Wehrheimer Koletzko springt neuen Kreisrekord

Knackt mit seinem tollen Sprung auf 7.20 Meter in Herborn den Kreisrekord: der Wehrheimer Oliver Koletzko. Archivfoto: kie

Der Wehrheimer Leichtathlet Oliver Koletzko hat beim Sportfest in Herborn einen tollen Weitsprung auf 7.20 Meter hingelegt und damit auch einen neuen Kreisrekord markiert.

Anzeige

HOCHTAUNUS. Ein Trio aus dem Taunus hatte eine Einladung zum "Sparkassen Sportfest" in Herborn erhalten, bei dem der Weitsprung im Fokus stand. Mit dabei im Elitefeld war auch Oliver Koletzko von der TSG Wehrheim.

Nach einem ungültigen Versuch zum Auftakt passte es im zweiten Durchgang für den B-Jugendlichen (also U18) optimal. Der Kaderathlet flog bei moderatem Rückenwind (+ 0,7 m/sec.) auf überragende 7,20 Meter. Damit stand für "Oli" erstmals eine "7" vor dem Komma und er belegte in einem gemischten Feld (Männer, Jugend A und B) den sechsten Platz. Mit seiner Top-Weite knackte Koletzko auch locker den Kreisrekord, den seit Juli 2017 Tobias Marek (Königsteiner LV) mit glatten sieben Metern gehalten hatte. Zur Bestmarke bei der älteren A-Jugend fehlten dem Weitenjäger im TSG-Trikot nur noch fünf Zentimeter - im Laufe der Saison wohl noch eine lösbare Aufgabe.

Vor zwei Wochen war das 15-jährige Talent bei der Bahneröffnung daheim im Oberloh-Stadion bereits auf 6,96 Meter gekommen und aus der Hallensaison standen 6,98 Meter zu Buche. Ein "Siebener" war auch nach den Werten der jüngsten Trainingswochen nur noch eine Frage der Zeit. Mit den 7,20 Metern gelang Koletzko auch auf den Zentimeter eine Punktlandung in Sachen Normerfüllung für das "Europäische Olympia-Jugendfestival" in Baku (Aserbaidschan 21. bis 27. Juli). Für den Trip ans Kaspische Meer gibt es vom Verband aber nur ein Ticket. Aktuell ist bei der B-Jugend Karl Junior Boateng bundesweit die Nummer eins. Der Weitenjäger vom Hamburger SV war in Herborn auch am Start und gewann die Wertung der B-Jugend mit 7,28 Metern vor Koletzko. "Ich denke, das ist noch mehr möglich, Oliver hat sich sehr gut präsentiert", so der hessische Landestrainer Peter Rouhi über den Auftritt von Koletzko.

Bei der Weitenjagd im Rehbergstadion wurde Jeremy McQueen (ebenfalls TSG Wehrheim) Sechster bei der älteren A-Jugend. Der Zehnkämpfer hatte seinen besten Sprung bei 6,71 Metern und mit vier gültigen Sprüngen zwischen 6,64 und 6,71 Metern auch eine sehr stabile Serie. Den Wettkampf der Männer gewann mit dem neuen Meeting-Rekord von 7,69 Metern Mattis Leon Winter (TSV Bayer 04 Leverkusen). Eine Weite, die Gianluca Puglisi (Königsteiner LV/Bestmarke 7,82 m) auch schon mehrfach übertroffen hat. Diesmal standen für den Bundeskaderathleten jedoch lediglich 7,32 Meter zu Buche. Der KLVler, Dritter der Hallen-DM von Leipzig, hatte somit einen ausbaufähigen Einstieg in die Freiluftsaison. In den vergangenen Wochen bastelte der Medizinstudent mit seinem Trainer Jürgen Sammert am Anlauf, besonders an den letzten vier Schritten. Hier fand eine Verkürzung von 9,30 Metern auf nun glatte neun Meter statt. Das sollte nun im Wettkampf getestet werden. "Die Sprünge an sich waren in der nachträglichen Analyse von der reinen Technik her ganz gut. Die letzte Phase des Anlaufes hat eben noch nicht so ganz geklappt. Ich war immer zu weit weg vom Brett. Wir sind aber auch nicht mit der Erwartung angereist, dass die Umstellung sofort umsetzbar ist", so Puglisi. Während einige Mitglieder seiner Gruppe für ein weiteres Trainingslager den Flieger nach Belek bestiegen, muss Puglisi in Vorbereitung auf weitere Prüfungen im Medizinstudium in den nächsten Wochen verstärkt im Hörsaal präsent sein und das Training daheim erledigen.

Anzeige

Comebacks

In Mannheim schnürten zwei Sprinter aus dem Taunus ihre Spikes, wobei fast alle Rennen unter dem teilweise sehr böigen Wind litten. Aaron Heinz (MTV Kronberg) gewann in guten 11,26 Sekunden die 100 Meter der B-Jugend, musste hier aber gegen einen strammen Gegenwind (- 1,9 m/sec.) ankämpfen. Bei regulären Bedingungen wäre die Bestzeit des MTVler (11,16 sec.) sicherlich gefallen. Auch über 200 Meter ließ der MTVler nichts anbrennen und setzte sich mit 22,39 Sekunden (- 1,2 m/sec.) sicher durch. Auch hier ist das Knacken des "Haurekordes" (22,24 Sekunden) sicherlich nur eine Frage der Zeit. In beiden Disziplinen kann Heinz gleich beim ersten Freiluftrennen der Saison einen Haken an die DM-Norm machen und nun den Verlauf der weiteren Saison entspannter angehen.

Nach fast einem Jahr Wettkampfabstinenz wegen diverser Verletzungen ging in Mannheim Tim Kolbe (TSG Friedrichsdorf) wieder in den Startblock. Der Sprinter aus der Zwiebackstadt gewann die 100 Meter der A-Jugend (U20) in 11,53 Sekunden (- 1,9 m/sec.) und kämpfte sich damit ganz vorsichtig an seine alte Form ran.

Comeback Nummer zwei aus lokaler Sicht gab es beim Abend-Meeting in Pfungstadt, in das gleichzeitig die hessischen Meisterschaften im Hindernislauf integriert waren. Hier war es Charlotte Brühl (Königsteiner LV), die ebenfalls fast ein Jahr keine Wettkämpfe bestreiten konnte. Die Mittelstrecklerin, sonst eher über 800 Meter unterwegs, machte einen Ausflug auf die 1500 Meter Hindernis-Distanz und holte sich bei der weiblichen B-Jugend in 5:23,79 Minuten auf Anhieb "Hessen-Bronze". Zur DM-Norm fehlten der KLVlerin gerade einmal 3,79 Sekunden. Eine Aufgabe, die in den nächsten Rennen durchaus lösbar erscheint. Brühl ist ihre Premiere über die 1500 Meter Hindernis recht vorsichtig angelaufen, hatte besonders vor dem Wassergraben Respekt und hätte sich am Balken etwas mehr abdrücken können. Ihre Team- und Altersklassenkollegin Anne Burkadtova beendete ihr erstes Rennen nach dem Trainingslager in der tschechischen Heimat nach 2:34,53 Minuten auf Rang zwei über 800 Meter. Millen Borgeld (ebenfalls KLV) beendete die 400 Meter der A-Jugend in 56,70 Sekunden als Vierter.