Lilien-Trainer Anfang warnt: Wie ein angeschlagener Boxer

aus SV Darmstadt 98

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Lilien-Trainer Markus Anfang bei einer Pressekonferenz. Foto: Joaquim Ferreira

Lilien-Trainer Markus Anfang warnt davor, die Partie gegen schwer dezimierte Würzburger zu sorglos anzugehen. Und er warnt davor, das Spiel schon jetzt als gewonnen abzuhaken.

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DARMSTADT. So richtig wohl fühlte sich Markus Anfang, Trainer des Fußball-Zweitligisten SV Darmstadt 98, am Freitagnachmittag nicht, als um 15.30 Uhr die Spieltagspressekonferenz des SV 98 begann. „Wer das Spiel jetzt schon abschreibt, der macht einen Fehler“, sagte der 46-Jährige, der natürlich mitbekommen hatte, was in Würzburg so alles vorgefallen war. Dass die Kickers auf dem Zahnfleisch gehen, sei für seine eigene Vorbereitung aber nicht entscheidend.

„Es gab keine andere Herangehensweise als sonst“, sagte Anfang vor dem Spiel an diesem Samstag (Anstoß ist um 13 Uhr), „es ist aber natürlich eine außergewöhnliche Situation. Es wird für uns aber in keinster Weise leichter, man spricht ja nicht umsonst von angeschlagenen Boxern.“ Ein solcher seien vielleicht auch die Kickers. Anfang wollte sichtlich gar keine Debatte darüber aufkommen lassen, dass die Lilien haushoher Favorit sind gegen eine Mannschaft, die so noch nie zusammengespielt hat. „Wir wissen schließlich gar nicht, wer jetzt wirklich kommt.“

Verständnis für Würzburger Kollegen

Der Lilien-Coach zeigte Verständnis für seinen Würzburger Kollegen Bernhard Trares, der immens zornig ist. „Natürlich verstehe ich das. Es ist schwer, wenn man von jetzt auf gleich nicht mehr alle Spieler zur Verfügung hat. Das ist nicht optimal für eine Spielvorbereitung.“ Anfang erinnerte daran, dass man vor einigen Wochen nach dem 3:2-Sieg beim 1. FC Nürnberg darauf gebrannt habe, beim VfL Osnabrück nachzulegen – diese Partie wurde dann wegen Corona-Fällen beim VfL abgesagt. „Wir hatten damals bis zum Schluss alles dafür getan, um uns vorzubereiten. Das ist immer eine schwere Situation.“ Einen Corona-Fall gab es bisher in Darmstadt, Fabian Holland hatte gegen Paderborn und in Aue passen müssen. „Das war auch nicht leicht, uns hat von heute auf morgen der Kapitän gefehlt.“

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Verzichten muss Anfang gegen Würzburg auf den gelb-rot-gesperrten Lukas Mai, zudem ist Braydon Manu, der im Training über Schwindel klagte, nicht dabei. Nicolai Rapp und Fabian Schnellhardt könnten wieder mitwirken, Anfang will die Einsätze der beiden jüngst Verletzten aber dosieren. Matthias Bader hat wieder mittrainiert und könnte zum Einsatz kommen, genau wie Patrick Herrmann, der am Dienstag beim 4:0 in Fürth gesperrt war. Doch wer immer auch spielt: Anfang warnt eindringlich vor dem Gegner. Obwohl die Situation ungewöhnlich sei und viele das Spiel schon als gewonnen abhakten. „Wir gehen nicht raus mit dem Gedanken: Wir könnten uns blamieren“, gibt Anfang die Richtung vor. „Sondern mit dem Gedanken: Wir wollen gewinnen.“