TSG Oberursel: Ist Auftaktniederlage schon vorerst letztes Spiel?

Durchgesetzt: So wie hier Claire Ramacher (am Ball) können sich die Handballerinnen der TSG Oberursel beim Oberliga-Auftakt in Kirchhof nur selten durchsetzen.  Foto: zyk

Handball-Oberliga Frauen: Das Oberurseler Gastspiel bei Kirchhofs Junioren wurde als einzige Partie des ersten Spieltags angepfiffen. Folgt die Einstellung des Spielbetriebs...

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MELSUNGEN/OBERURSEL. Verpatzt: Die Oberliga-Handballerinnen der TSG Oberursel verloren am Samstagabend bei der SG Kirchhof II mit 27:34 (14:17). Die Partie war die einzige des ersten Spieltages, die in der Oberliga ausgetragen wurde. Denn die übrigen sechs Begegnungen wurde wegen der Corona-Pandemie kurzfristig abgesagt.

SG Kirchhof II - TSG Oberursel 34:27

"Wir haben in den ersten 20 Minuten überhaupt nicht in unser Spiel gefunden, waren in der Abwehr zu harmlos", sagte Oberursels Spielführerin Viktoria Heilmann nachher. Das Spiel begann mit hohem Tempo. Die Gastgeberinnen agierten in der Abwehr aggressiv und im Angriff entschlossen. Über 9:5 ging die Zweitliga-Reserve 16:9 nach 20 Minuten in Führung. Immer wieder taten sich große Lücken im Abwehr-Innenblock bei der TSG auf. "Wir haben da nicht so zugepackt wie in den Vorbereitungsspielen", fand Heilmann. Oberursel fasste denn auch nach einer Auszeit von Trainer Paul Günther erst so richtig zu. Tor um Tor verkürzten sie nunmehr den Rückstand auf 14:17 zur Pause.

Diesen Schwung nahm die Mannschaft auch in der zweiten Halbzeit zunächst auf und kam zum Ausgleich - 21:21 (42.) TSG-Trainer Paul Günther sah noch einen anderen Aspekt. "Es war zu sehen, dass in einigen Situationen die Erfahrung und die Ruhe fehlte. Wir waren ja in der zweiten Hälfte auf Augenhöhe", resümierte er die 60 Minuten. Als nämlich Claire Ramacher, auffälligste Akteurin der Gäste, zum 25:24 für Oberursel (50.) einwarf, schien der Abend in Osthessen noch ein gutes Ende zu nehmen. Eine Minute später wäre sogar eine Zwei-Tore-Führung möglich gewesen. Die TSG verspielte diesen Angriff jedoch überhastet. "Machen wir da das nächste Tor, verlieren wir hier nicht. So gingen die Köpfe runter, und Kirchhof hat dann das Spiel konsequent zu Ende gebracht", schilderte er die entscheidende Phase des Spiels aus seiner Sicht.

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Wie dieses eine Spiel die TSG Oberursel letztlich im weiteren Saisonverlauf einzuordnen ist, dürfte sich in den nächsten Tagen zeigen. Denn in welcher Form der Hessische Handball-Verband als für die Liga zuständige Instanz auf die erhöhten Infektionszahlen und die Einstufung einiger Städte und Landkreise als Risikogebiete reagiert, ist noch unklar. Der Bezirksverband Wiesbaden/Frankfurt jedenfalls hat am Sonntagmorgen die vorläufige Einstellung des Spielbetriebs auf seiner Ebene verkündet (siehe Meldung).

SG Kirchhof II: Schneider, Rehbein; Immelnkämper (1), Führ (3), Prauss, Herwig, Günther (4/3), Koltschenko (11), Bänfer, Bär (1), Sauerwald (2), Spatz (9), Scharff (3).

TSG Oberursel: Zeiler, Aassou; Djini (1), Geiger, Mies (2), Zsigmond (2), Heilmann (4/1), Schumacher, Götz (3/1), Müller (2), Ramacher (9), Bucher (4).

Schiedsrichter: Mäkitalo/Schäfer - Siebenmeter: 3/3:3/2 - Zeitstrafen: 6:8-Minuten - Zuschauer: 70.