Walldorfer gegen Friedberg oft einen Schritt zu spät

Fußball-Hessenliga: „Erste Halbzeit war eine Katastrophe“, sagt RWW-Trainer Artur Lemm nach der Niederlage. Gegen Türk Gücü Friedberg glänzt zunächst nur der Walldorfer Torwart.

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FRIEDBERG. Wunsch und Wirklichkeit passten nur eine Halbzeit lang zusammen bei den Walldorfer Hessenliga-Fußballern. Das reichte dem SV Rot-Weiß im finalen Saisonspiel für eine Aufholjagd, nicht aber für einen Punktgewinn bei Türk Gücü Friedberg. Am Ende stand eine 3:4 (0:2)-Niederlage. Damit hat die Mannschaft um Trainer Artur Lemm die Saison auf dem siebten Tabellenplatz abgeschlossen.

Unter den 80 Zuschauern auf dem Rasenplatz am Burgfeld war auch RWW-Kapitän Christian Matheisen, der wegen der Nachwirkungen einer Gehirnerschütterung nicht spielen konnte.

RWW-Torwart Julian Koch mit Glanzparaden

Früh gerieten die Rot-Weißen in die Defensive. Allzu oft einen Schritt zu spät gegen die spritzigen Friedberger, kassierten sie nach elf Minuten das 0:1. Kamil Yikilmaz hatte mit einem ansatzlosen Flachschuss getroffen. Mit diesem Spielstand, der bis zur 27. Minute hielt, waren die Walldorfer noch gut bedient. Denn Noah Michel hatte zwei gute Torchancen vergeben (6., 8.).

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Und als Toni Reljic eine flache Hereingabe mit der Fußspitze erwischte, hielt RWW-Torhüter Julian Koch mit einem starken Reflex (20.). Herrlich indes der Reljic-Schuss aus dem Hintergrund, der den Ball volley unter die Latte wuchtete – 2:0 (27.). Dabei hätte es bis zur Halbzeitpause nicht bleiben müssen. Es ist aber erneut Koch, der mit einer Glanztat Ärgeres verhinderte, als Peter Jost frei vor ihm auftauchte (28.). „Die erste Halbzeit war eine Katastrophe“, so Lemm.

Nach der Pause zeigte sich der SV Rot-Weiß deutlich lauf- und zweikampfstärker als zuvor. Im direkten Gegenzug nach Reljic’ zweitem Treffer köpfte Philipp Velosa das Spielgerät via Innenpfosten über die Torlinie – 3:1 (60.). Sieben Minuten später hatte Manuel Konaté-Lueken Pech mit einem Pfostentreffer. Dafür köpfte der RWW-Stürmer den Anschlusstreffer, als er bei einem Abpraller zur Stelle war (74.). Damit holte er nach, was dem unmittelbar zuvor an Friedbergs Keeper Vladan Grbovic gescheiterten Mikael Neway misslungen war.

Jener Grbovic hatte keine Chance beim fulminanten 25-Meter-Knaller von Nikola Mladenovic zum 3:3 (77.). Kurz darauf traf Mladenovic die Latte. „Wenn wir da in Führung gehen, gewinnen wir auch“, sagte Lemm. Türk Gücü wankte, aber schlug mit dem 4:3 von Jeff Thielmann doch noch entscheidend zu.

SV Rot-Weiß Walldorf: Koch – Herberg, Konaté-Lueken, Mehnatgir, Vogt (56. Vogler), Neway, Sallan (63. Rebner), Thomasberger, Velosa, Mladenovic, Huß.

Tore: 1:0 Yikilmaz (11.), 2:0, 3:0 Reljic (27., 59.), 3:1 Velosa (60.), 3:2 Konaté-Lueken (74.), 3:3 Mladenovic (77.), 4:3 Thielmann (85.). Schiedsrichter: Fuchs (Okriftel). Zuschauer: 80.