Steinbach gewinnt enges Derby in Gießen

aus TSV Steinbach

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Prickelnde Szene kurz vor der Pause: Gießens Aykut Öztürk (in schwarz) kriegt eine leichte Kopfnuss von Steinbachs Tino Bradara. Foto: Ben Volkmann

Der TSV Steinbach Haiger hat das Hessenpokal-Finale beim FSV Frankfurt erreicht. Die Mannschaft von Adrian Alipour gewann das Derby beim FC Gießen mit 2:1.

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GIESSEN. Es war nicht immer hochklassig, dafür dank der für dieses Spiel zugelassenen 1000 Zuschauer emotional und spannend bis zum Schluss, dieses noch recht junge Mittelhessen-Derby zwischen dem FC Gießen und dem TSV Steinbach. Gerade zu Beginn taten sich die beiden Südwest-Regionalligisten nach Corona-bedingt mehr als fünf Monaten Zwangspause schwer, Spielfluss kam in den ersten zehn Minuten nicht auf. Über einen Kopfball von Sasa Strujic tasteten sich die favorisierten Gäste heran (8.), ehe der frühere Haigerer Nikola Trkulja bei der im Grunde einzigen gefährlichen Gießener Szene einen Freistoß aus 17 Metern in die Mauer setzte (15.).

Ein Elfmeter brachte Steinbach Sicherheit, nachdem Johannes Hofmann Kevin Lahn im Strafraum zu Fall gebracht hatte, Dennis Wegner erst an seinem früheren Kollegen im Gießener Tor, Frederic Löhe, scheiterte und Sascha Marquet den Abpraller trocken einnetzte (19.). Der FCG verhaspelte sich anschließend zu oft, die Steinbacher wurden durch frühe Ballgewinne immer gefährlicher. Nicht so überraschend daher das 2:0 durch Neuzugang und Antreiber Christian März, der aufgerückt war und den Ball nach Wegners Zuspiel nur noch über die Linie drücken musste (36.).

Glück für die mit sechs Neuen in der Startelf aufgelaufenen Gießener, dass erst Strujic und dann der nicht immer sichere Mateus in Slapstick-Manier zweimal in einer Aktion nur Aluminium trafen (43.). Glück allerdings auch in der Nachspielzeit der ersten Hälfte, dass Tino Bradara nach einem mehr als nur angedeuteten Kopfstoß gegen den umtriebigen FCG-Angreifer Aykut Öztürk mit Gelb davonkam.

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Der Weg für einen von mehreren Regionalliga-Meisteranwärtern schien frei, doch mit Beginn der zweiten Halbzeit wurde Gießen nach zahnloser erster Hälfte forscher. Und kam gleich zum Anschluss, als Öztürk nach einem an ihn verübten Foulspiel den ebenfalls berechtigten Strafstoß trocken gegen Raphael Koczor, diesmal für Paterok im Gästetor, verwandelte (51.). "Joker" Andrej Markovic hatte anschließend das 2:2, Dennis Wegner wiederum das 3:1 auf dem Fuß, sie fanden jedoch in Koczor beziehungsweise Löhe ihre Meister.

Es deutete sich eine packende letzte halbe Stunde an, doch anschließend verflachte das Spielgeschehen wieder, wobei die drückende feuchte Luft daran sicherlich Aktien hatte. Gießen versuchte noch einmal vieles, doch auch die Einwechselspieler vermochten keine Impulse zu setzen. Vielmehr ging dem ganzen Spiel auf beiden Seiten durch die Wechsel ein wenig die Struktur flöten. In dem Moment jedoch, als die Sache endgültig durch schien, sorgte Steinbachs Keeper Koczor noch einmal für Brisanz. Schon verwarnt, spielte der Ex-Jenenser auf Zeit, flog vom Platz und wurde - da das Wechselkontingent schon erschöpft war - für die letzten Sekunden von Feldspieler Sören Eismann ersetzt.

Der TSV Steinbach hat so sein ganz klares Ziel, das Finale kommenden Samstag (16.45 Uhr, ARD) am Bornheimer Hang zu erreichen, geschafft. Die Gießener dürften trotz der knappen Niederlage Selbstvertrauen für die schwierige neue Regionalliga-Saison getankt haben. Auch neben dem Platz meisterten die Gießener ihre Aufgabe indes gut, das Hygienekonzept ging zumindest auf den ersten Blick super auf, die Ordner waren gut gebrieft, die Zuschauer diszipliniert. Das macht Mut.

Die Statistik:

FC Gießen: Löhe - Starostzik, Colak, Hofmann, Korzuschek (78. Hodja), Öztürk, Takehara (65. Erkilinc), Salem, Mateus (46. Markovic), Weiß, Trkulija.

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TSV Steinbach Haiger: Koczor - Strujic, März, Wegner, Marquet (60. Ilhan), Lahn (78. Bytyqi), Bradara (53. Hanke), Bender, Kirchhoff, Schüler, Eismann.

Schiedsrichter: Nicklas Rau (FC Kaichen).

Zuschauer: 1000.

Tore: 0:1 Sascha Marquet (19.), 0:2 Christian März (35.), 1:2 Aykut Öztürk (50., Foulelfmeter).

Gelb-Rot: Raphael Koczor (90., Steinbach).