Darf‘s ein bisschen mehr als 250 sein?

aus TSV Steinbach

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Gute Atmosphäre trotz coronabedingtem Abstand und Maskenpflicht: Die Sehnsucht auf Fußball treibt fast 1000 Zuschauer ins Gießener Waldstadion. Foto: Ben Volkmann

Die Frage nach der erlaubten Zuschauerzahl bei Fußballspielen ist nicht überall gleich zu beantworten.

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WIESBADEN. Wie viele Zuschauer dürfen derzeit ein Fußballspiel besuchen? Eine Frage, die sehr unterschiedlich zu beantworten ist. Aktuell in der Champions League und Europa League ist die Antwort eindeutig: keine! Geisterspiele werden wohl auch die Bundesliga und Zweite Liga zu Saisonbeginn noch weiter heimsuchen. In der Dritten Liga, in der der SV Wehen Wiesbaden wieder zu Hause ist, ist es dagegen noch völlig offen, ob und wie viele Zuschauer jeweils pro Spiel dabei sein dürfen.

Auch darunter droht gerade in Ligen wie in der Regionalliga Südwest mit Teams aus fünf verschiedenen Bundesländern mit unterschiedlichen Bestimmungen und Regelungen Wirrwarr. Aber auch innerhalb eines Bundeslandes dürfte es Unterschiede geben, segnen doch die örtlichen Gesundheitsämter eingereichte Hygienekonzepte ab. Mit diesen sind dann auch mehr als die 250 derzeit laut Verordnung erlaubten Menschen bei einer Großveranstaltung in Hessen möglich. Ein Beispiel war am Samstag das Hessenpokal-Halbfinale zwischen den Regionalligisten FC Gießen und dem TSV Steinbach Haiger. Im Gießener Waldstadion sahen knapp 1000 Zuschauer den 2:1-Erfolg von Steinbach Haiger. Mit Corona-Abstand sowie einer generellen Maskenpflicht auf der Tribüne. „Das war top organisiert. Der Verein hat das Konzept des Hessischen Fußball-Verbands angenommen und sehr gut umgesetzt. Für diese Anzahl an Zuschauern war das super“, zeigte sich Matthias Bausch, stellvertretender Verbandsfußballwart, zufrieden. Ob das Gießener Gesundheitsamt eine ähnliche Auffassung vertritt, ist zum jetzigen Stand noch unklar. Erst in den kommenden Tagen stellen die Behörden den Verantwortlichen ein Zeugnis aus.

Auf ein Go vom Gesundheitsamt für sein Hygienekonzept wartet derweil noch der FSV Frankfurt für das Hessenpokalfinale am Samstag (16.45 Uhr, live im Finaltag der Amateure in der ARD) im eigenen Stadion am Bornheimer Hang. Der FSV testete in Freundschaftsspielen zunächst mit 100, dann 250 Personen, nun sollen laut Konzept 800 Zuschauer, nur auf Sitzplätzen, ins eigentlich 12 500 Zuschauer fassende Stadion kommen dürfen.

Die Freundschafts- und Pokalspiele allerorten laufen derzeit quasi überall als Testballons. Im benachbarten Südwestdeutschen Fußballverband waren es gerade mal rund 100 erlaubte Kiebitze beim Halbfinale zwischen dem 1. FC Kaiserslautern gegen den Verbandsligisten SV Morlautern, das der Drittligist mühsam 2:1 gewann. Beim Finale am Samstag in Pirmasens zwischen dem FCK und Alemannia Waldalgesheim dürfen dann insgesamt 400 Zuschauer auf der Anlage sein.

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Schaut man Richtung Osten, sind sie schon einen Schritt weiter. Dort startete die Regionalliga Nordost am Wochenende bereits mit dem ersten Spieltag. Im hessischen Nachbarland Thüringen waren beispielsweise bei der Partie zwischen Carl Zeiss Jena und Babelsberg 1895 Fans vor Ort. Ob aber der Zuschauer-Krösus der Regionalliga Südwest, Kickers Offenbach, zum Start der Saison Anfang September, dann alle seine Dauerkarten-Inhaber – bisher sind schon knapp 3000 verkauft – glücklich machen kann, steht wie so vieles in diesen Wochen in den Sternen.

Neue Corona-Verordnungen, die auch wieder sehr schnell weitere Einschränkungen bringen können, könnten die Frage nach Zuschauern obsolet machen, wenn denn die Spiele überhaupt nicht stattfinden dürfen.