Die Rückkehr des Marco Diehl

WEILTALMARATHON  Nach sechs Jahren Pause zum fünften Sieg

Auf den letzten Metern: Marco Diehl gewinnt zum fünften Mal im Weiltal. (Foto: Bethke)

Die beiden schnellsten über 22 Kilometer: Sieger Dirk Schmitt (r.) und Viktor Baitinger (AS LahnLaender Lahnau). (Foto: Bethke)

Siegerlächerln: Silke Kaliner vom SV Altenahr ist nach 3:18:14 Stunden schnellste Frau über 42,195 Kilometer. (Foto: Bethke)

Ein Prosit auf die gute Zeit: Der Wirbelauer Ralf Schmiade finishte nach 3:14,08 Stunden auf Rang 24. (Foto: Bethke)

Mathias Georgi vom LC Mengerskirchen wurde als Achter bester Läufer aus dem Kreis über 22 Kilometer. (Foto: Bethke)

Freienfelser Familienbande: Dieter Wick absolvierte die zwölf Kilometer, Tochter Tanja und Schwiegersohn Dirk Buchwald liefen zusammen ab Emmershausen über 22 Kilometer. (Foto: Bethke)

Pure Freude: Der Thalheimer Andreas Millen läuft persönliche Bestzeit und ist bester Kreisstarter auf der Marathonstrecke. (Foto: Bethke)

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2003 hatte sich der Läufer der LG Friedberg-Fauerbach zum ersten Mal überhaupt für einen Marathon angemeldet. Es war die Premiere im Weiltal, es war auch seine Premiere. Es entwickelte sich eine kleine Liebesbeziehung zwischen dem IT-Spezialisten und der Strecke von Arnoldshain nach Weilburg. Sie hatte viele schöne Momente. Der schönste war sicherlich der Sieg 2007 in noch heute gültiger Rekordzeit von 2:29 Stunden.

Bei seiner Rückkehr nach seinem letzten Triumph 2008 spielte die Zeit keine Rolle. „Das war nebensächlich“, meinte Marco Diehl mit Hinweis auf seine Sehenverletzung im Oberschenkel. Auch habe er nicht die allerletzten Körner verpulvert. „Nächste Woche steht ja Hamburg an, mein 150. Marathon“, erklärte der Eddersheimer, der sich bald in Oberursel ein Häuschen bauen will.

Mit seiner Rückkehr ins Weiltal hatte Diehl schon Anfang des Jahres geliebäugelt. Der Entschluss kam dann ganz spontan, auch als kleine Überraschung für den Veranstalter. „Wir haben uns total gefreut, als sich Marco nachgemeldet hat“, erzählte Birgit Roos vom Organisationsteam des veranstaltenden Naturparks Hochtaunus. „Er ist einfach das Gesicht des Weiltal-Marathons“, ließ es sich Karl-Heinz Stoll, Naturpark-Vorstandsmitglied, nicht nehmen, als Erster zu gratulieren.

Dem Sieger war die Freude über den Erfolg anzumerken: „Mir gefällt es hier einfach, auch wenn die Strecke muskulär anspruchsvoll ist. Aber die Leute geben sich so viel Mühe, dass wir den Lauf genießen können. Einfach toll“, sprudelte es aus Diehl heraus.

Dass der Sieger kaum außer Atem war, war auch seinem großen Vorsprung geschuldet, denn der zweitplatzierte Lorenz Kahl (TGM SV Jügesheim) folgte in 2:50:24 Stunden mit deutlichem Rückstand. Wiederum nur einen Wimpernschlag dahinter erreichte Marc Steindl (MTV Kronberg) nach 2:50,25 Stunden den Zielstrich.

Der Thalheimer Andreas Millen 
ist schnellster Kreisstarter
im Marathon

Auch wenn Andreas Millen noch ein Stückchen entfernt ist von einer Zeit unter drei Stunden, war sein Grinsen bei der Zielankunft berechtigt. Der Thalheimer finishte nach 3:10:06 Stunden als bester Starter aus dem Kreis Limburg-Weilburg auf Platz 18. „Das war ein genialer Lauf. Ich habe meine absolut beste Zeit gelaufen“, freute sich Millen. Der 45-Jährige hatte seinen linken Unterarm mit Durchgangszeiten vollgekritzelt. Eine gute Idee, „denn so bin voll im Plan geblieben“. Aufgegangen ist auch die Taktik von Silke Kaliner (SV Altenahr). Die Rheinland-Pfälzerin krönte ihre erste Teilnahme im Weiltal mit dem Sieg in der Frauenwertung nach 3:18:14 Stunden. Dafür benötigte sie persönliche Bestzeit, auch wenn die Konkurrenz weit abgeschlagen eintrudelte. „Es lief für mich von Beginn an super. Auch dank meines Begleitfahrers“, lobte die schnellste Frau ihre Radbegleitung Uli Graf.

Der Altweilnauer berichtete über „nette Unterhaltungen“ auf der Strecke: „Erst haben wir beide geredet, zum Schluss nur noch ich“, schmunzelte Graf. Sein Kollege Thomas Brück fuhr an der Seite von Marco Diehl: „Immer wenn es berghoch ging, hat er ganz schön Gas gegeben“, schilderte der Mountainbiker die letztlich entscheidenden Vorteile des Siegers, der die Strecke aus dem Effeff kennt.

Dass es aber auch ohne „Ortskenntnis“ geht, bewies Dirk Schmitt (AS LahnLaender Lahnau). Der Gewinner über 22 Kilometer hatte sich ein Duell mit seinem Teamkollegen Viktor Baitinger geliefert, der nach 1:25:05 Stunden gegenüber der Siegerzeit von 1:24:47 Stunden dann doch ein paar Sekunden einbüßte. Sieben Kilometer vor dem Ziel hatte sich das Duo abgesetzt und den drittplatzierten Achim Krombach (SC Oberursel, 1:25:46) distanziert. Dass Schmitt die Nase vorne hatte, war für den Triathleten schnell erklärt: „Es lief einfach optimal für mich.“

Prisca Lepper-Schwarzer (RSC Oberstedten) erging es bei ihrem Erfolg in der Frauenwertung nach 1:34,24 Stunden ähnlich. Auch die 45-Jährige ist ein Gesicht des Weiltals. „Wir sehen uns dann wieder mal bei der Siegehrung“, grinste Karl-Heinz Stoll in Richtung der nunmehr vierfachen Siegerin über etwas mehr als die halbe Marathonstrecke.
Etwas kürzer mochte es Jan Streblow. Der Mann von der LG Eintracht Frankfurt entschied die zwölf Kilometer ab Weilmünster nach 42:56 Minuten für sich. Olaf Wickenhöfer (Lauf-AG Adolf-Reichwein-Schule, 43:02) und Fateh Saleh (team-naunheim.de, 43,44) konnten da nicht mithalten.

Durch etliche Nachmeldungen knackte die 13. Auflage des Weiltalweg-Landschaftsmarathons wieder die 1000-Teilnehmer-Marke, auch wenn sich der Trend weg von der klassischen Distanz hin zu kürzeren Wegen auch am Sonntag fortsetzte.
Einen weiteren Bericht über das Abschneiden der heimischen Starter lesen Sie in der morgigen Ausgabe.

 

Ergebnisse

- Marathon

Gesamtklassement: 1. Marco Diehl (DVAG-Marathon-Team) 2:44:09; 2. Lorenz Kahl (TGM SV Jügesheim) 2:50:24; 3. Marc Steindl (MTV Kronberg) 2:50,25; 4. Harald Horstkotte (Schmitten) 2:51:41; 5. Daniel Roth (Team beVegt.de) 2:54:59; 6. Johannes Waldschmidt (RG Wetzlar) 2;56:42; 7. Andreas Krebs (LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain) 2:58:22; 8. Jochen Philipp (DZ Bank Runners) 2:59:26; 9. Lothar Köhler (SC Oberursel) 2:59:33; 10. Adrian Brückel (Usinger TSG) 3:00:45. 

 Frauenwertung: 1. Silke Kaliner (SV Altenahr) 3:18:14; 2. Barbara Keller (ETSV Lauda) 3:21:46; 3. Gabriele Kenkenberg (LC Olympia Wiesbaden) 3:24:42; 4. Katja Friedländer (Niedernberg) 3:29:01; 5. Andrea Groch (TSG Kaiserslautern) 3:37:56; 6. Johanna Schlegel (treeworker sports team) 3:39:09; 7. Ria Bohrer (Schnauftreff Oberursel) 3:43:43; 8. Katrin Schäfer (Team beVegt.de) 3:43:51; 9. Christiane Küttner (BSG Rheinpark Köln) 3:44:35; 10. Monika Fischer (TSV Ober-Erlenbach) 3:45:40.

-22 Kilometer

1. Dirk Schmitt (AS LahnLaender Lahnau) 1:24:47,4; 2. Viktor Baitinger (AS LahnLaender Lahnau) 1:25:05,2; 3. Achim Krombach (SC Oberursel) 1:25:46,7; 4.- Marco Dohle (ASC Marathon Friedberg) 1:26:22,2; 5. Gunnar Klös (AS LahnLaender Lahnau) 1:28:27,6; 6. Matthias Raff (team-naunheim.de) 1:28:43,6; 7. Andreas Hauck (SC Oberursel) 1:28:58,1; 8. Mathias Georgi (LC Mengerskirchen) 1:29:56, 7; 9. Henning Schenckenberg (SG Anspach) 1:31:01,0; 10. Alexander Kahl (Frankfurt) 1:31,43,9.

- 12 Kilometer

Einzelwertung: 1. Jan Streblow (LG Eintracht Frankfurt) 42:56,6; 3. Olaf Wickenhöfer (Lauf-AG Adolf-Reichwein-Schule) 43:02,7; 3. Fateh Saleh (team-naunheim.de) 43,44,0; 4. Andreas Velte (LT Emmershausen) 46:08,2; 5. Gerald Baudek (ASC Marathon Friedberg) 46:28,6; 6. Rene Wolf (team-nauheim.de) 47:04,2; 7. André Zimmermann (SGO Alte Herren) 47:48,7; 8. Lars Hartmann (Weilburg) 48:31,7; 9. Oliver Henrici (TuS Eschbach) 49:06,9; 10. Moritz Fink (LT Emmershausen) 50:49,0.
Teamwertung: 1. team-naunheim.de mit Fateh Saleh, Rene Wolf, Jens Hubert in 2:21:48,03; 2. LT Emmershausen mit Andreas Velte, Moritz Fink, Manuel Butz in 2:35:11,53; 3. TuS Eschbach mit Oliver Henrici, Sven Oldenburg, Jan Pfeiffer in 2:43:15,21; 4. Team taunus Sparkasse mit Andreas Klantke, Daniel Feist, Marc Rockmann in 2:45:46,65; 5. Lf Villmar mit Karsten Schuh, Leon Günther, Christoph Höhler in 2:48:21,10.


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