Zum 18. Mal vor dem Bildschirm sitzen

Ei, da sitzt er schon wieder: Henry Mohr wird am Samstag zum 18. Mal in den vergangenen Wochen am Bildschirm über Fußball debattieren.  Archivfoto: Mohr
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Am Samstag sollen auf dem virtuellen Verbandstag die Empfehlungen des HFV-Präsidiums von den Delegierten endgültig abgesegnet werden.

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. giessen (rd). Henry Mohr bekommt bald viereckige Augen. Wenn am Samstag der erste virtuelle hessische Verbandstag über die Bühne geht, bei dem die vom HFV-Präsidium vorgeschlagenen Empfehlungen auch formaljuristisch ihren Segen erhalten sollen, wird Gießens Kreisfußballwart die 18. Sitzung der Coronazeit vor dem Bildschirm verbringen. Mohr geht dabei von "zwei bis drei Stunden" aus, in denen die Delegierten aus Hessen "die Anträge hoffentlich so abnicken werden, wie das in den Kreisen vorbesprochen wurde." Viel Lob von den Vereinen habe er erhalten, weil "wir sie doch intensiv an der Entscheidungsfindung beteiligt haben", sagt Mohr, der bekundet, dass "es schon alles sehr anstrengend war, in den letzten Wochen, sich aber auch gelohnt hat." Wohlwissend, dass eine solch ungewöhnliche und solitäre Saison nicht "allem und jedem zu hundert Prozent gerecht werden kann."

Eine kleine Antragsänderung könnte es, nach Aussage des 65-Jährigen, noch im Jugendbereich geben, weil "das mit der Quotientenregelung nicht überall funktioniert. Da gibt es massive Ungerechtigkeiten, wenn zum Beispiel bei den D-Junioren im Marburger Raum in einer Sechser-Gruppe der Meister aufsteigt, weil er einen besseren Quotienten hat, als ein Team aus einer 14er-Liga." Ein ähnliches Beispiel gibt es auch im Raum Büdingen/Offenbach, wo manches Team vier Gegner habe und auf Platz eins stehe, während der Quotienten-Vergleichspartner in einer 18er-Liga" agiere.

Das allerdings seien Nachbesserungen im Detail, wobei Henry Mohr sich wünschte, es gäbe insgesamt "mehr Solidarität unter den Vereinen." Soll heißen, dass immer noch Clubs eventuell den Klageweg beschreiten würden.

Für Henry Mohr ist das ein Unding: "Die Situation ist außergewöhnlich und hat sich keiner ausgesucht. Es ist schwierig genug, da Lösungen zu finden." Dafür aber soll am Samstag der letzte Schritt gemacht werden. Mal wieder vor dem Bildschirm. Mohr ist froh, wenn die 18. Bildschirmzeit vorläufig die letzte ist.