Pokalfight ersetzt die Feiertagsgefühle

aus FC Gießen

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Für Noah Michel (rechts) und den FC Gießen gilt es, noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren.  Archivfoto: Ben

Später Abschluss eines turbulenten Jahres: FC gießen erwartet Kickers Offenbach am Sonntag zum Viertelfinale des Hessenpokals.

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GIESSEN. "Das ist schon sehr lange her", antwortet Daniyel Cimen auf die Frage, wann er das letzte Mal so spät noch ein Pflichtspiel auf dem Programm stand. Aus seiner Zeit als Profi kennt der Trainer des FC Gießen Ansetzungen kurz vor Weihnachten, aber ein Hessenpokal-Spiel am dritten Advent - das ist auch für ihn etwas Neues. Feiertagsgefühle kommen bei den Gießenern dennoch nicht auf, schließlich hat der Widersacher, der dem FC den Einzug ins Halbfinale streitig machen will, einen äußerst klangvollen Namen. "Es gibt schlechtere Gegner als Kickers Offenbach für einen 15.12.", sagt Cimen mit einem Augenzwinkern. "Es ist Pokal, es ist ein Derby, es ist ein Heimspiel", fasst der 34-Jährige prägnant zusammen, was den Reiz der 90, vielleicht 120 Minuten kennzeichnet. Mit einem echten Pokalfight und einem Sieg über den Regionalliga-Rivalen könnte der Aufsteiger das turbulente Jahr 2019 positiv abschließen. Der Ärger über den Last-Minute-Treffer der Pirmasenser zum 1:1 im Kellerduell am vergangenen Samstag wäre dann zumindest etwas gemildert.

FC Gießen - Kickers Offenbach (Sonntag, 13.30 Uhr)

"Wir werden versuchen, uns mit einer sehr guten Leistung zu verabschieden und werden alle Kräfte in die Partie legen", erklärt Cimen, der mit seinem Team in der Runde der letzten Vier, erneut zu Hause, auf den Viertliga-Dritten TSV Steinbach Haiger treffen würde. Attraktive Aussichten für den Verein, der zusätzliche Zuschauereinnahmen in seiner aktuell finanziell angeschlagenen Situation sicher gut gebrauchen kann.

Wohl mehr Bedeutung hat der Cup mit der Gelegenheit, sich für den DFB-Pokal zu qualifizieren, jedoch für die Kickers. Denn die haben, als Kandidat für den Drittliga-Aufstieg in die Runde gestartet, durch viele schwache Vorstellungen bereits alle Ambitionen in der Meisterschaft eingebüßt. "Für Offenbach ist es die Chance, die Saison einigermaßen zu retten", meint Daniyel Cimen dazu, der nicht nur deswegen mit einem topmotivierten Gegner rechnet. Seit voriger Woche führt mit Angelo Barletta, von Bayern Alzenau gekommen, ein neuer Trainer die Truppe vom Bieberer Berg. Der 42-Jährige ist bislang begeistert vom Engagement der Mannschaft, die Barletta ihren Elan durch die Absage des Matches in Aalen allerdings noch nicht unter Wettbewerbsbedingungen zeigen konnte. Umso heißer dürften die Offenbacher auf die Aufgabe im Waldstadion sein. "Das ist der Effekt eines Trainerwechsels. Jeder will sich beweisen und sich für die Startelf empfehlen", so Cimen, der insgesamt nicht so sehr auf die Kickers schauen möchte: "Wir wollen uns nicht großartig nach dem Gegner ausrichten."

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Dementsprechend dient auch die 1:1-Punkteteilung aus dem November, als Dimitrios Ferfelis in der 91. Minute den Gießener Ausgleich erzielte, nur bedingt als Blaupause für morgen. Personell wird der FCG vermutlich aus dem Vollen schöpfen können. Timo Cecen absolvierte wie Keeper Frederic Löhe krankheitsbedingt nicht alle Einheiten. Größer ist das Fragezeichen bei Nico Rinderknechts. Der 22-Jährige hat sich nun doch keinen Außenbandriss zugezogen, sondern einen Kapselriss im Sprunggelenk. Die Schwellung ist so weit abgeklungen, dass Rinderknecht mit einem Tape-Verband zumindest testete, ob ein Einsatz möglich und sinnvoll ist.

Kader FC Gießen: Löhe, Zabadne, Ellenfeld - Nennhuber, Koutny, Colak, Antonaci, Sesay, Schadeberg, Benamar, Rinderknecht, Hofmann, Kittel, Teller, Spang, Korzuschek, Cecen, M. Koch, C. Kara, Michel, Mukasa, Bangert, Öztürk, Hirst, Ferfelis. - Es fehlen: Markovic (Riss im Außenmeniskus, Aufbautraining), Heil (Muskelbündelriss, Aufbautraining), Korzuschek (Muskelbündelriss).