Adrian Alipour wird Trainer beim TSV Steinbach

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Neuer Trainer für den TSV Steinbach: Adrian Alipour heuert im Sommer am Haarwasen an.  Foto: Nick Fingerhut

Der TSV Steinbach Haiger hat zweieinhalb Wochen nach der Entlassung von Trainer Matthias Mink einen Nachfolger gefunden: Adrian Alipour, 40 Jahre, aus Dortmund und zuletzt beim...

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HAIGER. Zehn Stunden haben sie zusammengesessen. Nicht am Stück. Aber aufgeteilt auf drei Treffen. Sie haben sich beschnuppert, kennengelernt, abgewogen und letztlich entschieden: Wir arbeiten künftig zusammen. Zweieinhalb Wochen nach der Entlassung von Trainer Matthias Mink hat Fußball-Regionalligist TSV Steinbach Haiger einen Nachfolger gefunden. Der heißt Adrian Alipour, ist 40 Jahre alt und war bis vor zwei Wochen Coach des West-Regionalligisten Wuppertaler SV. Sein neues Amt tritt er aber erst zur kommenden Saison an.

"Ich freue mich wahnsinnig, dass ich hier anheuern darf", sagt der Dortmunder am Freitagmittag auf der Pressekonferenz im VIP-Raum des Stadions am Haarwasen. Zuvor hatte er seine erste Ansprache an die Mannschaft gehalten. "Ich bin absolut überzeugt, dass er der richtige Typ ist", erklärt Vorstandsmitglied Roland Kring, der mit Geschäftsführer Matthias Georg das erste Gespräch mit dem neuen Coach geführt hatte, ehe der komplette Vorstand bei der Auswahl mit einbezogen wurde. Insgesamt verhandelte der Club mit vier Kandidaten intensiver. Über 100 Bewerbungen waren eingegangen. Letztlich überzeugte Alipour am meisten.

Ein entscheidendes Kriterium war dessen Begeisterungsfähigkeit. Der A-Lizenz-Inhaber hatte sowohl im September 2016 den ASC Dortmund in der Oberliga Westfalen als auch den Wuppertaler SV zwei Jahre später in schwierigen Situationen übernommen und schnell wieder auf Kurs gebracht. Mit dem ASC wäre er im Frühjahr 2018 sogar beinahe in die Regionalliga aufgestiegen. "Er hat uns vom ersten Moment an überzeugt, dass er die nötige Ausstrahlung besitzt", berichtet Georg. Und: Alipour lässt sich voll und ganz auf die neue Situation ein. Er will nach Haiger umziehen. Schon am Freitag, kurz nach der Vorstellung, besichtigte der ehemalige Verbandsliga-Spieler des SC Willingen erste Wohnungen. "Ich muss auch das Gefühl für die Mentalität hier haben", sagt Alipour und ergänzt: "Da kann ich auch gerne mal im Supermarkt über den TSV diskutieren." Der neue Coach wirkt bodenständig. Ein Kumpeltyp. Einer, der der heutigen Spielergeneration noch nicht lange erwachsen ist. Er war nie Profi. Seine Trainerlaufbahn begann er in der Bezirksliga beim Kirchhörder SC, einem Dortmunder Stadtteilclub. "Ich hätte damals nicht zu träumen gewagt, dass ich mal in der Regionalliga trainiere", sagt der bekennende BVB-Fan. Roland Kring sieht genau darin die Parallele zum TSV, der ja auch in Windeseile in die vierthöchste Klasse geklettert ist. Er hofft darauf, dass unter Alipour der Funke von der Mannschaft wieder auf die Fans überspringt. "Das ist für die weitere Entwicklung wichtig", findet Kring.

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Alipours Vertrag beginnt am 1. Juli und endet erst einmal am 30. Juni 2021. Der neue Coach ist voller Tatendrang. Etliche Steinbacher Spiele hat er sich schon auf Video angeschaut. Die kommenden Partien will er im Stadion verfolgen und viele Trainingseinheiten vom Rand aus beobachten. "Ich werde Frank Döpper und Bernd Jayme aber nicht reinreden, sondern ich will Erkenntnisse sammeln", erklärt Alipour. Und natürlich will er in einem zweiten Schritt seine Vorstellung bei der Kaderplanung mit einbringen. "Ich setze sehr auf Leidenschaft, Mentalität und Emotionen", betont der künftige Trainer. Für die kommende Saison stehen bislang erst sechs Spieler unter Vertrag. Die Arbeitspapiere etlicher Leistungsträger wie Nikola Trkulja, Sascha Marquet, Florian Heister, Arnold Budimbu, David Al-Azzawe, Tim Müller oder Tim Welker enden im Juni. Die muss Alipour jetzt kennenlernen. Dann abwägen und letztlich entscheiden, ob sie künftig zusammenarbeiten.

Von Arne Wohlfarth