Fußball-Kreisoberliga: Hinterländer Klubs weiter sieglos

Auch im dritten Spiel ausgebremst: Trotz eines starken Zwischenspurts müssen sich Matthis Hofmann (der hier vom Cappeler Johannes Rademacher abgegrätscht wird) und die SG Silberg/Eisenhausen auf eigenem Platz geschlagen.  Foto: Jens Schmidt

Während die SG Silberg/Eisenhausen nach zwei Unentschieden gegen Cappel eine Heimpleite erleidet, erkämpft sich der Gladenbacher SC gegen die SG Lahnfels wenigstens einen Punkt.

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MARBURG-BIEDENKOPF/FRANKENBERG. Die beiden Hinterländer Mannschaften der Fußball-Kreisoberliga Nord kommen einfach nicht in Fahrt. Auch nach dem Heimspielen am 3. Spieltag stehen für den Gladenbacher SC und die SG Silberg/Eisenhausen null Siege zu Buche. Die nächste Chance bietet sich am Sonntag, wenn beide Teams erneut Heimrecht genießen. Dann ist auch die SG Versbachtal wieder im Einsatz. Der Neuling ist ebenfalls noch sieglos und wird es beim Tabellenzweiten besonders schwer haben, dies zu ändern.

Gladenbacher SC - SG Lahnfels 1:1 (1:0): "Zwar kein Sieg, aber gut gespielt", so das Fazit von GSC-Sprecher Volker Kluska, "das war heute kämpferisch eine komplette Leistungssteigerung gegenüber den ersten Spielen". Beide Teams begannen verhalten, Lahnfels wurde zuerst aktiv: Patrick Schäfer köpfte nach scharfer Flanke Kay Eberts knapp drüber (20.). Vier Minuten später ging Gladenbach nach einem lehrbuchmäßigen Angriff in Führung: Jordan Gries passte von der rechten Außenbahn nach innen, Tim Flurschütz leitete auf Jonathan Barth weiter und der zimmerte den Ball vom linken Strafraumeck geradewegs ins Dreieck. Ebert vergab in der 37. Minute eine weitere Kopfballchance für die Lahnfelser, die nach dem Seitenwechsel das Kommando übernahmen. Eine Minute nachdem Mirco Wernicke den Ausgleich noch knapp verpasst hatte (55.) war es dann soweit: Kay Ebert zwang Till Kluska zu einer Faustabwehr, der Ball landete bei Dennis Lepper, welcher Gladenbachs Tormann mit einer Bogenlampe überwand (56.). Die Gästeführung verhinderte Kluska, als er den Ball nach strammem Schuss von Till Kranz aus der Ecke fischte (68.). Die Heimelf hatte noch eine gute Möglichkeit durch Maxim Usinger, der im Eins-gegen-Eins an Keeper Sascha Ehlich hängen blieb, erfolgreich nachsetzte, sich dann den Ball aber von einem Verteidiger abluchsen ließ (71.). In der hektischen Schlussphase handelten sich die Gladenbacher Ömer Okus (75.) und Maxim Usinger in der Nachspielzeit noch Zeitstrafen ein. Lahnfels drückte gewaltig, der GSC fuhr gefährliche Entlastungsangriffe, beide Seiten blieben dabei erfolglos.

SG Silberg/Eisenhausen - FSV Cappel 1:3 (1:2): "Es war ein verdienter Gästesieg", meint SG-Sprecher Nikolai Achenbach, "die Cappeler haben reifer gespielt, waren giftiger in den Zweikämpfen und im letzten Drittel zielstrebiger als wir." Silberg/Eisenhausen leitete die Niederlage mit einem frühen wie groben Schnitzer selbst ein. Ein Rückpass brachte Torwart Silas Klab in Bedrängnis, dessen Befreiungsschlag landete vor den Füßen von Taner Kara, der aus 35 Metern sofort abschloss und den Ball über Klab hinweg in die Maschen zirkelte (4.). In der 29. Minute überlief Mayas Nakkar die Verteidigungsreihe der Heimelf und überlupfte den aus dem Kasten eilenden Klab: 0:2. Glück hatte wenig später Nino Blöcher beim Anschlusstreffer. Sein Freistoß aus 22 Metern wurde von Cappels Mauer unhaltbar abgefälscht (32.). Die ersten 20 Minuten nach dem Seitenwechsel waren Silberg/Eisenhausens stärkste Phase. Zweimal lag der Ausgleich in der Luft: Matthis Hofmann schoss um Haaresbreite vorbei, bei Robin Bögels Geschoss brachte FSV-Keeper Julian Döring gerade noch die Hand an den Ball. Ein sehenswerter Cappler Spielzug über vier Stationen machte alle Hoffnungen der Hinterländer zunichte. Nach Marvin Pohls scharfer Hereingabe, brauchte Nakkar in zentraler Position nur noch den Fuß hinzuhalten (80.).

VfL Dreihausen - FV Wehrda 1:0 (1:0): "Wir haben ersatzgeschwächt gespielt. Wehrda hatte in der ersten Halbzeit vier bis fünf klare Chancen, ihnen hat aber der Vollstrecker gefehlt. Das war ein glücklicher Sieg", bilanziert VfL-Sprecher Markus Friedrich. Wehrda wurde kurz vor dem Seitenwechsel für den Chancenwucher bestraft. Eine Rechtsflanke brachte Felix Pfeffer unter Kontrolle, drehte sich um den Gegenspieler und traf in die Torwartecke (43.). Dreihausen konzentrierte sich in Durchgang zwei aufs Verteidigen und hatte Glück, dass die Gäste in der Schlussminute erneut einen Hochkaräter ausließen.

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SV Emsdorf - TSV Amöneburg 4:0 (2:0): "Das war ein dominanter Auftritt. Wir haben 1,5 Chancen zugelassen", fasst Emsdorfs Sprecher Jan-Lucas Feußner den dritten Erfolg seiner Farben zusammen. Mit einem schönen Schlenzer über den Gästekeeper hinweg ebnete Nico Fehrentz frühzeitig den Weg auf die Siegerstraße (6.). Den Doppelschlag nach derm Seitenwechsel leitete Fehrentz nach schnellen Gegenangriffen jeweils über die Flügel ein. Abnehmer seiner ersten Hereingabe war Sinan Görgülü, der gekonnt per Hacke vollendete (56.). Beim 3:0 passte Fehrentz auf Ramon Lauer. Dieser scheiterte zuerst an Torwart Remus Constantin, drückte den Abpraller aber hochstpersönlich über die Linie (59.). In der 71. Minute klärte Constantin eine brenzlige Situation vor dem Strafraum, das Leder landete aber bei Martin Engelhardt. Aus 25 Metern traf dieser mühelos ins das verwaiste Tor zum 4:0-Endstand.

SG Röddenau/Bromskirchen - SF/Blau-Gelb Marburg II 3:5 (2:3): Die SG verlor nicht nur das Spiel, sondern auch Daniel Starck, der mit gebrochenem Knöchel ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Die Zuschauer sahen ein flottes Spiel in Hälfte eins. Beide Teams spielten munter nach vorne, wiesen aber Schwächen in der Abwehr auf. So kassierten die Gastgeber die ersten drei Gegentore durch Linus Benavente (13., 34.) und Jannik Klug (18.). Jan-Luca Müller hielt sie durch seine beiden Treffer (8., 29.) im Rennen. Im zweiten Abschnitt verflachte das Spiel, um in der Schlussphase noch mal Fahrt aufzunehmen. Dennis Schebb markierte das 4:2 für die Blau-Gelben (74.). Nach dem späten Anschlusstreffer von Dennis Stuhlmann (89.) hatten die Gastgeber durch Artur Weidenkeller noch eine Ausgleichschance. Seinen Schuss lenkte Marburgs Torhüter Tim Weber an den Außenpfosten. Kurz darauf entschieden die Gäste das Spiel. Valentin Nasarov schloss einen Konter erfolgreich ab (90.+3).

SG Rennertehausen/Battenfeld - TSV Michelbach 2:0 (2:0): Die Gastgeber feierten einen verdienten Heimsieg und profitierten von der frühen Führung, die Ronny Schäfer nach Steilpass von Fabian Hedderich erzielte (7.). Von Michelbach war in der Offensive wenig zu sehen. Einzig ein Kopfball von Daniel Galba (30.) sorgte für Gefahr vorm SG-Tor. Vier Minuten später erhöhte Luca Deiana zum 2:0-Halbzeitstand. Auch in Durchgang zwei änderte sich am Spielverlauf wenig. Michelbach fehlte nach vorne weiter die Durchschlagskraft gegen eine aufmerksame Re/Ba-Abwehr. Auf der anderen Seite vergab Schäfer nach Vorarbeit von Hedderich die Chance zu Treffer Nummer drei - Hedderich hätte hier schon selber abschließen können (55.).

SV Großseelheim - VfL Neustadt 0:3: Im zweiten Auswärtsspiel landete der Marburger A-Liga-Meister den zweiten Zu-null-Sieg. Den Grundstein legte Gian-Luca Sanzone mit seinem Doppelschlag in der 20. und 31. Minute, Justin Moser machte mit dem 3:0 (62.) den Sack zu.

Vorschau aufs Wochenende

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Auch am Mittwoch hat es für den Gladenbacher SC nicht für den erhofften Dreier gereicht, dennoch war Trainer Nils Waldschmidt vollauf zufrieden: "Durch unsere gute und intensive Arbeit gegen den Ball kommt die eigene Torgefährlichkeit zu kurz. Wir brauchen im letzten Drittel den Punch, mehr Zielstrebigkeit", fordert Waldschmidt vor dem Heimspiel gegen die SF/BG Marburg II und hofft zugleich, dass der Knoten platzt: "Es waren jetzt drei enge Spiele. Wir sind auf einem sehr guten Weg, müssen dranbleiben und das nötige Spielglück erzwingen. Die Sportfreunde haben eine ähnliche Altersstruktur, auch das wird kein Selbstläufer", prophezeit der GSC-Coach. Die Liste der Urlauber erhält durch Paul Weber Zuwachs.

Sebastian Dietrich, Trainer der SG Silberg/Eisenhausen, teilt die Bewertung der Heimniederlage vom Mittwoch: Die Cappeler waren spielstark, in der Spielanlage reifer. Wir haben im Mittelfeld keinen Zugriff bekommen und waren im Ballbesitz zu ideenlos", führt der Coach weiter aus. Ein Dorn im Auge ist ihm der erste Gegentreffer: "Wir machen zu viele individuelle Fehler", stellt Dietrich fest und blickt voraus: Wir spielen jetzt gegen zwei Aufsteiger, die man keinesfalls unterschätzen darf. Die abwehrstarken Neustädter dürfen wir nicht so einladen." Es gelte gegen den VfL Neustadt die Kurve zu kriegen, Dietrich gibt die Marschroute vor: "Wir dürfen die Sache aber nicht ängstlich angehen - Brust raus und Gas geben!" Dominic Blöcher musste am Mittwoch mit Zerrung vom Platz, Jonas Biek und Till Schmidt sind am Sonntag beruflich verhindert.

Die SG Versbachtal geht ausgeruht in das schwere Auswärtsmatch beim Tabellenzweiten SG Rennertehausen/Battenfeld, unter der Woche war der Aufsteiger spielfrei. Vor Wochenfrist erkämpfte sich die Kicker aus Altenvers und Weipoltshausen einen Last-Minute-Derbypunkt gegen Gladenbach: "Nach dem 0:2-Rükstand hat die Mannschaft eine Riesenmoral gezeigt, weiter an sich geglaubt. Wir sehen, dass wir in der Liga mithalten können, müssen aber noch zulegen", schildert Marco Badouin launig aus dem Urlaub auf Mallorca. Vertreten im Match in Battenfeld wird der Spieltrainer durch Holger Schramm und Kapitän Erik Schmidt: "Mit Rennertehausen/Battenfeld kommt ein ganz dicker Brocken auf uns zu, wir spielen befreit auf. Die ersten beiden Spiele haben gezeigt, dass wenig Spielraum für Fehler ist, die wurden gleich bestraft. Auch in puncto Zweikampfführung müssen wir zulegen und mehr Cleverness entwickeln", sieht Badouin Verbesserungspotenzial. Auch falls man aus dem Frankenberger Land nichts mitnehmen könne, werde dies der guten Stimmung und Euphorie rund um den Verein keinen Dämpfer verleihen.

Der SV Emsdorf beweist eine sehr starke Frühform, mühelos beherrschten die Grünhemden die Konkurrenz bei ihren drei Auftaktsiegen. Kann die SG Lahnfels, die die Anreise mit der Empfehlung, unbesiegt zu sein, antritt, dem Klassenprimus Paroli bieten? Der FSV Cappel möchte sich in der vorderen Gruppe festsetzen, da ist ein Erfolg beim punktlosen Aufsteiger TSV Gemünden Pflicht. Der TSV Michelbach läuft bisher den eigenen Ansprüchen hinterher, die Trendwende soll beim TSV Amöneburg eingeleitet werden. Satte 16 Buden gab es bei den beiden Auftritten der SG Röddenau/Bromskirchen zu bestaunen. Geht das Torfestival gegen den SV Großseelheim weiter? Im Duell des SV Borussia Momberg mit dem FV Wehrda geht es für die Kontrahenten um den ersten Saisonsieg.