Fans sollen die Dynamites beflügeln

Die Foto-Aufsteller, mit denen die Dynamites beim jüngsten Heimspiel gegen den Thüringer HC versucht haben, die Tribüne etwas voller wirken zu lassen, werden an diesem Sonntag durch echte Menschen ersetzt. Foto: hbz/Stefan Sämmer

Warum die Handballerinnen trotz der Corona-Verschärfungen gegen Göppingen 100 Zuschauer begrüßen dürfen.

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MAINZ. Es sind zwei Faktoren, die dafür sorgen sollen, dass die Bundesliga-Handballerinnen des FSV Mainz 05 an diesem Sonntag (16 Uhr, Sporthalle Gymnasium Oberstadt) gegen Frisch Auf Göppingen ihre ersten Saisonpunkte einfahren. Zum einen der Faktor Zeit: Dank der Länderspielpause konnte sich die Mannschaft um Trainer Florian Bauer intensiv und in zehn Übungseinheiten ganz gezielt auf den Gegner vorbereiten. Zum anderen der Faktor Fans: Im dritten Heimspiel der noch jungen Runde werden die Dynamites-Handballerinnen erstmals vom eigenen Anhang unterstützt werden. 100 Fans dürfen in die Halle, die normalerweise rund 500 Zuschauer fasst.

Dass die Stadt Mainz erst am Freitag die Corona-Regeln verschärfte, musste bei den 05-Verantwortlichen zu keinem Umdenken führen. Nach dem Erreichen der Gefahrenstufe Orange hatte die Stadt die Höchstgrenze bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen auf bis zu 75 Personen begrenzt. Sofern es keine fest zugeordneten Sitzplätze mit Kontaktnachverfolgung gibt. „Und genau dies ist bei uns ja der Fall“, so Karl-Heinz Elsäßer, der Handball-Abteilungsleiter des FSV Mainz 05. Die Tickets wurden nur personalisiert veräußert, die Zuschauer erhalten einen fest zugewiesenen Sitzplatz. „Wir haben aufgrund der Kürze der Zeit die Karten nicht verschickt. Deshalb kann es am Einlass zu Verzögerungen kommen“, wirbt Elsäßer dafür, dass die Zuschauer möglichst frühzeitig die Halle aufsuchen. Der Ablauf dort ist klar reglementiert: Im Eingangsbereich wird die Temperatur gemessen. Speisen und Getränke sind unzulässig. Die Maskenpflicht endet erst mit dem Erreichen des zugeteilten Sitzplatzes. Die Laufwege (auch zu den Toiletten) sind unbedingt einzuhalten. Und die Zuschauer, die auf der vom Spielfeld aus gesehenen linken Tribüne sitzen, dürfen die Halle nach der Partie erst verlassen, wenn die Spielerinnen allesamt im Kabinentrakt verschwunden sind. In der Halbzeit werden die Notfall-Türen zur Lüftung geöffnet. „Wir sind gewappnet,“ ist sich Karl-Heinz Elsässer sicher, dass er und seine Crew alles bedacht haben. Und er hofft darauf, dass sich der enorme Aufwand, den die Handball-Abteilung betrieben hat, auch lohnt.

Dafür wiederum will und muss Florian Bauers Mannschaft sorgen. Und auch wenn der Mainzer Coach nicht ganz sorgenfrei ins Spiel am Sonntag geht, versprüht er ordentlich Optimismus: „Ich habe immer gesagt, dass jetzt im Oktober die Spiele kommen, in denen wir punkten wollen. Und ich bleibe dabei: Wir haben den Anspruch, auch in der kommenden Saison Bundesliga zu spielen, deshalb haben wir auch den Anspruch, dieses Spiel zu gewinnen.“ Unter dieser Prämisse hat der 40-Jährige seine Mannschaft eingestellt: „Und wir haben wirklich gut Vollgas gegeben“, freut sich Bauer über zwei Trainingswochen, die in einem Test gegen die eigene zweite Mannschaft gipfelten, der „deutlich den Unterschied zwischen Bundesliga und Dritte Liga“ gezeigt habe. „Das hat wirklich schon sehr gut ausgesehen.“

Stefanie Güter fällt aus, Anika Hampel ist fraglich

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Personell freilich muss der Dynamites-Trainer noch ein wenig Puzzlearbeit verrichten. Mit einer Fußverletzung fällt Abwehrspezialistin Stefanie Güter definitiv aus. Auch Youngster Anika Hampel wird wohl nicht mitmischen können. Die 16-jährige Juniorennationalspielerin zwickt es im Rücken. „Da müssen wir einfach vorsichtig sein“, will Bauer seinen Rohdiamanten eher schonen denn verheizen.

Während die Dynamites bislang vier Niederlagen in ihrer persönlichen Saison-Vita stehen haben, kommt Göppingen, das mit der letztjährigen Dynamites-Kreisläuferin Alexandra Tinti aufkreuzen wird, auf einen Sieg bei zwei Niederlagen. „Die Qualität der ersten Neun ist richtig gut,“ weiß Bauer, der sein Team auch auf die extrem offensive 5-1-Abwehr, die die Göppingerinnen bisweilen spielen, eingestellt hat. „Ich denke, dass wir ein paar Lösungen erarbeitet haben.“ Und sollten diese nicht sofort greifen, setzt der Coach auf den eigenen Anhang. „Auch wenn die Halle nicht voll sein wird, können uns die Fans auf jeden Fall helfen. Rückhalt ist einfach immer wichtig“, so der Coach.