Wehrheimer Athleten erleben ein Tief

Beim Speerwerfen "passt" es mit guten 52,77 Metern für Fynn Lenzner (TSG Wehrheim) bei den hessischen Mehrkampf-Meisterschaften in Darmstadt. In einigen anderen Disziplinen bleibt er aber hinter seinen Möglichkeiten deutlich zurück. 5340 Punkte bedeuten Platz fünf im Zehnkampf der Altersklasse U18.  Foto: kie

Hessische Mehrkampf-Meisterschaften der Leichtathleten: Fynn Lenzner bleibt weiter unter seinen Möglichkeiten, Nick Lehl muss verletzt aufgeben. Suren Danieljan (TSG Oberursel)...

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. HOCHTAUNUS (kie). Mit einem Überraschungs-Coup wartete ein Sprintspezialist bei den hessischen Mehrkampf-Meisterschaften der Leichtathleten in Darmstadt auf. Suren Danieljan (TSG Oberursel) holte sich bei den Männern mit 5887 Punkten die Vizemeisterschaft Ein gutes Resultat für einen Athleten, der sonst bei Wettkämpfen nur über 100 und 200 Meter in den Block geht. Natürlich profitierte Danieljan auch von der in Summe nicht ganz so starken Besetzung in der Männerklasse.

Der Mann aus der Brunnenstadt legte über 100 Meter mit 11,26 Sekunden glich prächtig los und war damit sogar einen Tick schneller unterwegs als bei der "Einzel-HM" am Wochenende zuvor in Friedberg. Weiter ging es mit 6,04 Metern im Weitsprung, 11,37 Metern mit der Kugel, 1,78 Meter im Hochsprung sowie 53,41 Sekunden auf der Stadionrunde. Die zweite Halbzeit läutete Danieljan mit 17,79 Sekunden über 110 Meter Hürden ein, gefolgt von 33,57b Metern im Diskusring, 3,40 Metern mit dem Stab, 43,74 Metern im Speerwerfen sowie 4:50,87 Minuten über die abschließenden 1500 Meter. Der Titel ging mit 6449 Zählern an Lokalmatador Sven Dunkel (ASC Darmstadt), der jedoch Mehrkampfspezialist ist. Noch besser waren die starken 7152 Punkte, die Severin Zentgraf (USC Main) als Gast-Starter markierte.

Weit entfernt

Eine Medaille und eventuell die "6000er Marke" waren das Ziel von Fynn Lenzner (TSG Wehrheim) im Zehnkampf der U18. Zumindest das Edelmetall sollte von der Papierform machbar sein, da das Feld in dieser Altersklasse bis auf den Top-Mann Björn Langer (LG Wettenberg) nicht sonderlich stark besetzt war. Lenzner legte mit einer neuen Bestzeit über 100 Meter (12,22 Sekunden) auch gut los, doch die schwachen 5,45 Meter im folgenden Weitsprung waren gleich wieder ein Rückschlag. Die 12,29 Meter mit der Kugel waren laut Techniktrainer Adrian Ernst ein "Sicherheitsstoß" und im Rahmen der Möglichkeiten. Beim Hochsprung wurden akzeptable 1,60 Meter notiert, doch nur 57,59 Sekunden über 400 Meter sind in der U18 zu wenig, um in Richtung 6000 Punkte zu blicken.

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Der zweite Tag begann mit 16,51 Sekunden über 110 Meter Hürden. Knackpunkt beim Kampf um eine Medaille war zweifelsfrei das Diskuswerfen. Lenzner, der sonst eigentlich ein starker Techniker ist, blieb weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Der Kaderathlet warf den Diskus in dieser Saison schon auf eine 43er Weite, kam in Darmstadt jedoch nur auf 30,00 Meter. Damit fehlten ganz viele Punkte, um bei der Medaillen-Vergabe nicht mitreden zu können. Mit 3,90 Metern im Stabhochsprung gelang dem TSGler zwar noch eine neue Bestmarke und auch gute 52,77 Meter in seiner Paradedisziplin Speerwerfen konnten sich allemal sehen lassen. Trotzdem war nach dem verfehlten Edelmetall die Luft raus, was auch die "gejoggten" 5:48,18 Minuten über 1500 Meter belegen. Am Ende standen 5340 Punkte und ein fünfter Platz zu Buche. Für "Bronze" hätten lockere 5404 Zähler ausgereicht.

Pech hatte im gleichen Wettkampf Nick Lehl (ebenfalls TSG Wehrheim), der im Vorfeld bereits mit Rückenproblem zu kämpfen hatte. Lehl wollte es mit dem Zehnkampf aber unbedingt versuchen, musste nach den beiden ersten Disziplinen jedoch die Segel streichen.

Im Siebenkampf der W15 lag Amelie Velte (TV Dornholzhausen) beim Kampf um eine Medaille richtig gut im Rennen, doch ein Hakler über die 80 Meter Hürden und nicht so starke 800 Meter machten der Kurstädterin einen Strich durch die Rechnung. Am Ende bedeuteten 3217 Punkte Platz sechs unter knapp 20 Starterinnen. Teamkollegin Sophia Bockeloh holte sich im Siebenkampf der jüngeren W14 mit 2963 Zählern als Achte ebenfalls noch eine der begehrten HM-Urkunden. Eine Platzierung unter den Top-Ten wollte Lea Borngräber im Siebenkampf der U18 erreichen. Doch die Athletin im Trikot des MTV Kronberg patzte in ihrer Paradedisziplin Speerwurf mit drei ungültigen Versuchen und trat dann zu den abschließenden 800 Metern gar nicht mehr an.