Der SPORT ZUM SONNTAG

aus Der Sport zum Sonntag

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Es wird noch etwas Zeit vergehen, bis ein Jugendtrainer seine Spieler wieder zu einer Trainingseinheit um sich scharen kann.  Foto: André Bethke

Enttäuschte Nachwuchssportler, ein Appell des Präsidenten des Hessischen Fußball-Verbandes an die Politik und zumindest ein Lichtblick: Das gibt es in der aktuellen Kolumne...

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. Gute Nachricht für Hessens Sportler, zumindest für einen kleinen Teil: Amateur- und Freizeitsportler können seit Freitag alleine, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Hausstands auf allen Sportanlagen wieder Sport treiben. Damit kann auch wie in den übrigen Bundesländern Tischtennis im Einzel, Golf oder Judo ausgeübt werden. Darüber hinaus bleibt auch Individualsport im öffentlich Raum möglich. Dazu gehören Reiten, Rudern, Joggen oder Radfahren. Diesen Beschluss hat das Corona-Kabinett der Hessischen Landesregierung am Freitag erlassen.

Immerhin ein kleiner Lichtblick. Enttäuscht dürften all die gewesen sein, die auf eine Lockerung des Trainingsbetriebs für Kinder und Jugendliche gehofft hatten. Dass sich der Nachwuchs, der sich von montags bis freitags in der Schule begegnet, nicht zumindest an der frischen Luft zum Kicken oder zur Leichtathletik treffen darf, versteht längst nicht jeder. Ich übrigens auch nicht. Wie sicher alle Trainerkollegen traue ich mir wie im Frühjahr zu, Übungseinheiten in Kleingruppen ohne Körperkontakt anzubieten, die die Jungs in Bewegung bringen und für Spaß sorgen.

Auch der DFB sieht hier dringenden Handlungsbedarf und hat sich in einem Appell an die Politik dafür stark gemacht, bundesweit das organisierte Sporttreiben für Kinder und Jugendliche unter freiem Himmel wieder zu erlauben. Als vorbildhafte Beispiele dienen die aktuellen Lösungen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Das Landeskabinett in Rostock hatte entschieden, das Pauschalverbot nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren im Vereinssport anzuwenden, sondern dort weiter Trainingsbetrieb zu erlauben. In Berlin gilt immerhin eine Sonderregelung für Kinder bis zwölf Jahren.

Nachdem unser Bundesland diesen Beispielen nun nicht nachgeeifert hat, meldete sich sogleich der Präsident des Hessischen Fußball-Verbandes zu Wort. So unterstrich Stefan Reuß, dass es „besonders wichtig ist, Bewegungsangebote für die Kinder und Jugendlichen zu schaffen und ihnen im Vereinsumfeld Halt zu geben. Leider liegt diese Entscheidung nicht in unserer Hand. Wir sind jedoch mit politischen Entscheidungsträgern im Gespräch, um für unsere jungen Mitglieder eine Ausnahmeregelung zu erwirken. Versprechen kann ich in dieser Hinsicht jedoch leider nichts.“ Hoffen wir nun also auf nächsten Freitag.

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Als noch gespielt wurde, hat bei einem C-Juniorenspiel eine kleine Unachtsamkeit dafür gesorgt, dass sich eine Mannschaft selbst um den verdienten Lohn gebracht hat. Dabei steckte nur gute Absicht hinter diesem Lapsus. Das Kräftemessen zweier Teams hatte sich schnell zu einer recht einseitigen Angelegenheit entwickelt. Beim Stande von 4:0 wechselte der Trainer der führenden Mannschaft munter durch, damit auch die etwas schwächeren Spieler seiner Truppe auf Einsatzzeit kommen. Hier noch einer rein, da noch einer rein. Immerhin erlauben die Vorgaben bis zu sieben Auswechselspieler auf dem Großfeld. Das Leistungsniveau beider Kontrahenten näherte sich nun etwas an, auch wenn dem Sieger noch zwei weitere Treffer gelangen. Mit diesem Dreier hatte sich der Gewinner in der Spitzengruppe eingenistet. Dachten Trainer und Spieler jedenfalls. Doch weit gefehlt. Das siegreiche Team hatte einen Jungen zu viel eingesetzt. Der Coach hatte nicht darauf geachtet, dass zwar sieben Ersatzspieler auf dem Spielbogen stehen, aber auch bei der Jugend und trotz Corona längst nicht alle auch eingetauscht werden dürfen. Ob der Verlierer nach der Partie den Klassenleiter über die zusätzliche Einwechslung informiert hat, ist nicht bekannt. Dem blieb jedenfalls keine andere Möglichkeit, als die Partie mit 0:3 Toren gegen den sportlichen Sieger zu werten.

Ich hoffe, dass Sie diese Zeilen bei guter Gesundheit gelesen haben. Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute und ein schönes Wochenende!