 (0:0): Da im Vergleich zur Vorwoche mehrere Stammkräfte wieder an Bord waren, gingen die Lollarerinnen optimistisch in die Partie. Doch zunächst neutralisierten sich die beiden diszipliniert auftretenden Mannschaften. Strafraumszenen waren Mangelware. Senkungen vor der Halbzeitpause bewahrte Keeperin Laila Koch die Eintracht vor einem Rückstand, als sie geschickt den Winkel gegen eine allein auf sie zulaufende Lütterer Stürmerin verkürzte. Theresa Brand erzielte in der 64. Minute das goldene Tor. Nach einem perfekt getimten Pass von Lea Hartmann umkurvte sie die gegnerische Torfrau und schob den Ball ins Netz. In einer ähnlichen Situation wurde der Winkel für Hartmann zu spitz (77.). Kurz darauf verfehlten Brand und Hartmann in Mittelstürmerposition eine scharfe Hereingabe von Hannah Wudy, die sich auf der rechten Seite durchgetankt hatte. Eintracht-Coach Peter Antschischkin war mit dem "überzeugenden Auftritt" seiner Mannschaft rundum zufrieden.

TSV Klein-Linden - TSV Poppenhausen 4:0 (2:0): Zwei Poppenhäuser Eigentore in der 23. und 34. Minute ebneten den Weg zum Sieg. Die Abwehrspielerinnen versuchten, jeweils in höchster Not vor einschussbereiten Klein-Linderinnen zu retten. Rhea Brüggemann machte den Sack zwei Minuten nach Wiederanpfiff mit dem 3:0 zu. Die an diesem Tag nicht zu stoppende Kira Lein stellte mit einem Heber über die gegnerische Torhüterin hinweg den Endstand her (84.). Obwohl einige Stammkräfte fehlten, und die Mannschaft in dieser Konstellation noch nie zusammengespielt hatte, entwickelten die Gastgeberinnen aus einer bombensicher stehenden Vierer-Abwehrkette heraus von Anfang an geduldig Druck. Trainerin Janin Hocker fand kein Haar in der Suppe. "Das war ein richtig gutes Spiel", sagte sie nach dem Abpfiff. "Auch wenn zweimal die Gegnerinnen halfen, waren alle vier Tore sauber herausgespielt, kein Zufallsprodukt."

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Eintracht Lollar II - SG Reiskirchen Saasen 1:4 (1:0): Zwei grundverschiedene Halbzeiten prägten die Partie. Die Gäste waren im ersten Durchgang völlig von der Rolle. Die Eintracht-Führung durch Lea Gietmann war die logische Folge. Nach der Umstellung auf ein 4-4-2-System in der Pause kam die SG besser ins Spiel. Beim Ausgleich durch Chiara Lukas (59.), die nach einem Fernschuss von Sarah Swoboda im dritten Anlauf abstaubte, reklamierten die Lollarerinnen vergeblich Abseits.

Nun stand die Begegnung auf Messers Schneide. Lena Arnold sorgte mit einem Hattrick (78., 80., 85.) innerhalb von sieben Minuten für die Entscheidung zugunsten der Reiskirchenerinnen. SG-Coach Jan Becke sprach von einem "etwas glücklichen Arbeitssieg". Über das reine Ergebnis hinaus müssen die Gastgeberinnen personell eine weitere bittere Pille schlucken, denn Renee Koch (3.) und Kim Naumann (65.) mussten - ohne Fremdeinwirkung - mit Knieverletzungen ausgewechselt werden. Trainer Andreas Schmid befürchtet in beiden Fällen einen längeren Ausfall.