Dezimierter FCK beweist Moral: 2:2 gegen Sandhausen

aus 1. FCK

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Sandhausens Matej Pulkrab (l) und Kaiserslauterns Boris Tomiak kämpfen um den Ball.
© Uwe Anspach/dpa

Der 1. FC Kaiserslautern ist am Freitagabend nicht über ein Remis gegen den sich im Tabellenkeller befindlichen SV Sandhausen hinaus gekommen.

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Kaiserslautern. Genug wurde im Vorfeld spekuliert und tiefgestapelt, nachdem beim 1. FC Kaiserslautern unter der Woche reihenweise Spieler krankheitsbedingt passen mussten. Letztlich bekamen die Pfälzer am Freitagabend gegen den SV Sandhausen doch noch eine schlagkräftige Truppe zusammen. Anfängliche Probleme mündeten aber in der frühen Gästeführung durch Ahmed Kutucu (8.). Boris Tomiak (35.) und Kevin Kraus (76.) drehten die Partie dann aber für den FCK, ehe Sandhausens Franck Evina erneut zum 2:2-Endstand ausglich (80.).

Emotional wurde indes bereits vor Anpfiff: Publikumsliebling René Klingenburg verabschiedete sich von den Fans, nachdem er sich am Nachmittag mit dem Verein auf eine Vertragsauflösung geeinigt hatte. Ausgerechnet an diesem Spieltag wäre aber wohl ein Platz im Kader für ihn möglich gewesen. Mit Andreas Luthe, Nicolai Rapp, Nicolas de Preville, Aaron Opoku und Philipp Klement mussten fünf Spieler krankheitsbedingt passen. Weitere Ausfälle kamen hinzu. Als Ausrede sollte das aber nicht gelten, betonte Trainer Dirk Schuster im Vorfeld nochmals. Die Anfangsphase ließ dann aber doch anderes vermuten. Druckvolle Gäste machten dem FCK große Problem, vor allem die Abwehr wirkte nicht sattelfest. Schnell mündete das dann in der Führung für Sandhausen. Ahmed Kutucu tankte sich mit tollen Solo sehenswert durch, wurde von Robin Bormuth aber auch mehr begleitet als verteidigt. Auch Torwart Avdo Spahic machte nicht die beste Figur - 0:1 (8.). Kaiserslautern brauchte auch danach noch eine ganze Weile, um wirklich ins Spiel zu finden.

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Unentschieden geht in Ordnung

Nach einer halben Stunde war es dann ein wenig überraschend, als ein Steilpass von Terrence Boyd plötzlich die SVS-Abwehr aushebelte. Philipp Hercher flankte und Erik Durm lenkte den Ball auf die Latte. Der FCK witterte plötzlich Morgenluft und schlug eiskalt zu. Nach einer Ecke herrschte Unordnung in Sandhausens Abwehr, die den Ball nicht wegbekam. Boris Tomiak nahm Maß und erzielte das 1:1 (35.). Es dauerte jedoch einige Minuten, bis Jubel unter den knapp 40.000 Zuschauern ausbrach. Lange schaute sich Schiedsrichter Max Burda die Videosequenz an, prüfte ob Hercher in Abseitsposition die Sicht des Torhüters behindert hatte. Eine knifflige Entscheidung - letztlich richtig, auf Tor zu entscheiden, es Argumente für beide Auslegungen habe. Den Treffer zu geben, war demnach auch keine klare Fehlentscheidungen, die einen Widerruf durch den VAR gerechtfertigt hätte. Der FCK war damit zurück im Spiel, machte vor und auch direkt nach der Pause Druck, ehe sich das Spiel wieder zunehmend auf Augenhöhe und ohne wirkliche Höhepunkte abspielte.

Wieder musste der VAR eingreifen, ehe der Betzenberg zum Tollhaus wurde. Diesmal nach einem Handspiel von Hamadi Al Ghaddioui im eigenen Strafraum. Schiedsrichter Burda entschied diesmal schnell, gab Elfmeter für den FCK. Kevin Kraus verwandelte sicher - die Pfälzer hatten das Spiel gedreht (76.). Doch Sandhausen gab nicht auf und antwortete schnell. Nach einem ruhenden Ball verteidigte der FCK nicht konsequent genug, Franck Evina kam zum Kopfball und wieder machte auch Spahic keine gute Figur (80.). 2:2, aber noch blieben knapp zehn Minuten. Die boten zwar Kampf und Leidenschaft, aber eben weiterhin nur wenig Torraumszenen. Es blieb also bei einem Unentschieden, das letztlich in Ordnung ging. Auf das Erreichen der 40 Punkte müssen die Roten Teufel nun aber weiter warten.