Regionalliga Südwest: Geht es erst Mitte Januar weiter?

aus TSV Steinbach

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Gestoppt: Der Regionalliga-Spielbetrieb ruht mindestens vier Wochen. Archivfoto: Hübner

Mindestens bis Ende November pausiert die Fußball-Regionalliga Südwest, obwohl die meisten Teams als Profi-Clubs gelten und weiter trainieren dürfen. Aber nicht in allen...

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MAINZ. Rheinland-Pfalz machte den Unterschied. Die Fußball-Regionalliga Südwest pausiert bis Ende November, weil das Mainzer Innenministerium keinen Spiel- und Trainingsbetrieb in diesem Zeitraum zulässt. Und die Spielpause dürfte nach aktuellem Stand noch länger dauern. Denn die Regionalliga Südwest GbR will den Spielbetrieb nur dann wieder aufnehmen, wenn in Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und dem Saarland ab 17. November wieder Mannschaftstraining unter Wettbewerbsbedingungen möglich ist.

Die Ministerien in Wiesbaden und Stuttgart hatten die Regionalliga dem Profisport zugeordnet und Training und Spiele erlaubt, in Saarbrücken stellte man zumindest Ausnahmegenehmigungen in Aussicht. In Mainz aber zieht man zwischen dritter und vierter Männer-Liga die Grenze von Profi- zu Amateursport. Die Verordnung, die das Trainingsverbot regelt, gilt bis Ende November. Zuvor hatte das Ministerium sich bei den rheinland-pfälzischen Klubs erkundigt, ebenso wie die Wiesbadener Kollegen bei den hessischen Vereinen. Tenor rechts des Rheins: Die meisten Spieler sind bezahlte Fußballer in Haupt- oder Nebenjob, der Sport wird damit zur Berufsausübung, und diese fortzusetzen sei im Sinne der Gleichbehandlung zulässig.

In Rheinland-Pfalz gibt es vier Klubs, neben dem Bundesliga-Unterbau von Mainz 05 der TSV Schott Mainz, Rot-Weiß Koblenz und FK Pirmasens. Dort zählt man sich vollständig bis überwiegend zum Amateurlager. Die Fortsetzung eines geregelten, fairen Spielbetriebs ohne die vier Klubs, die „unverschuldet“ außen vor sind, hält der Ligaverband für unmöglich – auch weil sie nicht trainieren und sich nicht auf die Schnelle jenseits der Landesgrenzen Ersatz suchen könnten. „Die Regionalliga Südwest ist eine Spielklasse, in der überwiegend zwar Vertragsspieler zum Einsatz kommen, von wenigen Ausnahmen abgesehen aber nur im Rahmen einer Nebentätigkeit“, heißt es in der Stellungnahme. Daher könnten erhebliche Fahrtstrecken nicht zugemutet werden. Einzig Bayern Alzenau, die sich spieltechnisch dem Hessischen Fußballverband angeschlossen haben, werden als Ausnahme genannt.

Verband schließt sogar Abbruch der Saison nicht aus

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Bezogen auf die wirtschaftlichen Interessen der Klubs, denen an einer Fortsetzung des Spielbetriebs gelegen ist, verweist der Ligaverband darauf, dass in keinem Bundesland Zuschauer zugelassen wären. „Soweit Einbußen bei Sponsoringeinnahmen in Betracht kommen, überwiegt das Interesse an einem sportlich fairen Wettbewerb.“ Explizit schließt die GbR daher einen Saisonabbruch nicht aus. In Vereinskreisen wird derzeit das Modell diskutiert, von Mitte/Ende Januar bis in den Juli hinein zu spielen. So könnte die Saison womöglich regulär abgeschlossen werden. „Wir tragen die Haltung der Landesregierung mit“, sagt Schott-Manager Till Pleuger. „Absolut zu akzeptieren“ ist die Unterbrechung für Matthias Georg, Geschäftsführer beim TSV Steinbach Haiger. „Wir nehmen es, wie es kommt“, gibt sich Markus Haupt, Geschäftsführer beim FC Gießen, so pragmatisch wie dem Vernehmen nach das Gros der Klubs.