Der Sport zum Sonntag

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Dieser junge Mann soll einer der besten Fußballer sein, die sein Heimatverein je hervorgebracht hat. Dem Sport ist er auch im fortgeschrittenen Alter noch treu geblieben.   Foto: FC Burgsolms

Er zählte zur „goldenen Generation“ des SV Villmar, schaffte mit Jungs wie Uli Zanger, Mike Schuh, Udo Lüngen und den Höhler-Brüdern den Aufstieg in die damalige...

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. Helge Hastrich war eine treue Seele. Und das ist er immer noch. Nach seinem Wegzug aus dem Mittelhessischen nach Immichenhain in den Südosten des Schwalm-Eder-Kreises vor nunmehr zwölf Jahren dauerte es nicht lange, bis der dortige Fußballclub auf den Neubürger aufmerksam wurde. Der Beginn einer langen Beziehung. Zehn Jahre führte der Lehrer für Mathematik und Sport die SG Immichenhain/Ottrau als Spielertrainer, schaffte zwei Aufstiege bis in die Gruppenliga, blieb auch nach dem Abstieg in die Kreisoberliga bei der Stange. Nun mit 44 Jahren soll Schluss sein, aber nur auf dem Feld. Helge Hastrich ist ja eine treue Seele und hängt eine elfte Saison dran – mindestens.

Treue Seele einst beim SV Villmar, nun bei der SG Immichenhan/Ottrau: Helge Hastrich.  Foto: Archiv
Treue Seele einst beim SV Villmar, nun bei der SG Immichenhan/Ottrau: Helge Hastrich. (© Archiv)

Auch Reimund Bernhardt war eine treue Seele, aber kein Mann großer Worte, wollte keine Aufmerksamkeit. Reimund Bernhardt aber hatte Aufmerksamkeit verdient. Obwohl er sie immer vermied, sie ihm fast peinlich war, er sie nie einforderte. Alles, was er wollte: Jenen Sport, den er liebte und für den er lebte, zu fördern. 24 Jahre lang war der Niedergirmeser als Nachfolger von Willi Kubik Kreisfußballwart in Wetzlar, war auch den Teams aus dem damaligen Fußballkreis Oberlahn durch das langjährige gemeinsame Spielgeschehen ein verlässlicher Partner. 2016 gab der Fan des 1. FC Nürnberg seinen Posten an Alexander Neul ab und wurde Ehrenkreisfußballwart. Es sollte die letzte Auszeichnung nach der Ehrennadel in Gold des Hessischen Fußball-Verbandes, der DFB-Verdienstnadel, der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik, der Ehrennadel in Gold des Landessportbundes und der Sportplakette des Landes Hessen sein. Vergangene Woche ist Reimund Bernhardt in seinem Elternhaus im Wetzlarer Stadtteil Niedergirmes mit 76 Jahren verstorben. Einsam. Erst einige Tage später fanden ihn Freunde, die einen Schlüssel zu seiner Wohnung hatten.

Der langjährige Wetzlarer Kreisfußballwart Reimund Bernhardt starb mit 76 Jahren.  Foto: Martin Weis
Der langjährige Wetzlarer Kreisfußballwart Reimund Bernhardt starb mit 76 Jahren. (© Foto: Martin Weis)
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Guter Gesundheit erfreut sich der ehemalige Fußballer, den wir Ihnen im sechsten Teil unserer Rätselserie „Wer bin ich?“ als Aufgabe geben, nachdem wir vergangene Woche den Odersbacher Thomas Zimmermann gesucht hatten. Der pensionierte Lehrer, dessen großes Hobby die Imkerei ist, gilt als der wohl beste und kompletteste Kicker, den sein Heimatverein je hervorgebracht hat. Dort durchlief er alle Nachwuchsmannschaften und schaffte bereits vor der Vollendung des 18. Lebensjahrs den Sprung in die Seniorenmannschaft, die damals in der A-Liga spielte. Da sein Talent nicht verborgen blieb, wechselte er zu Gruppenligist FC Burgsolms, schnürte später seine Schuhe in der Bezirksklasse für den FV Weilburg und den TuS Aumenau, ehe er seine Laufbahn als Spielertrainer bei seinem Stammverein ausklingen ließ. Der Gesuchte kam ursprünglich aus der Leichtathletik, was ihn beim Fußballsport sehr zu Gute kam, denn in Sachen Sprintschnelligkeit und Sprungkraft konnte ihm kaum einer etwas vormachen. Auch im fortgeschrittenen Alter ist er dem Sport treu geblieben und leitet die Seniorengymnastikgruppe in seinem Heimatdorf.

Ich hoffe, dass Sie diese Zeilen bei guter Gesundheit gelesen haben. Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute und ein schönes Wochenende!