Wer ersetzt Victor Palsson?

aus SV Darmstadt 98

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Victor Palsson (rechts) durfte am vergangenen Sonntag im DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Magdeburg mitwirken. Doch beim Zweitliga-Auftakt des SV Darmstadt 98 am Samstag in Sandhausen fehlt der Isländer (Gelb-Rot-Sperre). Foto: Jan Hübner

Der Auftakt war holprig, aber mit dem 3:2-Sieg nach Verlängerung beim 1. FC Magdeburg erfolgreich – und das zählt. Nach dem Erreichen der zweiten DFB-Pokalrunde geht es...

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DARMSTADT. Der Auftakt war holprig, aber mit dem 3:2-Sieg nach Verlängerung beim 1. FC Magdeburg erfolgreich – und das zählt. Nach dem Erreichen der zweiten DFB-Pokalrunde geht es für den SV Darmstadt 98 nun in der Zweiten Fußball-Bundesliga wieder um Punkte. Die Lilien starten am Samstag (13 Uhr) beim SV Sandhausen in die Saison. „Wir sind aus Magdeburg mit einem guten Gefühl nach Hause gefahren. Das ist wichtig. Nach der schlechten ersten Halbzeit haben wir in der Pause einige Dinge angesprochen, diese dann auch gut umgesetzt. Und wir haben uns belohnt. In der zweiten Halbzeit der Verlängerung haben wir Mentalität gezeigt, denn das war dann wenig Fußball, sondern viel Kampf“, zieht Markus Anfang in der Summe ein positives Fazit. Und er erneuert gebetsmühlenartig seine Erwartungen: „Es wird immer wieder Phasen geben, wo es nicht so funktioniert. Wir müssen den Jungs einfach Zeit geben.“

Für den neuen Lilien-Trainer ist es das erste Punktspiel seit über einem Jahr. Entsprechend groß ist die Vorfreude auf eine Saison, in der noch keiner so recht weiß, was wegen Corona auf die Mannschaften zukommt. In Sandhausen wird wieder vor Publikum gespielt. Doch wie viele Zuschauer ins Stadion dürfen, war am Donnerstag noch nicht klar. 460 sind zugelassen, doch Sandhausen hofft, kurzfristig noch die erlaubten 20 Prozent der Stadionkapazität erlaubt zu bekommen. Das wären etwa 3000. Dazu müsste die baden-württembergische Landesregierung ihre Corona-Verordnung aber kurzfristig überarbeiten. Dass die Zulassung von Zuschauern aber auch schnell wieder gekippt werden kann, bekam Bayern München am Donnerstag zu spüren: Wegen steigender Pandemiezahlen in der bayerischen Landeshauptstadt wurde für das Eröffnungsspiel gegen Schalke am Freitag die Öffnung für Zuschauer untersagt.

Bei den sportlichen Erwartungen legt sich Anfang nicht fest. „In der Zweiten Liga ist es so eng. Gewinnt man zwei Spiele, ist man oben dabei. Dann verlierst du zwei und bist wieder unten.“ Zu den Aufstiegskandidaten zählt er nicht nur die Bundesliga-Absteiger Düsseldorf und Paderborn. „Heidenheim wird nach dem Relegationsplatz seine Ansprüche nicht zurückschrauben. Der Hamburger SV hat mit der Verpflichtung von Simon Terodde gezeigt, wo er hin will. Nürnberg legt personell permanent nach. Das sind alles Mannschaften mit viel Potenzial.“ Und was traut er dem SV 98 zu? „Wir haben einige junge Spieler dazu bekommen. Unsere Mannschaft hat das Potenzial, eine richtig gute Saison zu spielen. Allerdings müssen wir den Jungs Zeit geben. Sie sollen sich weiterentwickeln und guten Fußball spielen. Das kann man nicht an einem Tabellenplatz festmachen. Wir wollen jedes Spiel gewinnen – und so gehen wir das auch an.“

Also auch in Sandhausen. Ein Verein, der seit Jahren zu den etablierten Zweitliga-Klubs zählt, „dem nicht die Wertschätzung zukommt, die er verdient hat“, sagt Anfang. Er muss am Samstag auf Victor Palsson verzichten, der im defensiven Mittelfeld der Lilien die zentrale Rolle spielt. Der Isländer hatte im letzten Spiel des SV 98 in der Saison 2019/20 beim VfB Stuttgart die Gelb-Rote Karte gesehen und ist gesperrt. „Ich habe Varianten im Kopf. Die Frage ist, ob wir in Sandhausen eine spielerische Lösung mit viel Ballbesitz anstreben. Oder eine defensivere Variante. Sandhausen versucht es oft mit langen Bällen“, vermutet Anfang, dass die Sandhäuser auf die abprallenden zweiten Bälle setzt. „Da müssen wir dabei sein.“ Doch einen „klassischen“ zweiten Sechser (wie vergangene Saison Yannick Stark) hat Anfang nicht im Kader, auch wenn die Auswahl im Mittelfeld groß ist. Fabian Schnellhardt, Seung-ho Paik oder auch Tobias Kempe könnten die Palsson-Rolle einnehmen.

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Während die vor einer Woche noch angeschlagenen Mathias Honsak und Tim Skarke bereits im DFB-Pokal wieder am Ball waren, dürfte Immanuel Höhn weiter ausfallen. „Er hat nach wie vor Schwierigkeiten, das wird wohl nicht reichen bis Samstag“, rechnet Anfang nicht mit dem Innenverteidiger. Fraglich ist auch Felix Platte. Anfang: „Er hat sich am Donnerstag abgemeldet, weil er sich schlapp gefühlt hat.“