"Wäre das Allergrößte"

Sarah Bröscher: Stolz, bei der TSG Leihgestern als Spielführerin der Fußballerinnen aktiv sein zu dürfen. Foto:  TSG Leihgestern

Sarah Bröscher ist eine von "Mittelhessens Spielführerinnen" und mit ihrer Mannschaft von der TSG Leihgestern insgeheim vom Aufstieg.

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. GIESSEN. Zwar schieben die Kontaktverbote aktuell auch dem Trainings- und Spielbetrieb der heimischen Fußballvereine einen Riegel vor, Zeit, um "Mittelhessens Spielführerinnen" unter die Lupe zu nehmen, bleibt dennoch. Wer sind die Leaderinnen der heimischen Vereine? Wieso haben sie sich für den Fußball entschieden und was waren bislang ihre Karriere-Highlights? Nummer vier der Serie ist die 23-jährige Sarah Bröscher, Verteidigerin der TSG Leihgestern (Regionsoberliga).

Mit dem Fußball begonnen habe ich im Alter von 13 Jahren bei der TSG Leihgestern.

Für den Fußball habe ich mich entschieden, weil ich bei einem Konfi-Turnier mitgespielt habe und danach angefixt war. Zudem hatte eine Freundin von mir schon Fußball gespielt, da fiel die Entscheidung dann noch leichter.

Mein bestes Spiel, an das ich mich erinnern kann, war wohl ein Spiel vor gut drei Jahren. Das war eine richtig gute Mannschaftsleistung von uns am wohl heißesten Tag des Jahres. Wir haben 1:0 bei Blau-Weiß Gießen gewonnen, danach habe ich mich gefühlt, als wären wir aufgestiegen. Was wir aber natürlich nicht waren.

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Mein größter sportlicher Erfolg war bislang, dass wir es geschafft haben, in Leihgestern auch wieder eine Frauenmannschaft zu etablieren. Wir spielen jetzt schon unsere vierte Saison.

Das kurioseste Ereignis auf dem Fußballplatz war, als ich, die eigentlich nur auf der rechten Abwehrposition oder auf dem rechten Flügel spielt, in den letzten Spielminuten auf die linke Seite beordert wurde. Das war ein seltsames Gefühl, zumal der linke Fuß nun wahrlich nicht zu meinen Stärken gehört. Aber es hat gut gepasst, kurz vor Schluss gelang mir die Flanke zum alles entscheidenden Siegtreffer - allerdings doch mit rechts.

Mein persönliches Ziel im aktiven Fußball ist irgendwann einmal unter die Top Drei der Liga zu kommen oder mit der TSG den Aufstieg zu schaffen. Das wäre wirklich das Allergrößte.

Müsste ich meine Mannschaft beschreiben, dann als eine wundervolle, witzige, hübsche und sehr offene Truppe, die wie eine Familie ist. Ich bin wirklich sehr glücklich in diesem Team, wir unterstützen uns gegenseitig und nehmen auch Neuzugänge sehr offen auf.

Spielführerin meiner Mannschaft zu sein, ist für mich etwas Besonderes, weil mir das Team damit sehr viel Vertrauen entgegenbringt. Scheinbar trauen sie mir das sehr gut zu, weshalb ich denke, dass ich ein recht gutes Ansehen in der Mannschaft habe. Mir wird sehr viel Liebe entgegengebracht.

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Die Leser sollten sich unbedingt mal eines unserer Spiele anschauen, weil es bei uns immer etwas zu lachen gibt. Wir haben zudem wohl die lustigste Auswechselbank und die lustigsten Zuschauer der Welt. Zudem können wir auch einen ganz guten Ball spielen.

Wenn ich nicht selbst Fußball spiele oder trainiere, verbringe ich viel Zeit mit meinem Hund und meinem Freund. Ich fotografiere zudem sehr gerne. Aktuell arbeite ich aber auch sehr viel.

Wenn die Kontaktverbote aufgehoben sind, werde ich in die Sauna gehen und mich unbedingt wieder zum Fußball mit meinen Mädels treffen.

Loswerden möchte ich unbedingt noch: Das Vorurteil, dass Frauen nicht Fußball spielen sollten, sollte unbedingt zu den Akten gelegt werden. Zudem möchte ich jeden gerne einladen, ob Fans oder Spielerin, zu uns zur TSG Leihgestern zu kommen.